Schon Gewusst?

Kein Mineraldünger für Bio-Pflanzen!

Projekt: Schon Gewusst?

Schon Gewusst?

Schon Gewusst?
© Annalena Brams

Ein wichtiger Unterschied mit weit reichenden Folgen.

Um auf mineralische Düngemittel verzichten zu können ist die in „Schon gewusst? Ökolandbau bedeutet Kreislaufwirtschaft“ beschriebene Kreislaufwirtschaft unerlässlich. Für Landwirte, die Tiere halten ist das relativ einfach zu realisieren, da sie die Ausscheidungen der Tiere zur Düngung nutzen können. Viehlose Betriebe setzen auf den Anbau von Leguminosen um dem Betriebskreislauf Stickstoff zuzuführen. Das sind Pflanzen die an ihren Wurzeln Bakterien ansiedeln lassen. Mit ihrer Hilfe kann die Leguminose den Stickstoff aus der Bodenluft so speichern, dass die Folgepflanzen ihn nutzen können.
Aber auch im Ökolandbau kann Dünger in sehr begrenzter Menge zugekauft werden. Dazu gibt es eine Liste mit zugelassenen Düngemitteln. Die größten Unterschiede im Vergleich zu den Düngern, die konventionell wirtschaftende Landwirte zukaufen ist die Verfügbarkeit der Nährstoffe. Düngemittel, die für den Ökolandbau zugelassen sind wurden nicht künstlich erzeugt oder chemisch behandelt.
Haarmehlpellets sind beispielsweise ein Stickstoffdüngemittel, das für den Ökolandbau zugelassen ist. Sie bestehen aus den Haaren von Tieren, sind also nicht künstlich erzeugt, und wirken auch sehr viel langsamer als die mineralischen Düngemittel der konventionellen Kollegen.
Möchte ein Betrieb Phosphor zuführen, einer der Nährstoffe, die einen Bio-Betrieb vor die größte Herausforderung stellt, kann er auf Rohphosphate zurückgreifen. Dieser Dünger setzt sich aber erst im Lauf von Jahren um und wird pflanzenverfügbar. Deshalb werden die konventionellen Phosphatdünger aufwändig mit Säuren aufgeschlossen werden um schneller pflanzenverfügbar zu sein. Diese chemische Vorbehandlung ist für den Ökolandbau verboten.
Insgesamt ist die Düngung im ökologischen Landbau in der Menge stark eingeschränkt um eine Überdüngung zu vermeiden. Darüber hinaus sind die zugelassenen Düngemittel nicht so schnell verfügbar und damit weniger auswaschungsgefährdet. Unterm Strich sichert ein regionaler Bio-Einkauf also die Qualität des eigenen Trinkwassers.

15.03.2021

Region: Inn-Salzach