Öko-Modell-Regionen
Nürnberg, Nürnberger Land, Roth

Ottmar Fischer

Wertschätzung und Engagement für eine gefährdete Kulturlandschaft

Ottmar Fischer Nürnberger Land

Der Weg zu Ottmar Fischer kann einen Nicht-Ortskundigen leicht verunsichern. Bin ich hier noch richtig? Das Navi kennt die Antwort nicht. Nach der letzten Abzweigung endet die asphaltierte Straße und es geht auf einem unbefestigten Weg weiter durch den Wald. Nach einer scharfen Linkskurve sieht man die kleine Lichtung und eine Ansammlung alter Höfe und Liegenschaften. Hier lebt Ottmar Fischer, umgeben von Natur, Wald und Obstwiesen.

 

Seit seiner Kindheit liebt Ottmar Fischer Obstanger und Streuostwiesen. Das Summen der Bienen und Insekten, der besondere Jahresrhythmus, den kaum eine andere Pflanze so gut symbolisiert wie ein Obstbaum. Irgendwann sei ihm aufgefallen, dass es immer weniger Streuobstbestände gibt. Je nach Lage verwandelten sie sich in Äcker oder in „englischen Rasen“.

 

Für Ottmar Fischer bedeuten die blühenden Landschaften viel. Als junger Bub hat er alle Ferien und jeden Sommer bei den Großeltern verbracht. Die Großeltern hatten eine Mühle, die umgeben war von Streuobstwiesen. Das Ernten und Haltbarmachen der Früchte und Beeren war immer präsent. Und im Winter dann die Freude, wenn es wieder gelungen ist, ein Stück Sommer in einem Glas Eingemachten zurückzuholen. Die Faszination und Begeisterung soll ein Leben lang halten. Ottmar Fischer erforscht die Zusammenhänge zwischen Wiesen, und Bäumen, den Nützlingen und der Vogelvielfalt. Das endgültige Verschwinden der Streuobstbestände wäre ihm ein nicht zu verkraftender Verlust. Als die Bestände immer sichtbarer zurückgingen, entschloss er sich, etwas zu unternehmen.

 

Erfolgreich suchte er nach Verbündeten und gründete die „Streuobstinitiative Hersbrucker Alb“. Neben der Kartierung und der „Aufforstung“ von 3.5 ha Streuobstwiesen geht es der Initiative auch um die Pflege. Ein Jahresprogramm ermöglicht es Jung und Alt zu lernen, wie man die Bäume so pflegt und schneidet, dass genügend Licht einfällt und die Äste stabil bleiben. Seit Jahren nun ist der Obstbaumschnittkurs ausgebucht. Die Streuobstwiese ist ein voller Erfolg – Schüler, Vereine, Familien: der Besucherandrang ist groß. Als nächstes sollen die Früchte der Hersbrucker Alb nun die Gaumen erfreuen, mit Saft aus Raritäten der Region. Damit gewährleistet ist, dass die Streuobstwiesen auch weit über seine Zeit hinweg noch Bestand haben werden und sich die Menschen der Region an ihnen erfreuen können.