Öko-Modell-Regionen

Projekte / Bio in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung

Bio ist in aller Munde. Vor allem das Bekenntnis zum Kauf der Ökoprodukte gewinnt rasant, aber auch die Eigenverpflegung mit Biolebensmitteln steigt kontinuierlich. So wächst der Umsatz von Biolebensmitteln seit Jahren über 10 %.

 

Wie sieht es mit den Versorgungseinrichtungen aus öffentlicher Hand aus? Gerade in Schulen und Kindergärten ist der Einsatz von Biolebensmitteln besonders sinnvoll. Besonders in einer Zeit, in der in der Familie immer seltener gekocht wird. Hier sind der Staat und im Besonderen die Bildungseinrichtungen aufgefordert, das Geschmacksempfinden, das Bewusstsein für und die Wertschätzung von hochwertigen Nahrungsmitteln zu schulen. Freilich soll`s nicht nur Bio sein, sondern im besten Fall auch noch regional, saisonal und vollwertig.

 

Als Gastwirtschaft bietet Ihnen die Aufnahme von deklarierten Biolebensmitteln oder ganzen Bio-Speisen in Ihre Speisekarte eine interessante Möglichkeit zusätzliche Zielgruppen anzusprechen. Gerade im Tourismusbereich wächst die Zahl derer, die gezielt nach Möglichkeiten suchen auch im Urlaub ökologisch essen gehen zu können.

 

Nur wie kann das trotz knappen finanziellem Spielraum gelingen? Ist eine Biozertifizierung machbar und nicht zu aufwendig? Gerne informieren wir Sie über Anforderungen und Möglichkeiten, die mit einer Biozertifizierung auf Sie zukommen und nennen Ihnen regionale Bio-Lieferanten. Es muss nicht gleich ein Umstieg auf ein volles Biosortiment sein. Sie können auch damit beginnen einzelne Produktgruppen, z.B. Gemüse und/oder Fleisch in Bioqualität einzukaufen.

 

Die ÖMR Ilzer Land veranstaltete zu diesem Thema bereits einen Kochworkshop mit dem Bio-Koch Bielen und eine Informationsveranstaltung zur Zertifizierung von Gastronomiebetrieben. Der Metzgerei-Betrieb und Schulcaterer Simon Pleintinger hat sich daraufhin entschlossen, den Schritt in die Biozertifizierung zu wagen und ein mehrmonatiges Coaching beim Biokoch-Bielen begonnen. Seine Wünsche und Ziele lesen Sie auch im Porträt von Simon Pleintinger.

 

Merkblätter:

 


 

Regional und ökologisch kochen – BioRegio: Köche lernen von Coach Gilbert Biehlen in Kringell

Text von Theresia Wildfeuer.

 

Bayerischen Reis aus alten Weizen- und Dinkelsorten, Frühlingsgemüsetaschen und scharfes Weißkraut – saisonale Gerichte aus regionalen und ökologischen Zutaten haben Caterer und Köche von Schulen und Kliniken sowie Gastwirte beim Kochevent “BioRegio” gekocht. Sie standen in der neuen Bio-Seminarküche des Lehr-, Versuchs- und Fachzentrums für ökologischen Landbau und Tierhaltung sowie der Öko-Akademie in Kringell mit Coach Gilbert Biehlen, Küchenchef am Kinderkrankenhaus Landshut, am Herd. Anliegen der Auftaktveranstaltung des Coaching-Projekts war, gemäß dem Ziel von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, den Anteil regionaler und ökologischer Lebensmittel in Gemeinschaftsverpflegungen der Öko-Modellregion “Ilzer Land” zu erhöhen.
Beim Kochen mit Gilbert Biehlen bereiteten die Köche schmackhafte Gerichte aus Bio-Lebensmitteln. Zu den Rennern zählte karamelisiertes Blaukraut mit Urkorn – auch bayerischer Reis genannt. Vollkorn-Wrap mit Frühlingsgemüse oder eine süße Pizza aus Hefeteig mit Beeren und Obst fanden ebenfalls Anklang.

 

“Nicht immer in die Ferne denken, sondern einfach”, betonte Biehlen, der selbst im Kinderkrankenhaus Landshut zu 100 Prozent Bioprodukte verwertet. Er empfahl den Köchen, weg von Convenience-Produkten zu kommen und wieder selbst alle Zutaten zu verarbeiten. Wer weniger Fleisch einsetzt, könne die Kosten senken. Die Anwesenden betonten die Wertschätzung für ökologische Lebensmittel, die auch die Anhebung des Preises rechtfertigten.

 

“Bio in der Gemeinschaftsverpflegung wird immer wichtiger”, sagte Corinna Ullrich, Projektmanagerin der Öko-Modellregion Ilzer Land, die das “Koch-Event” organisierte. In Österreich oder Dänemark sei der Anteil bereits sehr hoch. Sie will Erzeuger und Produzenten oder Verarbeitende zusammenbringen. Ihr war der Austausch der Teilnehmer untereinander wichtig. Das Coaching-Projekt wolle die Nachfrage nach Bio- und regionalen Produkten steigern, sagte Monika Rothbächer vom Fachzentrum für Ernährung und Gemeinschaftsverpflegung Niederbayern am AELF Landshut, das das Projekt “BioRegio in der bayerischen Gemeinschaftsverpflegung” finanziert. Eine der beteiligten Einrichtungen erhalte ein viermonatiges Coaching. Johann Blöchinger, Leiter des Fachzentrums für ökologischen Landbau und der Öko-Akademie Kringell, stellte den Teilnehmern seinen Betrieb vor. Die Köche und Wirte seien die erste Gruppe in der neuen Schulungsküche.

 

Gilbert Biehlen übernimmt das viermonatige Coaching für eine der beteiligten Einrichtungen. Er möchte die Köche dabei begleiten, mehr regionale und biologische Produkte einzusetzen. Beim gemeinsamen Essen lud er die Teilnehmer zudem in seine Küche im Kinderkrankenhaus zum gemeinsamen Kochen ein.

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