Sophie Obermüller

Sophie Obermüller ist seit der Genossenschaftsversammlung im Sommer 2019 die neue Vorstandsvorsitzende der Naturkäserei TegernseerLand e.G. Hauptberuflich verwöhnt sie zusammen mit ihrer Familie täglich 18 Milchkühe plus Nachzucht in ihrem Stall in Kreuth. Über die Naturkäserei sagt sie: „Der Betrieb ist seit über 10 Jahren ein wichtiger Teil meines Lebens. Von dem Tag an dem wir auf einem Biertisch mit Küchenwaage und Butterbrotpapier unsere ersten Produkte anboten, versehen mit einer großen Begeisterung für das Projekt Käserei, bis heute. Wir haben eine eigene Käserei gebaut und der Betrieb hat sich in unglaublichem Tempo entwickelt. Ich durfte sowohl in der Vermarktung tätig sein, aber auch in unzähligen Führungen das Herzblut für die Landwirtschaft, das Käsehandwerk und die Wertschätzung unserer Lebensmittel, weitergeben. Es freut mich unendlich, dass es so viele Menschen gibt, die erkannt haben, was unser wahrer Schatz ist, nämlich eine absolut extensive, flächengebundene Landwirtschaft, die unsere Naturkreisläufe erhält, schützt und somit die Kulturlandschaft erhält und unsere Region stärkt.“

 

Bei der Naturkäserei TegernseerLand wird Milch von Bauern verarbeitet, die sich besonders strengen Kriterien unterwerfen. Im Jahr 2007 gründeten Tegernseer Milchbauern eine eigene Genossenschaft. Damit hatten sie die Voraussetzung geschaffen, die eigene Heumilch zu verarbeiten und regional selbst zu vermarkten. Eine höhere Wertschöpfung erzielen, die traditionelle Landwirtschaft stärken und die heimischen Landschaftsstrukturen erhalten – das sind bis heute die Ziele der Genossenschaft. 2009 konnte mit dem Bau der Naturkäserei mitsamt Verkaufsladen, Gastwirtschaft und Schaukäserei begonnen werden. Seit Juni 2010 werden Heumilch-Spezialitäten produziert. 1.700 Anteilseigner haben der Naturkäserei TegernseerLand e.G. ihr Vertrauen geschenkt und diese finanziell und ideell unterstützt. Die Genossenschaft verarbeitet die Milch von 22 Bauern aus der Region.

 

Genossenschaften sind wieder im Trend. Vielerorts tut man sich zusammen, um gemeinsam die Wertschöpfung in der Region zu stärken und dem Ruf nach dem billigsten Produkt etwas entgegenzusetzen. Die Genossenschaft eignet sich, gemeinsam Dinge auf den Weg zu bringen, die für einen alleine zu riskant oder zu teuer wären. Die allgemein übliche Definition ist ein Zusammenschluss mehrerer Personen, beispielsweise Handwerker oder Bauern, mit dem Ziel, ihre gleichen wirtschaftlichen Interessen durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb zu fördern.

 

Erfolgreiche Projekte entlang des verarbeitenden Gewerbes haben häufig eines gemeinsam: sie besinnen sich auf Handwerkstraditionen und auf Qualität. Regionalität muss schmecken, dann darf sie auch ihren Preis haben. Denn: Viele Menschen wollen mit ihrem Konsum bewusst handwerkliche Arbeit und eine soziale, kulturelle und natürliche Vielfalt erhalten. Das Bemühen um eine Partnerschaft mit der Natur und das Verstehen von gesunden Kreisläufen und auch die Wertschätzung und der Erhalt traditioneller Handwerkskunst gewinnen an Bedeutung. Dabei mischt sich ein Wiederaufleben traditioneller Formen, eine Art Rückbesinnung auf alte Werte mit modernen Beteiligungs- und Kommunikationsmethoden sowie wirtschaftlicher Effizienz.

 

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