Öko-Modell-Regionen

Projekte / Diversifizierungsbörse

Wie kann es gelingen, jungen Menschen den Einstieg in die Landwirtschaft zu ermöglichen? Wie können wir in der Region wieder mehr Gemüse anbauen und den Versorgungsgrad aus der Region erhöhen?

 

Diese Fragen, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben, motivieren im Allgäu und auch andernorts Landwirte zu einem Umdenken: Es braucht Möglichkeiten für junge Menschen, in einen bestehenden Betrieb mit einem eigenen landwirtschaftliche Unternehmen einzusteigen und sich so eine Existenz aufzubauen.

 

Die Idee ist einfach: Landwirte stellen Flächen, Maschinen und ggf. Wohnraum langfristig zur Verfügung und ermöglichen damit jungen Quereinsteigern eine Existenz. Hühnermobile auf der Mutterkuhweide. Ein Gemüseacker beim Milchviehbetrieb. Ohne allzu große Investitionen könnten Junggärtner und Landwirte einen neuen Betriebszweig aufbauen. Der Hof selbst wird belebt, man lernt, sich gegenseitig auszuhelfen. Eine Wohltat gerade für Landwirte mit Tierhaltung, die eigentlich rund um das Jahr, Tag für Tag in den Stall müssen.  Soweit, so gut. Doch, „Der Wert einer Idee liegt in seiner Umsetzung“ wusste schon Thomas Edison, der Erfinder der Glühbirne. Wie und ob dieses Konzept in der Umsetzung funktioniert, dass wollen einige Allgäuer Biolandwirte herausfinden. Bei den eher kleinteiligen Vorhaben ist der regionale Absatz und der faire Preis ein Muss – sei es nun über den regionalen Handel, die Gastronomie oder solidarische Landwirtschaft und Direktvermarktung.

 

Gelingt das Experiment, dann gäbe es eine wirksame Lösung für zwei fataler Entwicklungen in der Landwirtschaft: Die Entwicklung der Bodenpreise und die Kosten pro Arbeitsplatz in der Landwirtschaft. So hat sich die Öko-Modellregion erste Schritte vorgenommen. Frei nach einem weiteren Zitat von Edison: „Es ist besser, unvollkommen anzupacken, anstatt perfekt zu zögern.“

 

Hintergrund und Fakten:
Wird das gesamte in Produktionsanlagen gesteckte Vermögen der Landwirtschaft (ohne Grund und Boden) auf die Zahl der Erwerbstätigen umgelegt, kostet heute ein Arbeitsplatz in der Landwirtschaft rund 281 000 Euro. In der Industrie zum Beispiel fällt die Kapitalintensität mit 170 000 Euro je Erwerbstätigen deutlich niedriger aus. Im Handel sind es sogar nur 55 000 Euro und im Baugewerbe 34 000 Euro. Damit produziert die Landwirtschaft erheblich kapitalintensiver als weiter Bereiche der übrigen Wirtschaft.

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