Öko-Modellregion Steinwald-Allianz Oberpfalz

Simon Zeitler

Auf dem Vollerwerbsbetrieb im Steinwald der Familie Zeitler gibt es schon lange Milchviehhaltung. In den letzten 30 Jahren wurde die Milchkuhherde von 50 auf über 100 Milchkühe ausgedehnt und fast genauso lange dürfen sich die Kühe und Jungtiere schon frei in einem geräumigen, hellen Stall bewegen. Um noch gesünderes Futter für die Tiere zu erzeugen, wurde 2014 eine Heutrocknungsanlage gebaut, die dies ermöglicht.

Nach der Hofübergabe 2016 wurde der Betrieb von Simon Zeitler auf Ökologischen Landbau umgestellt, um mehr im Einklang mit der Natur zu wirtschaften. Der Wettlauf in der Landwirtschaft nach immer mehr an produzierten Nahrungsmitteln ergibt für Simon keinen Sinn, wenn so viel davon weggeworfen wird. Deswegen passt der Ökolandbau sehr gut zum Betrieb.

Mit der Umstellung bekamen alle Tiere zusätzlich noch einen großzügigen Auslauft, wo sie viel Bewegungsfreiheit außerhalb des Stalles an frischer Luft haben. Im Sommer wird mit frischem Gras gefüttert, das alle wichtigen Nährstoffe beinhaltet und den Kühen natürlich sehr gut schmeckt. Dieses Grünfutter kommt von den im Betrieb vorhandenen Flächen – zum Beispiel als Kleegras, was zugleich der wichtigste Baustein einer gesunden Fruchtfolge auf dem Bio-Acker ist.

Der Kleegrasanbau ist Simon Zeitler deshalb so wichtig, weil der Boden dabei mehrere Jahre nicht umgeackert wird, ruhen darf und intensiv durchwurzelt wird. So wird Bodenerosion vermieden und Humus aufgebaut – der im Nebeneffekt auch noch ein guter Wasserspeicher ist. Bei den sich häufenden anhaltenden Trockenheiten oder auch Starkniederschlagsereignissen können die Äcker dieses Wasserspeichervermögen auch brauche. Außerdem bindet Humus klimaschädliches CO2 im Boden. Für eine vielfältige und gesunde Fruchtfolge werden auf der restlichen Fläche des Betriebs Weizen, Gerste, Hafer, Silomais und sogar Sojabohnen angebaut.

Jetzt nach der Umstellung des Betriebes auf Bio ist Simon erleichtert, denn mit dieser Entscheidung wurde der Wettlauf um immer mehr beendet, der Boden wird fruchtbarer und weniger anfällig bei Wetterextremen. Aber das Wichtigste ist: die erzeugten Lebensmittel sind hochwertiger, gesünder und vor allem in der Region gewachsen.