Öko-Modell-Regionen

Projekte / Bio-Kälber aus Milchviehbetrieben und Weidefleisch

Infoveranstaltung zur Aufzucht und Vermarktung von Bio-Kälbern aus Milchviehbetrieben

 

Auf große Resonanz mit rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stieß die Infoveranstaltung der Öko-Modellregion in Kooperation mit den Bio-Verbänden am 10.03.2017. Im Zentrum stand die Frage, wie die aktuelle Vermarktungssituation für Bio-Kälber aus Milchviehbetrieben verbessert werden kann und welche Aufzuchtmöglichkeiten denkbar sind. Demeter-Berater Ulrich Mück brachte es in seiner Einführung auf den Punkt: Milch und Fleisch gehören zusammen! Johannes Enzler von der LfL erläuterte die Produktionsvoraussetzungen für die Rindfleischerzeugung nach EG-Öko-Verordnung. Dr. Lukas Kiefer, Uni Hohenheim, stellte verschiedene Verfahren zur Aufzucht und Mast von Bio-Kälbern und deren Ökonomik anhand von acht Praxisbetrieben vor. Als Praktiker stellten Susanne und Rudolf Holzer ihren Betrieb mit Kälbermast an Ammenkühen vor, der von Bioland-Berater Konrad Stöger auch wirt-schaftlich betrachtet wurde. Schließlich erläuterte Ernst Wirthensohn die Vermarktungsschienen von Bio-Rindfleisch aus dem Allgäu über die Firma Feneberg. Für die Vermarktung an den Bio-Lebensmittelhandel werden jährlich rund 500 Biomastkälber gesucht.

 

Presse

18.03.2017: Mit Bio-Kälbern punkten, aus: Allgäuer Anzeigeblatt (PDF)

07.04.2017: Milch und Fleisch!, aus: Unser Allgäu / Bay. LW Wochenblatt (PDF)

 

Allgäuer Betriebe, die selbst aktiv werden wollen, haben sich im Sommer 2017 zu einer Arbeitsgruppe zusammengefunden, um sich gemeinsame Strategien zu erarbeiten. Wer sich hier anschließen möchte, kann gerne Kontakt mit der Projektmanagerin aufnehmen.

 

Bio-Kälber - Foto: Daniel DelangDr. Lukas Kiefer über Verfahren und Ökonomik der Bio-Kälberaufzucht; Foto: Sarah DiemInfoveranstaltung zur Aufzucht und Vermarktung von Bio-Kälbern aus Milchviehbetrieben; Foto: Sarah Diem

 


 

 

Immer mehr Verbraucher setzen sich kritisch mit der Tierhaltung auseinander und erwarten gerade von der ökologischen Landwirtschaft, dass die Tiere artgerecht gehalten werden. Aktuell verlässt ein Großteil der Bullenkälber, die in den Bio-Milchviehbetrieben geboren werden, die Region. Sie werden konventionell gemästet. Das ist eine Zustand, den viele Landwirte ändern wollen. Die jungen Bullenkälber sollen in der Region artgerecht aufwachsen dürfen. Um das zu ermöglichen, finden sich im Allgäu gerade einige Biomilchbauern zusammen. Sie suchen nach Lösungen für die Aufzucht und Vermarktung der Bullenkälber. Begleitet werden Sie dabei von der Öko-Modellregion Oberallgäu.

 

Denkbar sind Kooperationen zwischen Mutterkuhhaltern und Milchbauern – dann würde eine Mutterkuh zwei Kälber aufziehen. Oder die Bullenkälber werden von einem Landwirt auf der Weide gemästet, der sich darauf spezialisiert. Denkbar ist vieles. Eine mögliche Strategie soll bald erdacht und erprobt werden. Zum Gelingen braucht es loyale Vermarktungspartner und den Verbraucher – Sensibilisierung und Aufklärung sind gefragt, damit der Verbraucher bereit ist, einen fairen Preis zu zahlen. Interessierte Landwirte, Metzger und Handelsunternehmen sind herzlich eingeladen, sich dieser beginnenden Initiative anzuschließen.

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