SoLaWiR e.V.

Ist eine Solidarische Landwirtschaft eigentlich nichts anderes als eine neue Form der „Abo-Kiste“? Für den Regensburger SoLaWiR e.V. stellt sich diese Frage nicht: „Der Aspekt des Gemeinsamen, die Zusammenarbeit am Feld ist uns allen wichtig“, so Lena Schwaiger, die im Vorstand der SoLaWiR ist und auch Mitglied bei Transition Town. Sie und ihr Freund Sebastian haben das Projekt mit einigen anderen auf den Weg gebracht.

Zwei Gärtner sorgen für das nötige gärtnerische Know-how, die Arbeiten werden zu einem Großteil von den Mitgliedern selbst geleistet, vor allem, wenn es ums Hacken und ums Ernten geht. Was erst mal nach viel Arbeit klingt, wird ganz leicht, weil sich viele finden, die gemeinsam diesen Weg gehen und auch einen Sinn in dieser Art der Selbstversorgung sehen, vor allem aber darin, Verantwortung für die eigene Versorgung und die anderer zu übernehmen.

Auch Skeptiker werden schnell überzeugt. Wolfgang ging anfangs nur auf Wunsch seiner Frau zum ersten Treffen, war aber sofort von der Bieterrunde total angetan. „Da war für mich klar, hier geschieht wirklich etwas anderes. Da geht es nicht nur um Ökologie, sondern auch um Ausgleich für sozial Schwächere.“

Bei einer Bieterrunde werden Gebote der Mitglieder eingesammelt, und jeder bestimmt selbst, welchen Anteil an den Kosten er gerne beitragen möchte. Zur Orientierung gibt es einen Richtwert. Das ermöglicht Allen, sich zu beteiligen, denn niedrigere Gebote werden durch Höhere ausgeglichen. „Nach nur zwei Runden waren der notwendige Jahresbetrag und sogar ein paar hundert Euro Reserve eingesammelt. Das hat mich fasziniert.“

„Weil es von Beginn an klar ist, dass es um mehr geht als die bloße Versorgung mit frischem, ökologischem und saisonalem Gemüse, haben sich auch die richtigen Menschen gefunden“, ist sich Lena sicher, „Das Gemüse hat bei uns, anders wie in Abo-Kisten, keinen Preis und die Kosten werden unabhängig von der Ernte durch die Solidargemeinschaft getragen“.

Entscheidungen werden sachorientiert, unkompliziert und in der Gemeinschaft getroffen. Viele Mitglieder treffen sich wöchentlich am Acker und freuen sich über die gemeinsame Zeit und die Arbeit mit und in der Erde.

Freitags ist Erntetag. Da werden die Ernteanteile für die Woche festgelegt und für die Abholung in sechs Depots hergerichtet. In diesen können die Mitglieder ihr Gemüse dann abholen.

Da die eigenen Kapazitäten des bewirtschafteten Hektars erreicht sind, setzt sich der SoLaWiR e.V. dafür ein, weitere solidarische Landwirtschaften in der Region zu etablieren.

Nähere Infos gibt es unter www.solawir.de