Schon Gewusst?

Öko-Pflanzenbau heißt Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel

Projekt: Schon Gewusst?

Schon Gewusst?
© Annalena Brams

Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen konventionellem und ökologischem Pflanzenbau ist der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, landläufig als Spritzmittel bekannt. Die Abgrenzung der "chemisch-synthetisch" hergestellten Präparate ist wichtig, denn auch im Ökolandbau darf man eine Pflanzenschutzspritze einsetzen. Aber mit ihr werden dann verschiedene Öle oder ähnliche Mittel, basierend auf natürlichen Stoffen, ausgebracht.

Der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel erfordert ein gut durchdachtes betriebsindividuelles System für den Bio-Pflanzenbau.
Dazu gehört eine standortangepasste Auswahl der Arten und Sorten, die angebaut werden sollen. Je besser die Pflanze an die Verhältnisse angepasst ist, desto fitter ist sie und desto besser kann sie mit Schädlingen und Konkurrenz durch Unkräuter umgehen.
Gerade die Regulierung der Beikräuter, wie man Unkräuter in der Biobranche nennt, basiert auf mehreren Standbeinen. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei eine vielfältige Gestaltung der Fruchtfolge, das ist die Abfolge der einzelnen Kulturen im Lauf der Jahre. Sie sorgt dafür, dass keine Beikräuter einseitig gefördert werden, sodass der Besatz in einem tolerierbaren Maß bleibt. Ergänzt werden diese vorbeugenden Maßnahmen mit der mechanischen Beikrautregulierung im Bestand der Kulturpflanze. Dazu nutzt man verschiedene Geräte, die an den Schlepper angebaut werden wie den Striegel, das Hackgerät oder eine Bürste, aber auch Handarbeit ist in manchen Kulturen, wie beispielsweise Zuckerrüben nicht ausgeschlossen.
Ihr seht schon, das alles ist um einiges anspruchsvoller und aufwendiger als der klassische konventionelle Anbau. Auch deshalb sind Bio-Produkte etwas teurer, denn dieser Mehraufwand muss honoriert werden.

21.12.2020

Region: Inn-Salzach