Urkunden für Regensburgs Caterer

Mehr bio-regionale Gerichte in unseren Kitas, Schulen und Kantinen

Gruppenfoto der Teilnehmer zusammen mit Umweltbürgermeister Artinger

Gruppenfoto der Teilnehmer zusammen mit Umweltbürgermeister Artinger
© Stadt Regensburg/Kaister

Bio und regional ist in aller Munde. Auch in Regensburgs Kantinen tut sich was: Die wichtigsten Lieferanten von Mittagsverpflegung in der Region Regensburg haben sich entschieden, einen zukunftsweisenden und nachhaltigen Weg einzuschlagen und wurden in einem BioRegio-Coaching entsprechend geschult. Die erfolgreiche Teilnahme wurde am 19. Juli 2022 bei einer Abschlussveranstaltung in der Kantine im Neuen Rathaus mit einer Urkundenübergabe durch Bürgermeister Artinger belohnt.

„Das Ziel der bayerischen Staatsregierung, 30 % der landwirtschaftlichen Fläche bis 2030 ökologisch zu bewirtschaften, unterstützt die UN-Ziele Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Dieses ehrgeizige Ziel muss auf regionaler und kommunaler Ebene durch den Absatz der ökologischen Erzeugnisse untermauert werden“, betont Umweltbürgermeister Ludwig Artinger.

Großes Potenzial für Regensburgs Bio-Produkte
Die Mittagsverpflegung in Kitas, Schulen und Kantinen birgt dabei ein großes Potenzial für Bio-Lebensmittel aus der Region. Allein in Bayern werden pro Tag insgesamt rund 1,8 Millionen Essensgäste in der Gemeinschaftsverpflegung verköstigt.
„Regensburg als Biostadt und Öko-Modellregion hat das Ziel, die Bio-Landwirte aus der Region zu unterstützen. So wird Nachhaltigkeit auf regionaler Ebene kombiniert mit einem frischen und ausgewogenen Angebot in der Mittagsverpflegung. Die Stadt hat hier eine Vorbildfunktion“, so Artinger weiter.

Neun Monate praxisnahes Coaching
Die fünf Teilnehmer des BioRegio-Coachings (Metzgerei Brunner mit Brunner’s Kids Menü, Menüservice Regensburg, Johanniter-Menüservice, die Labora gGmbH und Evelyn Hetzenegger Catering) erfuhren über einen Zeitraum von neun Monaten sehr praxisnah, wie die Einführung von bio-regionalen Lebensmitteln in der Küche möglichst kostenneutral vollzogen werden kann. Die Unterstützung erfolgte durch Carola Petrone und Andrea Pölt, zwei Coaches mit großer Praxiserfahrung im Einsatz von Bio-Lebensmitteln in der Küche. Neben allgemeinen Themen wie Einkaufs- und Speisenplanung standen auch individuelle Beratungen zu den Themen Lieferanten, Kalkulation sowie Kommunikation auf dem Programm.

„Ich bin begeistert, wie sich die Caterer in Regensburg in den letzten Monaten entwickelt haben. Hier werden optimale Strukturen für eine bio-regionale Wertschöpfung geschaffen“, betont Carola Petrone, BioRegio-Coach und Inhaberin Il Cielo - 100 % Bio-Catering.

Das BioRegio-Coaching wird organisiert vom Sachgebiet Gemeinschaftsverpflegung des ansässigen Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in enger Zusammenarbeit mit der Biostadt Regensburg und der Öko-Modellregion Stadt.Land.Regensburg.

„BioRegionale Lebensmittel zu verarbeiten ist nachhaltig und stärkt unsere bayerischen Wertschöpfungsketten. Es ist aber auch ein komplexer und sehr individueller Prozess. Es freut mich sehr, dass jede der von uns gecoachten Einrichtungen mindestens den ersten Schritt auf dem Weg zu einer bio-regionalen Verpflegung getan hat und auch noch weitere Schritte folgen werden“, so Anne Wurzbacher vom AELF.

Wo kommen die bio-regionalen Lebensmittel her?
Im Vorfeld bestanden einige Vorbehalte bezüglich der Verfügbarkeit ausreichender Mengen Bio-Lebensmittel aus der Region. Dem Team der Öko-Modellregion Region Regensburg gelang es jedoch, mithilfe einer Bedarfsanalyse bio-regionale Potenziale zu aktivieren: Indem die Bedarfsmengen sowie benötigte Vorverarbeitungsstufen (z. B. Schälen, Schneiden) der Großküchen analysiert wurden, konnte man das Potenzial für die Bio-Landwirte aus der Region beziffern und entsprechende Strukturen schaffen. „Das Angebot der Bio-Landwirte in der Region ist nicht in Stein gemeißelt. Durch eine Anpassung der Anbauplanung kann auf eine steigende Nachfrage eingegangen werden“ erklärt Öko-Modellregion-Managerin Elke Oelkers.

Auch BioRegio-Coach Carola Petrone ließ sich überzeugen: „Ich muss gestehen, am Anfang war ich skeptisch. Einführung von Bio-Lebensmitteln? Kein Problem. Aber bio-regional? Die Arbeit des Teams der Öko-Modellregion hat mich eines Besseren belehrt. Ich bin begeistert, welche bio-regionalen Lieferstrukturen in kürzester Zeit geschaffen wurden“.

Beispielsweise konnten erste Vereinbarungen im Umfang von circa 25 Tonnen geschälter und geviertelter Kartoffeln getroffen werden. Ab Herbst 2022 können sich die Kinder in vielen Einrichtungen in Stadt und Landkreis auf regionale Bio-Kartoffeln freuen.

Weitere Entwicklungen beim bio-regionalen Gemüse sind ab der Ernte 2023 zu erwarten. In Form eines Speed Datings „Koch sucht BioRegio-Bauer“ werden Anfang Oktober bio-regionale Landwirte und Köche an einen Tisch gebracht um sich zu vernetzen. Interessierte Teilnehmer können sich gerne an das Team der Öko-Modellregion wenden.

Biostadt und Öko-Modellregion unterstützen Ziele der bayerischen Staatsregierung
Hintergrund der aktuellen Entwicklungen ist ein Stadtratsbeschluss aus dem Februar 2021, der besagt, dass ab dem Jahr 2025 in städtischen Einrichtungen mit Kita- und Schulverpflegung bzw. Kantinen mindestens 30 Prozent bio-regionale Lebensmittel eingesetzt werden müssen.

Die Stadt Regensburg gehört seit dem Jahr 2017 dem Netzwerk Biostädte an und ist seit 2019 eine der 26 staatlich anerkannten Öko-Modellregionen Bayerns. Die Öko-Modellregion Region Regensburg setzt sich aus der Stadt Regensburg und dem Landkreis Regensburg mit seinen 41 Gemeinden zusammen. Das Team besteht neben Elke Oelkers bei der Stadt Regensburg aus Julius Kuschel und Monika Ernst, die im Landratsamt angesiedelt sind.

Infos zum BioRegio-Coaching unter: https://www.aelf-rs.bayern.de/ernaehrung/gv/275997/index.php

25.07.2022

Region: Stadt.Land.Regensburg