Öko-Modell-Regionen

Andreas Seufert

Lasst uns Schwerter zu Zapfhähnen schmieden!

Foto: Daniel Delang

Vielen entgeht nicht, dass Großkonzerne zunehmend den Biermarkt dominieren. Kleine Brauereien hatten es lange ebenso schwer wie kleine Bauernhöfe. In Zeiten von Billigpreisen zu bestehen ist für kleine Handwerkbetriebe kein Kinderspiel. Was viele zum Aufgeben bewegte, scheint für so manch anderen erst recht ein Grund richtig loszulegen. Gerade das Frankenland ist dafür bekannt, sich noch viele kleine Brauereien und deren Bierspezialitäten zu bewahren. Und, gerade beim Bier kehrt sich der Trend langsam aber sicher um: „craft beer“ erobert die Szene.

 

Was versteckt sich hinter dem Begriff? Dabei handelt es sich um handwerklich gebrautes Bier, bei dem hochwertige Zutaten, unkonventionelle Geschmacksrichtungen und das Wiederbeleben alter Brau-Traditionen im Zentrum stehen.Sogenannte „Craft Breweries“  stehen damit den großen Braukonzernen gegenüber, die Bier im großen Stil produzieren und darauf bedacht sind, geschmacklich konstant zu bleiben.

 

Tradition und Weiterentwicklung sind für die beinahe rebellische Bewegung kein Widerspruch, im Gegenteil: Die Tradition des Bieres ist eine Geschichte die es nicht nur zu bewahren gilt, sie will auch weiterentwickelt und weitererzählt werden. So entsteht eine enorme Geschmacksvielfalt.

 

Zu den Menschen, die es selbstbewusst anders machen, zählt der Braumeister und Biersommelier Andreas Seufert aus Oberelsbach in der Rhön. Nach einer Karriere als Bierbraumeister – zuletzt mit Station in China – hat er genug von der guten Praxis der Großen. Er will Bier brauen – und zwar eins, das seinen Ansprüchen genügt. „Bier sollte niemals geschmacklos oder langweilig sein. Unsere Biere sind ein Leuchtfeuer der Nonkonformität in einer wachsenden Wüste der Eintönigkeit der Großkonzernbiere“ liest man folgerichtig auf seiner Website. Nur die besten Zutaten, wenn möglich regional und aus ökologischem Landbau treffen auf exotische Beigaben, wie Szechuanpfeffer oder Ingwer. Seine große Leidenschaft für die Braukunst und das außergewöhnliche Etikettendesign eines Freundes tun ein Übriges: Andreas Seufert startet im Haus seiner Eltern seine eigene kleine Brauerei, die sich schnell zum Geheimtipp entwickelt.

 

In der 1 Literflasche gibt es seither traditionelle Biere und etliches exotisches Gebräu. Neben Vollbier und Weißbier findet man Spezialitäten wie den Basalt Bock. Für dieses Steinbier wird die Würze mit einem heißen Basaltstein erhitzt, an dessen Rändern das Malz karamellisiert. Was dem Bier seine besondere Note verleiht.

 

Stolze 22 Braumeisterkreationen verzeichnet der Brauspezialitätenkalender für 2016. Wir sind gespannt, welche Kreationen das Angebot ab 2017 weiter bereichern. Prost!