Öko-Modell-Regionen

Familie Genzinger

Gemeinsam für kleine Strukturen und faire Bedingungen

Familie Genzinger mit Sortiment

Familie Genzinger ist bekannt in der Gemeinde Buchbach. Sie halten 900 Legehennen und produzieren selbst Nudeln. Die Anlage für die Nudelherstellung, die haben sie vor etlichen Jahren von einem Betrieb gekauft, der selbst aufgegeben hat. Das Futter für die Hennen produzieren sie weitgehend selbst. Es bleibt auch noch Platz für ein paar Feldgemüse und Kartoffeln. Beim Futterzukauf achten sie peinlich darauf, gentechnikfreie und regionale Eiweißquellen zu beziehen, auch wenn das teurer ist. Durch Direktvermarktung gelingt es der Familie, mit 8 ha Acker und 4 ha Wald die Landwirtschaft zu erhalten. Das macht sie auch besonders sensibel für die Bedeutung regionaler und geschlossener Kreisläufe, ohne die sie nicht existieren könnten. Mit Sorge sehen sie die Entwicklung hin zu Discountern auf der grünen Wiese und die negativen Folgen für kleine, regionale Betriebe.

 

Woher kommen die Lebensmittel? Bekommen die Landwirte und Produzenten einen fairen Preis? Das sind Fragen, die Regina Genzinger beschäftigen. Dabei macht die Verantwortung nicht vor der eigenen Haustüre bzw. Gemeinde halt. Der geplante Regionalladen, der soll ein kleines Angebot zur Vollversorgung beinhalten, also auch Kaffee und Kakao. Aber nur aus kleinen Kooperativen und fairem Handel! Direkte Beziehungen, gemeinsame Verantwortung, Weltoffenheit gepaart mit Engagement hier vor Ort Strukturen zu erhalten, das sind ihre Themen. “Was hier bei uns wächst, das muss nicht von weither kommen. Was bei uns nicht wächst, da wollen wir wissen, wo es herkommt und einen fairen Preis bezahlen.“ Kleine Strukturen und Direktvermarktung bringen hier in Buchbach Biobauern und konventionelle zusammen. Alle eint die Sorge um zu große und anonyme Strukturen in der Landwirtschaft und die Folgen in ihrer Gemeinde. Gemeinsam schaffen sie ein Angebot aus der Region, das sich sehen lassen kann. Gemeinsam wollen sie es auch vermarkten.

 

Bodenständig, engagiert und praktisch, so erlebt man die Bäuerin. Einer der Söhne hat letztes Jahr Kartoffeln angebaut für die Direktvermarktung. Die sind so gut angekommen, dass die Buchbacher im nächsten Jahr auch gerne regionale Zwiebeln hätten. „Wie soll ich denn für euch alle Zwiebeln anbauen?“, fragt er zweifelnd in die Runde. Es sieht so aus, als ob hier gerade eine Gemeinde sein bäuerliches Umfeld durch solidarischen Konsum zu stärken beginnt.