Zeit im Lockdown sinnvoll genutzt

Jugendliche bauen mobilen Hühnerstall

Projekt: Bio-regionale Lebensmittel

Vitus und Johannes beim Bau eines mobilen Hühnerstalls
© Ellmeier

Corona überschattet derzeit den Landkreis Miesbach. Zwei junge Burschen nutzen auf Biobauernhof die Zeit sinnvoll.

Corona überschattet derzeit den Landkreis Miesbach: der Inzidenzwert liegt seit längerem bei über 200, Diskussionen über Tagesausflügler erhitzen die Gemüter und der Bewegungsradius wird auf 15 km begrenzt. Nicht zuletzt der Distanzunterricht an den Schulen fordert Lehrer, Eltern und Schüler gleichermaßen.

Doch es gibt auch Lichtblicke in diesen turbulenten Wochen: das zeigen zwei 16-Jährige aus der Gemeinde Weyarn: Vitus Fuchs und Johannes Feeß bauen gemeinsam einen Hühnerstall auf Rädern.

Die beiden Jugendlichen drücken vormittags noch die digitale Schulbank und werden nach dem Abschluss in diesem Jahr eine handwerkliche Ausbildung beginnen. Dass sie handwerkliches Geschick haben, zeigen sie bei ihrem aktuellen Projekt, einem fahrbaren Stall.

Auf dem heimatlichen Bio-Milchviehbetrieb von Vitus Fuchs in Wattersdorf gibt es neben 28 Kühen und Nachzucht bereits einiges Federvieh. Aber bald sollen es mehr werden. „Immer schon war das Geflügel meine Leidenschaft“ so Vitus, „mein Opa hat mich dafür begeistert“. Die robusten Vorwerkhühner, eine alte Hühnerrasse, hat es dem 16-Jährigen besonders angetan. Mehr sollen es werden, und dafür brauchts Platz. Beim Bau des weiteren Stalls wird er von seinem Freund Johannes Feeß, der täglich aus der Nachbarschaft angeradelt kommt, tatkräftig unterstützt. Wenn es knifflig wird, bekommen die beiden Hilfe von ihren Vätern, aber das meiste stemmen sie allein.

„Dankbar werden die Verbraucher sein, weitere Bioeier aus der Region kaufen zu können. Das Angebot an Bioeiern im Miesbacher Oberland ist eher knapp“, so Öko-Modellregionsmanagerin Stephanie Stiller. „Auch die Regionalinitiative UNSER LAND ist auf der Suche nach weiteren Biobetrieben, die Eier erzeugen. Besonders in Coronazeiten steigt die Nachfrage nach regionalen Biolebensmitteln. Zudem kann die Erzeugung von Eiern und deren Verkauf in der Direktvermarktung für landwirtschaftliche Betriebe ein wirtschaftlich interessantes Standbein sein."

Voller Zuversicht lässt einen das in die Zukunft schauen. Anpassungsfähig und das Beste aus dieser Zeit machen, das zeigen die beiden. Es stimmt einen froh, wenn die Jugend aktiv wird und sinnvolle Projekte selbständig angeht. Ganz im Sinne der Öko-Modellregionen in Bayern. Weiter so.

13.01.2021

Region: Miesbacher Oberland