Öko-Modell-Regionen

Peter Meyer

Jonglieren mit zwei Unbekannten: dem Wetter und dem Preis

Peter Meyer

Seit drei Generationen betreibt die Familie Mayer aus Holnstein nun Landwirtschaft. Milchkühe sind die Haupteinnahmequelle. Der Großvater hatte 10 Kühe, der Vater schon 28 und der Sohn nun 65. Dazu braucht es einen größeren Stall, der gerade ausgebaut wird. Damit ist dann die maximale Stallgröße erreicht, denn der Hof liegt mitten im Dorf. Weidemöglichkeit für die Kühe gibt es daher keine, denn die kleine angrenzende Wiese reicht nicht mehr für die Anzahl der Tiere aus. Also haben die Kühe viel Bewegungsfreiheit im großzügig gestalteten Laufstall und bekommen im Sommer das frische Gras frei Haus geliefert.

 

2009 hatte Peter Meyer auf Bio umgestellt. Er wollte stärker im Einklang mit der Natur wirtschaften. Auch die steigenden Kosten für den Einsatz von Pflanzenschutz und mineralischer Düngung waren ihm ein Dorn im Auge. Dabei hat er viel Verständnis für die Landwirte, die diesen Schritt nicht gehen. „Es ist eine andere Form der Landwirtschaft, als konventionelle Landwirte haben wir das alle nicht gelernt.“ Die Umstellung ist gelungen, war aber auch verbunden mit den typischen Ernteeinbrüchen und schwierigen Erfahrungen. „Den Tieren geht es heute besser und auch für meine Felder ernte ich bei meinen konventionellen Kollegen Respekt. Mit verantwortlich dafür ist auch der Top- Milchberater in der Region. Meine Milchleistung liegt bei 7000 l pro Kuh und Jahr. Das ist ein absoluter Spitzenwert in der Ökobranche.“

 

Was ihm geblieben ist, sind die Deckungsbeitragsrechnungen. „Das steckt so tief, ich berechne immer die Kosten mit.“ Die Kosten, die sind pro Kalb und pro Liter Milch kalkulierbar – was nicht so gut zu kalkulieren ist, sind zwei andere Faktoren: das Wetter und der Preis. Dennoch, Peter Meyer hat keine Zweifel: die Umstellung war für ihn der richtige Weg. Der stabile Preis für Biomilch gibt ihm Recht. Für den Hof sieht er nun – mit der Stallerweitung auf 70-75 Kühe – die Zukunft gesichert. Über seine Generation hinaus mag er jedoch nicht denken: zu unsicher die Entwicklung des Klimas. Die zunehmende Trockenheit bereitet vielen der Landwirte in der Region Sorgen. Der anhaltende Trend zur Größe tut ein Übriges: noch ein weiteres Mal wachsen, noch mehr Kühe, das ist räumlich nicht drin für den Familienbetrieb in der Mitte des Dorfes.