Öko-Modell-Regionen

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Gold und Silber: Zwei Gewinner von “Bayerns besten Bio-Produkten” aus der Öko-Modellregion

 

„Rindersaftschinken“ vom Biohof Siegel und „D’Kräftige Allgäuer Glücksmoment“ der Bio-Schaukäserei Wiggensbach gehören zu Bayerns besten Bio-Produkten 2018

 

Landwirtschaftsminister Helmut Brunner und der Vorsitzende der Landesvereinigung für Ökologischen Landbau in Bayern (LVÖ) Josef Wetzstein haben am 20.01.2018 auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin wieder die zehn besten Bayerischen Bio-Produkte 2018 in den Kategorien Gold, Silber, Bronze und Innovation prämiert. Gleich zwei der Gewinner kommen in diesem Jahr aus der Öko-Modellregion Oberallgäu Kempten. Der Wettbewerb wird seit 2012 von der LVÖ Bayern initiiert und vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefördert. Das Interesse am Wettbewerb erreichte in diesem Jahr einen neuen Rekord: 47 Lebensmittelhersteller und Direktvermarkter aus Bayern nahmen mit insgesamt 73 Produkten teil.

 

Dass unter den Gewinnern gleich zwei Unternehmen aus der Öko-Modellregion sind, freute die Allgäuer besonders. Mit Milch und Fleisch sind die beiden wichtigsten regionalen Erzeugnisse vertreten, mit denen die Biobetriebe sich bayernweit messen lassen können. „Wir können stolz darauf sein, dass wir in der Region so viele engagierte Bio-Betriebe haben, die hochwertige Qualitätsprodukte herstellen und dabei Innovation und traditionelle Herstellung miteinander verbinden“, sagt Landrat Anton Klotz.

 

Mehr zu den Gewinnern

Der Bioland-Betrieb Siegel aus Missen-Wilhams wurde mit seinem „Rindersaftschinken“, einem saftigen, aromatischen Schinken von bester Qualität, mit Silber ausgezeichnet. Mit seinem Betrieb orientiert er sich am Grundsatz Tierwohl von der Geburt bis zum Tod. Die etwa 60 Rinder der überwiegend alten Rassen – Original Braunvieh, Pinzgauer, Grauvieh – dürfen ihre Hörner behalten und weiden auf kräuterreichen Bergweiden. Neben der Mutterkuhhaltung setzt Siegel dabei bereits auf Kooperationen mit befreundeten Milch-viehbetrieben, von denen er Kälber zukauft und diese in seinem Betrieb mästet. Diesen Ansatz möchte er noch stärker ausbauen und engagiert sich damit im Projekt der Öko-Modellregion Oberallgäu Kempten, in dem Vermarktungsmöglichkeiten für Bio-Kälber entwickelt werden. Dazu werden Betriebskooperationen auf regionaler Ebene initiiert und bei der Vermarktung unterstützt, um die Wertschöpfungskette für die Bio-Tiere aus Milchviehbetrieben in der Region zu verankern.

Eine weitere Besonderheit zeichnet den Rindersaftschinken aus: Betriebsleiter Herbert Siegel setzt seit vergangenem Jahr auf die Schlachtung per Weideschuss in Kombination mit der mobilen Schlachtbox. Dadurch lassen sich Lebendtransporte vermeiden, der Tod der Tiere ist angstfrei und die hohe Fleischqualität der Siegelschen Rinder wird nicht am Ende durch die Ausschüttung von Stresshormonen gemindert.

 

Mit Gold ausgezeichnet wurde der neue „kräftige Allgäuer Glücksmoment“ der Bio-Schaukäserei Wiggensbach. Mit einer Dauer von zehn Monaten durchläuft der Hartkäse eine in ganz Bayern exklusive Reifezeit im hauseigenen Ziegelgewölbekeller, der 2017 fertiggestellt wurde. Dabei entsteht ein einzigartiges Aroma, durchsetzt von feinen Salzkristallen. Mit dieser Art der Reifung und der naturbelassenen Rinde setzen die Wiggensbacher ganz auf die handwerkliche Tradition der Herstellung.

Die 17 Allgäuer Bio-Bauernhöfe der Schaukäserei produzieren ausschließlich Bio-Heumilch und liegen alle in einem Umkreis von 20 Kilometern um die Käserei. Seit 2017 wurde die ehemalige GmbH in eine Genossenschaft (eG) umstrukturiert, um den gemeinsamen Geschäftsbetrieb noch stärker hervorzuheben und aus Lieferanten Partner zu machen.

 

Für „Bayerns beste Bio-Produkte“ konnten sich Bayerische Verarbeiter und Direktvermarkter von Bio-Lebensmitteln mit Produkten bewerben, die zu mindestens zwei Dritteln aus Bayerischen Rohstoffen bestehen. Eine unabhängige Jury bewertete die eingereichten Produkte nach sensorischen Eigenschaften wie Geschmack oder Aussehen, legte aber auch großen Wert auf weitere Kriterien wie einen regionalen Rohwarenbezug, die Unternehmensphilosophie und das Engagement für die Umwelt, die Region und im sozialen Bereich.

 

Alle Gewinner sind auf der Wettbewerbs-Homepage zu finden: www.bayerns-beste-bioprodukte.de

 

Gold für die Bio-Schaukäserei Wiggensbach - (v.l.n.r.): Josef Wetzstein (LVÖ Bayern), Jakob Zeller, Robert Röhrle und Franz Berchtold (Bio-Schaukäserei Wiggensbach), Minister Helmut Brunner, Bio-Königin Eva I.
Foto: LVÖ Bayern/Christoph AssmannSilber für den Biohof Siegel - (v.l.n.r.): Josef Wetzstein (LVÖ Bayern), Herbert und Erika Siegel (Biohof Siegel), Minister Helmut Brunner, Cordula Rutz (LVÖ Bayern), Bio-Königin Eva I.
Foto: LVÖ Bayern/Christoph AssmannDie Allgäuer Gewinner von Bayerns beste Bio-Produkte 2018 - (v.l.n.r.): Franz Berchtold, Robert Röhrle und Jakob Zeller (Bio-Schaukäserei Wiggensbach), Minister Helmut Brunner, Herbert und Erika Siegel (Biohof Siegel), Sarah Diem (Öko-Modellregion), Josef Wetzstein (LVÖ Bayern)
Foto: Denkinger KommunikationAlle Gewinner 2018 - Foto: LVÖ Bayern/Christoph Assmann

 


 

 

Infobrief

Seit Ende Februar 2016 ist unsere Öko-Modellregion im Landkreis Oberallgäu und der Stadt Kempten nun bereits aktiv! Mit unserem Infobrief möchten wir Sie regelmäßig über unsere Aktivitäten, interessante Termine in unserer Region und Veröffentlichungen rund um die Themen Landwirtschaft, Nachhaltigkeit, Verpflegung und Bildung informieren. Wenn Sie in den Verteiler aufgenommen werden möchten, schreiben Sie bitte eine E-Mail an die Projektmanagerin Sarah Diem.

 

Infobrief Nr. 1 – Dezember 2016 (PDF)

Infobrief Nr. 2 – März 2017 (PDF)

Infobrief Nr. 3 – Mai 2017 (PDF)

Infobrief Nr. 4 – August 2017 (PDF)

Infobrief Nr. 5 – Januar 2018 (PDF)

 


 

Auftaktveranstaltung der Öko-Modellregion Oberallgäu Kempten am 04. Mai 2016 im Hotel-Restaurant Krone in Immenstadt-Stein
Auf Grundlage der erfolgreichen Bewerbung beim bayerischen Staatsministerium, die vom Bio-Ring Allgäu maßgeblich mit vorangetrieben wurde, sind der Landkreis Oberallgäu und die Stadt Kempten seit Mai 2015 zur Öko-Modellregion ernannt. Verbunden damit ist die Förderung eines Projektmanagements. Das Startsignal für die Umsetzungsphase des zweijährigen Projekts setzten die Projektträger und Projektmanagerin Sarah Diem am 04. Mai 2016 bei einer Auftaktveranstaltung in Immenstadt-Stein.

 

Eingeladen ins Hotel-Restaurant Krone waren Landwirte, Verarbeiter und Vermarkter, Behörden- und Verbandsvertreter sowie Akteure aus Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung und Gastronomie. Landrat Anton Klotz und Oberbürgermeister Thomas Kiechle begrüßten die knapp 100 Teilnehmer und verdeutlichten das Ziel der Öko-Modellregion, den Bedarf an Bio-Produkten in unserer Region mit eigenen Erzeugnissen zu decken. Wie eine gelungene Zusammenarbeit unterschiedlicher Partner in einem Netzwerk aussehen kann, präsentierte anschaulich Adriane Schua, Vorsitzende des Dachvereins UNSER LAND e.V..

 

Nach einem bio-regionalen Mittagsmenü und intensivem Austausch untereinander brachten sich die Teilnehmer in sechs Workshops rege ein. Dabei wurden zu folgenden Themen erste Ziele diskutiert und konkrete Perspektiven ausgelotet:

 

  • Regionale Mast und Vermarktung der Bio-Kälber
  • Ausweitung der Produktvielfalt beispielsweise in den Bereichen Ziegen- und Schafmilch, Gemüse, Eier oder Honig
  • Alpwirtschaft in der Öko-Modellregion
  • Bio-regionale Produkte in der Gastronomie und in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung
  • Regionale Logistikstrukturen

 

Basierend auf den Ergebnissen der Workshops wurden Arbeitsgruppen gegründet:

 

Fotodokumentation der Auftaktveranstaltung:

Fotodokumentation Auftaktveranstaltung (PDF)

 

Presse:

06.05.2016: „Bio“ im Oberallgäu auf die Beine helfen, mit freundlicher Genehmigung der Allgäuer Zeitung (PDF)

19.05.2016: Gelungener Startschuss, aus: Allgäuer Bauernblatt (PDF)

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