Öko-Modell-Regionen

Monika Obermaier

Ziegenbäurin aus Leidenschaft

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Der Attlhof von Alois und Monika Obermaier in Fridolfing war bei der Übernahme ein klassischer Milchviehbetrieb. Das Milchgeld reichte bei der kleinen Fläche aber nicht aus. Auch der Versuch mit Pinzgauer Ochsen brachte nicht genug ein. So stand das Ehepaar Anfang der 1990er Jahre vor der Überlegung, die Landwirtschaft ganz aufzugeben oder etwas Neues auszuprobieren.

 
Da wurde Monika Obermaier in einem Fernsehbericht auf die Ziegen aufmerksam. Ziegen sind energiegeladene Tiere und so mancher Landwirt scheut den Umgang mit ihnen. Aufgeweckt und lebendig, brauchen sie etwas zum Klettern, Springen, Verstecken. Sie haben aber auch Vorteile: so sind Ziegen beispielsweise sehr genügsame Tiere und kommen mit vergleichsweise wenig Futter aus. Der aus ihrer Milch hergestellte Käse gilt den Franzosen als Spezialität und wird auch in Deutschland immer beliebter.
 
Die hohe Verträglichkeit der Milch ist ein weiterer Vorteil. Menschen, die Kuhmilch nicht gut verdauen können, reagieren meist gut auf Ziegen – oder Schafsmilch. Sie sind dann auf diese Milch und Milchprodukte angewiesen, wenn sie nicht ganz verzichten wollen.
Nach ein paar Besuchen bei Ziegenbauern fiel die Entscheidung, und bald waren die ersten 30 Ziegen am Hof. Der lebhafte Charakter freut die Bäuerin, das merkt man ihr an. Die Anfälligkeit der Jungtiere für Schnupfen und Würmer bekommt sie mit homöopathischen Mitteln in den Griff. Die Tiere sind die ersten 2 Monate bei der Ziegenmutter. Danach kommen sie nachts in einen abgetrennten Bereich, damit die Ziegen morgens beim Melken auch Milch geben.
 
Bald nach der Anschaffung der Ziegen entscheidet sich die Familie, auch die Milch am Hof zu verarbeiten und direkt zu vermarkten. Die Preise der Molkereien sind nachfrageorientiert und schwanken im Jahresverlauf zu stark. Am Hof wird Käse, Frischkäse, Ziegenmozzarella, Bratkäse und Joghurt produziert, den man im Hofladen abholen kann. Der ist rund um die Uhr geöffnet – die Kunden können sich bedienen und legen das Geld in die Kasse. Mittlerweile wird auch an eine benachbarte Käserei geliefert, die StuZi Käse – Camembert-Spezialitäten aus einer Stutenmilch/Ziegenmilchmischung – herstellt. Der Bestand soll dafür von heute 60 Ziegen auf maximal 200 aufgestockt werden. „Mehr lässt sich mit unserem Verständnis einer nachhaltigen, ökologischen Landwirtschaft nicht bewerkstelligen. Ich möchte den Bezug zu den Tieren behalten“, so die tierliebe Landwirtin.