Öko-Modell-Regionen

Bernhard Hiltl

Freude am eigenständigen Gestalten

Bernhard Hiltl

„Heute verbringen die Tiere die meiste Zeit des Jahres auf der Weide. Eine totale Erleichterung! Sie holen sich ihr Futter selbst und düngen direkt die Weide. Früher musste ich ihnen das Gras von der Wiese in den Stall fahren und den Mist wieder raus.“ Lange hat es gebraucht, meint Bernhard Hiltl, bis er begriffen hat: Das, was er bei der Ausbildung gelernt hat, ist nur ein möglicher Weg und nicht die einzige Wahrheit. „Ich habe damals alles geglaubt und nichts in Frage gestellt.“

 

Vor 7 Jahren hat Bernhard Hiltl jedoch begonnen, sich über Alternativen zur konventionellen Landwirtschaft zu informieren. Das ist nun zu seiner großen Leidenschaft geworden. Selbst Lösungen erproben, selbst denken, eigene Erfahrungen mit den Tieren machen und nicht blind den Vorgaben folgen. Auch beim Stallbau geht er nun eigene Wege: „Erst sollte ich einen Stall nach Vorstellungen der Berater bauen, 200.000 hätte mich das gekostet. Nun werde ich ein Fünftel weniger Kühe haben als geplant, kann den alten Stall nach meinen Vorstellungen umbauen und eine neue Mist-Methode integrieren.“  Die Kosten sinken auf rund ein Viertel. Auf das geforderte Wachstum bei der Anzahl der Kühe verzichtet er gern, wenn er so viel selbst gestalten kann und dabei eine Menge Geld spart.

 

Sein Leben will er dem gesunden Bodenaufbau auf seinen Äckern und Wiesen und der Gesundheit und tiergerechten Haltung seiner Milchkühe widmen. Die sind behornt und bekommen nur Heu, Grummet und Gras. Früher waren seine Tiere und vor allem die Kälber weniger vital. Das ist nun ganz anders, erzählt er begeistert. Den Tieren geht es prima, sie sind widerstandsfähig und lebendig. Und: die Milch hat einen wunderbaren Geschmack.

 

 

Nun braucht es noch einen überzeugenden Vermarktungsweg: der erste Schritt ist schon getan. In einer Garage am Hof steht der neue Rohmilchautomat. „Die Kunden kommen und erzählen, dass sie seit ihrer Kindheit keine so wohlschmeckende Milch mehr getrunken haben“, erzählt er stolz. Der Verkauf der Milch steigt von Woche zu Woche. Aber es darf natürlich noch mehr sein.“ Denn Bernhard Hiltl möchte am liebsten seine gesamten Erzeugnisse direkt vermarkten. Die Direktvermarktung von Produkten ab Hof ist oft der einzige Weg, mit dem sich auch kleinere Betriebe ihre Vielfalt und Wirtschaftlichkeit erhalten können.