Zertifiziert bio

Ökomodellregion nimmt sich der Streuobstwiesen an

Projekt: BioRegio - Streuobst

Auf der Streuobstwiese von Franz Gruber (recht) in Dösham trägt dieser 80 Jahre alte Boskop-Baum reichlich Äpfel. Damit man sich beim Äpfel-Klauben nicht bücken muss, gibt es ein handliches und rückenschonendes Gerät, den "Rollblitz". Links die Mitarbeiterin in der Ökomodell-Region Annalena Brams. Foto: Spielhofer

Halsbach. Die Ökomodell-Region Inn-Salzach unterstützt die Bio-Zertifizierung von Streuobstwiesen. Auch Sammelzertifizierungen sind möglich. Dazu wird es voraussichtlich im März nächsten Jahres eine Informationsveranstaltung geben, in Zusammenarbeit mit der Öko-Zertifizierungs GmbH in Straubing. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben. Wer Interesse hat, kann sich schon jetzt im Büro der Ökomodellregion im Altöttinger Landratsamt unter 08671/ 502765 oder per E-Mail oekomodellregion@lra-aoe.de anmelden.
Zum Thema Streuobst trafen sich kürzlich Annalena Brams und Andreas Remmelberger sen. von der Ökomodellregion Inn-Salzach auf der Streuobstwiese von Franz Gruber in Dösham in der Gemeinde Halsbach. Er ist an einer Bio-Zertifizierung interessiert. Auf einer Fläche von einem Tagwerk steht hier ein Altbestand von 30 Obstbäumen, hauptsächlich sind es Apfelbäume. Heuer wird bei ihm die Obsternte mäßig ausfallen.
Die meisten Bäume tragen keine oder nur vereinzelt Früchte, bei anderen hängen die knackigen Äpfel üppig an den Ästen. Einer der wenigen Bäume, die heuer Früchte tragen, ist der alte Boskop-Baum, ein Naturphänomen, etwa 80 Jahre alt. Der Stamm ist hohl, der Baum trotzt Wind und Wetter. Aufgeschichtetes Holz stützt und schützt den Baum. Für die Saftgewinnung ist es für den Boskop noch ein bisserl zu früh. Nur ein kleiner Korb mit Fallobst ist vor ein paar Tagen zusammengekommen. Damit man sich beim Äpfel-Klauben nicht bücken muss, gibt es jetzt ein handliches und rückenschonendes Gerät, einen sogenannten "Rollblitz", den Franz Gruber beim Ortstermin gleich ausprobiert.
In den Gesprächen unter dem Apfelbaum war einiges über die Bio-Zertifizierung von Streuobstwiesen zu erfahren. Ein großer Vorteil dabei ist, dass die Mostereien einen höheren Preis für das Bio-Streuobst bezahlen. Voraussetzung für eine Anerkennung ist, dass keine Pestizide und kein Dünger auf die Streuobstwiese ausgebracht werden. Und dass jederzeit unangemeldet kontrolliert werden kann. Eine Sammelzertifizierung für Bio-Streuobst wird gemeinschaftlich durchgeführt, dies spart Zeit und es entsteht eine gute Basis für die Vermarktung. Für extensiv bewirtschaftete Streuobstwiesen kann die Zertifizierung als Biofläche schnell abgewickelt werden.
Einer der Mostbetriebe in der Region ist die Josef Pölz, Alztaler Fruchtsäfte GmbH, in Garching, die auch die Sammelzertifizierung unterstützt. Ab sofort wird in der Garchinger Mosterei das Streuobst zum Kauf oder Umtausch in Saft angenommen. Die Zeiten sind Montag bis Freitag von 8 bis 11 Uhr und von 13 bis 16 Uhr. − rs

10.09.2020

Region: Inn-Salzach

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