Melanie Ebner Biocatering

Die Liebe zum guten Lebensmittel, die ist Melanie Ebner, wenn nicht schon in die Wiege gelegt, so zumindest anerzogen worden. „Meine Mutter hat mir beigebracht, an Lebensmitteln zu riechen, egal ob Brot, Blumenkohl oder Käse.“ Gerade die olfaktorischen Reize haben es ihr angetan. Industriell produzierte Massenware verbreitet, so Ebner, einen unangenehmen Geruch. So bleibt es nicht aus, dass man sich erstens zu einem Spezialisten für Qualität entwickelt und zweitens den Niedergang der Lebensmittelqualität beklagen muss, wenn man in den 70er-Jahren groß geworden ist.

Melanie Ebner hat ihren Weg gefunden, um das Gute wiederzuentdecken und ihm wieder Wert zu geben: Sie ist Köchin geworden. Zusammen mit ihrem Mann führt Melanie Ebner unter anderem die Kantine an der Grundschule für Toleranz und Vielfalt. Bei ihr kommt 100% Bio auf den Tisch.

Moment, es heißt doch immer, das geht nicht, weil die Kosten dann explodieren? „Unser Essen ist gerade mal vier Cent pro Kind teurer, als bei den konventionellen Kollegen“, so Ebner. Wie das geht? Es gibt weniger Fleisch auf dem Teller, und es wird frisch gekocht und so gut wie kein Convenience, also vorgefertigte Zutaten, verwendet.

Auf diese Art und Weise werden rund 600 Kinder versorgt, mehr, als an der Schule sind. „Das Wichtigste ist dabei, dass die Leitung von Bio und uns überzeugt ist“, so Ebner weiter „Wenn die Leitung nicht mag, klappt es nicht.“ Denn allen Kindern kann man es nicht recht machen, was Ebner wenig beeindruckt: „Das funktioniert ja schon bei den meisten daheim nicht, dass es allen schmeckt, wie soll das bei 600 Kindern gehen?“

Dennoch, die ganz Kleinen sind ihre liebsten Kunden. Sie sind aufgeschlossen für gutes Essen und damit dankbare Esser, die gerne Neues lernen und in der Folge auch daheim frische Küche einfordern. Bei den mittleren Klassen wird es schon schwieriger, da ist das Essverhalten schon etwas festgefahrener und es spielen andere Faktoren eine Rolle. Wenn die Peer Group es ablehnt, kann man kaum mehr dagegen ankochen. Was uns zur letzten Gruppe, zu den Jugendlichen führt: „Wer hier nicht von zu Hause her ein gesundes Verhältnis zu Essen und Lebensmittel hat, der lernt das bei uns auch nicht mehr zu schätzen. Mit 16 ist der Zug erst mal abgefahren“.

Das klingt alles gar nicht so einfach. Dennoch strahlt Melanie Ebner. Sie und ihre Kollegen lieben die Kinder, das merkt man. Sie bemühen sich um jedes einzelne. Der direkte Kontakt, eine kurze Unterhaltung an der Ausgabe, kurzum etwas Aufmerksamkeit für jeden jungen Gast, sensibilisieren für gutes Essen. Das alles ist Melanie Ebner und ihrem Team ein Herzensanliegen, das merkt man mit jedem Wort, das fällt. „Es ist eine Lebensaufgabe, kein Job“, so Ebner. Und es bleibt nicht bei bloßer Versorgung mit gutem Essen. Mit einem Kursangebot, wie Brot backen und weiteren Events gibt Melanie Ebner die sinnliche Erfahrung aus ihrem Elternhaus weiter und sucht Begeisterung zu entfachen – eine nachhaltige Grundlage, um junge Menschen zu aufgeschlossenen, aber auch kritischen Essern zu bilden.