Öko-Modell-Regionen

Projekte / Entwicklungsperspektive Ökolandbau

Ist der ökologische Landbau eine lohnenswerte Perspektive für mich? Was muss ich an meinem Stall ändern? Wie schaut eine Zertifizierung aus? Wer nimmt mir meine Erzeugnisse ab? Wie wird der Boden im Ökolandbau bearbeitet?

 

Die Auszeichnung als Öko-Modellregion hat für viele Seiten Vorteile: Die geförderte Stelle ermöglicht auch für die Betriebe in der Modellregion eine „moralische“ Begleitung bei der Umstellungsentscheidung wie auch während der Phase der Umstellung. Gerade während der Entscheidungsfindung und in der Zeit der Umstellung von konventionellen auf ökologischen Landbau gibt es viele Unsicherheiten. Wer ist für welche Themen und zu welchem Zeitpunkt der/die richtige AnsprechpartnerIn? Ob Fachzentren, Erzeugerringe oder Kontrollstellen – es hilft einfach, wenn Rat und Unterstützung unverbindlich und schnell verfügbar sind. Denn manchmal ist es auch schlicht der Faktor, jemanden an seiner Seite zu wissen, der Mut macht und immer wieder Zuversicht stiftet. Die fachliche Begleitung hat immer auch eine menschliche Komponente, deren Bedeutung nicht zu unterschätzen ist.

 

Die Ansprechpartner der Öko-Modellregion sind hier gerne eine erste Anlaufstelle. Sie sind vernetzt mit den staatlichen Stellen, den Anbauverbänden und den Beratern vor Ort. Sie haben Zugriff zu wissenschaftlichen Publikationen, zu Fördermöglichkeiten und zu Praxiswissen. Zu den relevanten und aktuellen Themen der Region werden auch immer wieder Praktiker-Workshops und Informationsveranstaltungen angeboten. Corinna Ullrich ist eine erste Anlaufstelle in der Region für Fragen jeder Art. Sie hilft, an klare, relevante und auf die persönliche Situation zugeschnittene Informationen zu kommen.

 

Gerne werden auch Exkursionen zu Betrieben aus dem bayernweiten BioRegio-Betriebsnetz organisiert, die mit besonderen Bodenaufbaumaßnahmen, Anbautechniken oder spezieller Vermarktung punkten. Um zu sehen, wie Menschen mit unterschiedlichsten Ansätzen Erfolg haben. Landwirten, die ihre Vision mit Mut, Engagement und häufig auch Ausdauer umsetzen. Das ist für viele der Impuls, den es braucht, auch selbst den mutigen Schritt zu wagen.

 


 

Landwirtschaft auf hohem Niveau - Ehrung der Junglandwirtin Chrinstina Putz vom Bognerhof  – 

 

Am achten September fanden sich Bgm. Herrmann Baumann, 1. Vorsitzender des Landschaftspflegeverbands Passau, Manfred Niggl, 3. Bgm. der Gemeinde Perlesreut und Corinna Ullrich, Projektmanagerin der Ökomodellregion Ilzer Land auf dem Bognerhof bei Familie Putz in Hötzerreut ein, um Christina Putz zu ihrem hervorragenden Abschluss als Jahrgangsbeste im Beruf Landwirtin zu gratulieren. Herrmann Baumann beglückwünschte zu der guten Leistung und betonte, dass er sich freue, wenn gut ausgebildete junge Menschen in der Region bleiben und sogar den elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb weiterführen. Als Mitarbeiterin des Landschaftspflegeverbands Passau und Öko-Junglandwirtin in der ILE Ilzer Land sei Christina Putz eine echte Bereicherung für die ILE. Auch Manfred Niggl ist stolz auf den guten Abschluss von Christina Putz und freut sich, sie in seiner Gemeinde Perlesreut wohnhaft zu wissen. Die Bürgermeister ließen es sich nicht nehmen einen ausführlichen Rundgang über den vielfältigen Betrieb zu machen und scheuten sich nicht davor sich von den freundlichen Mutterkühen der Rasse Rotes Höhenvieh auf der Weide begrüßen zu lassen.

 

Im Anschluss das Gespräch zwischen Corinna Ullrich, Projektmanagerin der Ökomodellregion Ilzer Land und Christina Putz:
Christina, Sie haben dieses Jahr im Rahmen Ihrer Bila-Ausbildung die Prüfung zum staatlich anerkannten Landwirt als Jahrgangsbeste abgeschlossen. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Erfolg. Was versteckt sich hinter dem Namen BILA und was haben Sie dort gelernt?
BILA steht für Bildungsprogramm Landwirt. Es ermöglicht Personen neben ihrem außerlandwirtschaftlichen Beruf sich im Bereich Landwirtschaft weiterzubilden oder sogar den Abschluss „Landwirt“ zu erlangen. Man lernt dort Grundlagen zur Tier- und Pflanzenproduktion und hilfreiches Wissen zur Betriebsführung. Neben den Bila-Kursen am AELF in Passau habe ich weitere Kurse an der Ökoakademie LVFZ Kringell besucht, um mich auch mit dem ökologischen Landbau zu befassen.
Sie haben Biologie studiert und nun trotzdem noch eine Ausbildung gemacht, wofür der Aufwand?
Durch diese Ausbildung hatte ich die Chance mir noch zusätzliches Wissen anzueignen, um den landwirtschaftlichen Betrieb meiner Eltern weiterzuführen. Da ich bereits jetzt im Betrieb mitarbeite, konnte ich das Gelernte sofort in die Praxis umsetzen und in den Betriebsablauf einbringen.
Was ist der momentane Schwerpunkt des Betriebs?
Der momentane Schwerpunkt des Betriebs liegt auf der Milchviehwirtschaft mit knapp 30 Fleckviehkühen und der entsprechenden Nachzucht. Neben der Grundfuttergewinnung auf Wiesen und Weiden, bauen  wir auf den Ackerflächen  Sommer- und Wintergerste, sowie Hafer und Kleegras an.
Sie wollen also mit ihrem Lebensgefährten die Landwirtschaft Ihrer Eltern übernehmen und dabei auf die Ökologische Wirtschaftsweise umstellen? Warum haben Sie sich dazu entschieden?
Den Betrieb führen derzeit meine Eltern, jedoch arbeiten wir bereits auf dem Hof mit. Wir stellen die Betriebsweise gerade gemeinsam um und wirtschaften seit diesem Jahr nach ökologischen Richtlinien. Die Kühe bekommen sowieso seitjeher frisches Gras im Sommer und das Jungvieh ist in den letzten Jahren wieder auf der Weide.  Mein im Biologiestudium erlangtes Wissen sowie die Tätigkeit in der Landschaftspflege haben die Überzeugung gestärkt den Betrieb traditionsorientiert und ökologisch weiter zu bewirtschaften.

 

War es sehr schwierig Ihre Eltern davon zu überzeugen?
Wir haben die Idee in der Familie besprochen, andere Öko-Landwirte besucht und dann gemeinsam beschlossen auf die ökologische Wirtschaftsweise umzustellen.
Welche Bedeutung hat die Umstellung auf ÖKo für Sie und den Betrieb? Was ändert sich für die Tierhaltung, was für die Arbeitswirtschaft und welche Umbaumaßnahmen sind deshalb nötig?
Die Umstellung bedeutet zwar eine gewisse Herausforderung, jedoch eine umso größere Motivation für alle, da sich jeder mit viel Kreativität einbringen kann. Der alte Anbindestall wird gerade auf einen Laufstall mit Auslauf und Melkstand umgebaut, um den Tieren mehr Bewegungsfreiheit und Komfort zu ermöglichen. Wir haben nun auf den Ackerflächen eine konsequentere Fruchtfolge mit zweijährigem Kleegras eingeführt, um dadurch die Unkrautbelastung zu minimieren und auf Pflanzenschutzmittel verzichten zu können.

 

Christina und Tobias, welche Visionen und Wünsche habt ihr für die Weiterführung des Betriebes, wo soll es hingehen?
Wir wollen den >Bognerhof< traditionell weiterführen, das heißt die Vielfalt auf und um den Hof erhalten. Zum einen sollen neben den Milchkühen auch die Mutterkühe der Rasse Rotes Höhenvieh, unsere Waldschafe, sowie Hühner und Bienen ein fester Bestandteil des Betriebes bleiben. Zum anderen wird ein Teil der Wiesen nur noch dreimal pro Jahr gemäht, um der Natur, also den Tieren und Pflanzen, wieder einen Platz zu geben. Außerdem haben wir neue Obstbäume gepflanzt, bauen vermehrt Gemüse an und wollen künftig auch Neues integrieren, wie z.B. Dinkelanbau, Ammenkühe und Umweltbildung.

 


 

Presse

30.05.2016: Grünlandbewirtschaftung mit Anspruch (PDF)

pnp_mutterkuhhaltung

pnp_oeko-ackerbau

Kontakt