Öko-Modell-Regionen

Familie Hundmeyer

Mit Milchvieh auf Bio umstellen

Familie Hundmeyer

Als Rosa Kugler, Ökomodellregionsmanagerin der Region Isental, bei der Familie Hundmeyer anrief und vorbeikam, war das das Zünglein an der Waage bei der Entscheidung auf Bio umzustellen. Der Wachstumszwang gerade in der Milchwirtschaft setzte dem bäuerlichen Betrieb schwer zu. Bis zu einem bestimmten Punkt waren sie noch überzeugt mitgegangen. Aber wenn man zum Überleben so viele Kühe braucht, dass man trotz der respektablen eigenen Fläche Futter zukaufen muss und nicht mehr weiß wohin mit der Gülle, dann stimmt etwas nicht mehr. Auch der Wettlauf der Landwirte, die sich der Wachstumsdynamik aussetzen, stört ihn mehr und mehr. Ihm fehlt dabei der Zusammenhalt der wenigen Betriebe, die nach einem halben Jahrhundert Strukturwandel übrig sind. Schon nach dem ersten Gespräch war er überzeugt, die Umstellung auf Ökolandbau macht für ihn Sinn.

 

Unterstützende Biobauern, kooperative Abnehmer wie die Tagwerk Genossenschaft und die Molkerei Scheitz in Andechs stimmen den Landwirt zuversichtlich. „Es fühlt sich für mich nicht nur wegen dem geringeren Tierbesatz und der Kreislaufwirtschaft gut an, auf Bio umzustellen. Es ist auch die Unterstützung und der Zusammenhalt in der Branche, die mir gefallen“, so der Familienmensch, den die kooperative Grundhaltung der Biobranche besonders freut. Erleichtert wirkt er mit der Entscheidung, den Wettlauf um den größten Stall und Milchleistung um jeden Preis nun beendet zu haben.

 

Nach Prüfung der möglichen Ausrichtung und aller Optionen findet sich im Familienrat bald eine Strategie, die für alle passt: Eine hofeigene Pasteurisierungs- und Abfüllanlage wird eine neue regionale Hofmilch für das Tagwerk-Netzwerk liefern. Dabei sind sie vorerst nicht auf Großmengen ausgelegt sondern kombinieren mit Lieferungen an die Molkerei Scheitz. So steht die Großfamilie von Anfang an auf zwei Beinen und fühlt sich gut mit diesem Weg.