Nürnberger Land: AELF Pflanzenbautag 2019

11.02.2019

Projekt:

„Tue Gutes und zeig es auch!“

(NL: Hersbruck-Kühnhofen) Am 5. Februar fand im Landhotel Grüner Baum der sehr gut besuchte Pflanzenbautag 2019 des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Roth statt.

Werner Wolf vom AELF Roth begrüßte als Behördenleiter die Bäuerinnen und Bauern der Region mit einigen Worten zum aktuellen „Volksbegehren Artenvielfalt“ und äußerte den Wunsch nach einem ehrlichen Dialog zwischen den „Begehrenden“ und den Hauptbetroffenen – den Menschen in der Landwirtschaft. Er wies außerdem darauf hin, dass es für eine gute landwirtschaftliche Arbeit die richtigen Rahmenbedingungen brauche: für ihn bedeute das eine Gesellschaft, die die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern sehe und wertschätze.

Auf die praktische Umsetzung von Biodiversitäts-Maßnahmen ging Ludwig Prey vom AELF Roth ein, indem er unter anderem die Berechnungen und Vorgaben für die neue Düngeverordnung erklärte, die für Kleinbetriebe bis 30 ha ab 2019 unter besonderen Bedingungen vereinfachte Regelungen vorsieht. Er betonte, dass es trotz der teils schwierigen Handhabung im Alltag sehr wichtig und nötig sei, die Biodiversitäts-Maßnahmen gleichmäßig über die Region verteilt umzusetzen – und honorierte auch, wie viel im Landkreis Nürnberger Land bereits von den Bäuerinnen und Bauern gemacht wird. Mit den Worten „Tue Gutes und zeig es auch!“ motivierte er die Anwesenden die gute Arbeit, die sie bereits leisteten, auch öffentlichkeitswirksam darzustellen und weiter auszubauen. Insbesondere der Ökolandbau trage mit tagesaktuellen 13% Flächenanteil im Landkreis zu dieser Bilanz bei (siehe Grafik). Bezüglich des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln wies er deutlich und mehrfach drauf hin, diese so gezielt wie möglich einzusetzen, da die Anwendungshäufigkeit in direkter Beziehung zur Resistenzbildung bei Schädlingen stehe.

Der Pflanzenschutzbeauftragte Dieter Proff vom AELF Ansbach unterstützte diese Aussage und rief dazu auf, das eigene Handeln und den Umgang mit Pflanzenschutzmitteln kritisch zu betrachten als er über Zulassungsänderungen verschiedener konventioneller Stoffe informierte. Er plädierte dafür eine mechanische Behandlung (ohne Mittel) immer vorzuziehen und ackerbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge weiter auszubauen.

Auch das sehr umfangreiche und komplizierte Forschungsprojekt „Bayklimafit – Anpassung von Kulturpflanzen an den Klimawandel“, welches Herr Dr. Herz von der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Freising vorstellte, beschäftigt sich mit der Zukunft des Pflanzenbaus. In Anbetracht des letzten Sommers ist das Forschungsprojekt zur Züchtung von trockenstress-resistenten Sorten, im Falle des Forschungsprojekts Wintergerste, umso aktueller und brisanter geworden. Das Screening der Sorten ergab, dass leistungsstarke Sorten auch am besten mit Trockenstress klar kämen. Sorten für den ökologischen Anbau wurden nicht explizit identifiziert, hier bevorzugte langstrohige Züchtungen lägen aber nicht an der Spitze der Favoriten.

Den Abschluss der Veranstaltung machte Herr Hatzmann, ein Biolandwirt aus Österreich, der verschiedene Geräte zur mechanischen Unkrautregulierung der Firma „Einböck“ vorstellte. Er fasste als Voraussetzung für eine erfolgreiche pflanzenschutzmittel-freie Bearbeitung die Appelle seiner Vorredner zusammen und ging dann auf die praktische Anwendung von Hackfruchttechnik und Getreidestriegeln ein. (/ew)