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Projekte / Isentaler des Monats

Mai 2018 – Das Rebhuhn
Geht man im Frühjahr morgens auf einen Spaziergang, so ist ein wohlklingendes Konzert aus vielfältigen Vogelstimmen zu hören. Hört man genau hin, sind auch schnarrende, vogeluntypische Geräusche zu hören – es ist der Revierruf des männlichen Rebhuhns. Der Hühnervogel ist dank seines braunen Gefieders kaum zu entdecken und hervorragend getarnt. Meist bewegt sich das Rebhuhn schreitend vorwärts, es kann aber auch schnell laufen. Der Flug erfolgt meist flach über dem Boden mit längeren Gleitstrecken. Ist Gefahr in Verzug, drückt sich das Rebhuhn flach an den Boden.
Das Rebhuhn ist in Mitteleuropa heute überwiegend ein Charaktervogel der Feldflur und der Brachflächen. Der Vogel war ursprünglich ein Steppenbewohner, der durch die landwirtschaftliche Nutzung zum Kulturfolger wurde.
Das Weibchen legt eine Mulde im Boden als Nest an – bevorzugt in guter Deckung, z.B. Feldraine, Weg- und Grabenränder, Hecken, Gehölz- und Waldränder. Im Mai legt das Rebhuhn etwa 15 einfarbige, blass-olivbraune bis bräunlich-graue Eier. Nach 24 Tagen schlüpfen die Küken, die nach zwei Wochen flugfähig sind und nach weiteren drei  Wochen selbständig. Sie bleiben aber bis in den Winter im Familienverband. Das Rebhuhn beschränkt sich in der Regel auf eine Jahresbrut, bei frühem Gelegeverlust ist jedoch ein Nachgelege möglich.
In den ersten Lebenswochen ernährt sich das Rebhuhn vor allem von Insekten und deren Larven wie Ameisen, kleinen Käfern, Schmetterlingsraupen und Blattläusen. Altvögel bevorzugen pflanzliche Nahrung wie grüne Pflanzenteile, Getreidekörner und die Samen von Wildkräutern.
Die Einengung seines Lebensraums, ein schrumpfendes Nahrungsangebot, aber auch die fortdauernde Bejagung brachten das Rebhuhn bundesweit auf die Rote Liste der gefährdeten Vogelarten. Hauptursachen für den Bestandsrückgang ist die stetige Intensivierung und Technisierung der Landwirtschaft. Weitere Faktoren sind Verluste durch Witterung, Prädatoren und Straßenverkehr.
Zum Schutz des Rebhuhns sind Extensivierungsmaßnahmen in der Landwirtschaft unumgänglich, die kleinparzelligere Ackerflächen mit Feldrainen für ein ausreichendes Angebot an Nahrungspflanzen und Insekten schaffen. Der Einsatz von Düngemitteln, Herbiziden und Insektiziden ist ebenfalls deutlich einzuschränken, um Wildkräutern und den Insekten wieder eine Überlebenschance zu geben. Auch eine Erhöhung des Brachflächenanteils käme dem Rebhuhn zugute; ebenso das zeitweilige Belassen von Stoppelfeldern, die heutzutage meist gleich nach der Ernte umgebrochen werden. Auf die Bejagung des Rebhuhns sollte angesichts der stark geschrumpften Zahlen verzichtet werden.

 


 

März 2018 – Honig- und Wildbienen – ein Dreamteam
Die Veranstaltung „Landwirtschaft und Bienen – eine Symbiose“ in Stierberg am 22. Februar war so gut besucht, dass die Räumlichkeit schnell zu klein wurde. Das Thema Insektensterben bewegt doch viele Menschen verschiedenster Berufssparten, wie die Veranstaltung gezeigt hat. Honigbienen allein reichen nicht aus, um die Bestäubung unserer Kulturpflanzen zu gewährleisten. Wildbienen erhöhen überall auf der Erde den Fruchtansatz und damit die Erträge, selbst wenn bereits viele Honigbienen ein Feld besuchen. In den heutigen Agrarlandschaften geht die Zahl wilder Bestäuber zurück. Das ist das Ergebnis eines internationalen Forscherteams, das die Bestäubungsleistung von Wildbienen und Honigbienen im globalen Maßstab verglichen. Sie wollten herausfinden, ob Honigbienen die Bestäubung von Kulturpflanzen alleine gewährleisten können und wie sich der Verlust wilder Bestäuber auf die Erträge wichtiger Nutzpflanzen auswirkt. Es wurden mehr als 41 verschiedene Anbausysteme untersucht: Obstkulturen, Getreide, Nüsse und Kaffee; von ausgedehnten Monokulturen bis hin zur diversifizierten Kleinfelderwirtschaft.
Blütenpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen, um Früchte und Samen auszubilden. Heute ist es daher gängige Praxis, Honigbienen in Rapsfelder, Sonnenblumen-, Erdbeer- oder Blaubeerplantagen zu bringen, damit sie dort die Blüten bestäuben. Honigbienen können nur einen Grundertrag der Ernte sicherstellen. Höhere und stabilere Erträge könnte die Landwirtschaft erzielen, wenn sie die Bestäubungsleistung wildlebender Insekten überall optimal nutzen würde.
Wildlebende Bienen wie Hummeln, Mauerbienen und Blattschneiderbienen leben in natürlichen oder naturnahen Lebensräumen wie beispielsweise an Waldrändern, Hecken oder Grasland. Dort finden sie Nahrung und Nistplätze. Die intensive Landwirtschaft lässt immer weniger Raum für wilde Insekten. Randflächen werden systematisch in Ackerland umgewandelt. Auch Pestizide, großflächige Monokulturen und Parasiten bedrohen die Populationen. Die fortschreitende Flächenversiegelung tut noch ihr Übriges dazu. In vielen Agrarlandschaften hat die Insektenvielfalt und Anzahl bereits deutlich abgenommen. In der Folge werden auch Nutzpflanzen seltener von wilden Bestäubern besucht.
Wie sich zeigt, spielt die Artenvielfalt in Agrarlandschaften eine große Rolle für die Sicherung der landwirtschaftlichen Erträge. Eine große Anzahl wildlebender Insekten steigert in allen Anbausystemen den Anteil befruchteter Blüten. Honigbienen erreichen diesen positiven Effekt nur in 14 Prozent der untersuchten Anbausysteme. 100 Honigbienen plus 50 Wildbienen bestäuben ein Feld viel effektiver als 150 Honigbienen. Dies führt zum Umkehrschluss, dass mit einem Rückgang der Wildbienenpopulation die Bestäubungsleistung dramatisch sinken könnte. Frucht- und samenreiche Kulturen wie Tomaten und Beerenobst wären hiervon besonders betroffen. Denn ihr Ertrag ist dadurch begrenzt, dass viele Blüten nicht adäquat befruchtet werden. Honigbienen allein können wilde Bestäuber nicht ersetzen. Biodiversität und landwirtschaftliche Produktion sind untrennbar miteinander verknüpft. Die Bestäubungsrate im Feld steigt mit der Anzahl und Vielfalt der Bestäuber. In den Agrarlandschaften ist die Artenvielfalt der Bestäuber wichtig, weil auch Honigbienen in vielen Gegenden immer seltener werden.
Ein Bestäuber freundliches Landmanagement kann dazu beitragen, die globalen Erträge vieler Kulturpflanzen weiter zu steigern und nachhaltig zu sichern. Wie kann die Biodiversität wildlebender Insekten in Agrarlandschaften gefördert werden? Indem wir Lebensräume für Honigbienen und Wildbienen schaffen. Maßnahmen hierzu sind der Schutz und die Renaturierung naturnaher Lebensräume und blütenreichere Landschaften, zum Beispiel durch das Anlegen von Blühstreifen und Hecken, blühende Stilllegungsflächen und Untersaaten, vielfältige Fruchtfolgen sowie die Förderung von Nistmöglichkeiten für wildlebende Bestäuber. Zudem gilt es nachhaltige Anbauverfahren zu etablieren und Pflanzenschutzmittel selektiver oder am besten erst gar nicht auszubringen.

Quelle:
Garibaldi L.A. et al. (2013): Wild pollinators enhance fruit set of crops regardless of honey-bee abundance. In: Science, (28. Februar 2013), DOI: 10.1126/science.1230200.

 


 

Dezember 2017 – Die Laubholzmistel

„Schau, da oben im Baum ist ein Nest“, meinte kürzlich ein kleines Mädchen beim Betrachten eines winterlich kahlen Laubbaums. Bei dem vermeintlichen Nest handelte es sich um eine große, fast kugelrund erscheinende Mistel, die Laubbaummistel. Eine so große Mistel ist min-destens 10 Jahre alt und kann einen Durchmesser von fast einem Meter erreichen. Die Blät-ter sind gelblich-grün und ledrig.
Die Pflanze besitzt weiße Beeren als Früchte, die im November/Dezember reifen. Sie werden gerne von Vögeln, vor allem der Misteldrossel, gefressen. Die Samen werden mit dem Kot ausgeschieden oder diese bleiben bereits beim Säubern des Schnabels an den Ästen kleben. So wird die Art von Baum zu Baum verbreitet. Die Mistel findet man an Apfelbäumen, Birken, Weiden, Pappeln, gelegentlich auch an Eichen und Eschen. In unseren Breiten kommen auch Misteln vor, die auf Nadelbäume wie die Tanne und Kiefer spezialisiert sind.
Misteln sind sogenannte Schmarotzer, weil sie auf Holz siedeln und mit ihren Saugorganen die Wasser- und Nährstoffversorgung des betroffenen Baums nutzen. Blattgrün können die Mis-teln jedoch selbst erzeugen, deshalb wird sie fachlich zu den Halbschmarotzern gezählt. Der Baum wird dadurch nicht sehr geschädigt, jedoch verkümmern die betroffenen Äste und ver-lieren die Blätter durch den Wassermangel.
Um die Mistel, die auch Hexenbesen genannt wird, ranken seit langer Zeit viele Mythen. So sagte man der Pflanze schützende Wirkung gegen Feuer oder Hexen zu. Misteln wurden da-her ans Haus gehängt. In der Heilkunde wird sie heute unter anderem gegen Bluthochdruck, Arteriosklerose und sogar in der Krebsbehandlung verwendet.
Die Art steht in Bayern inzwischen auf der Vorwarnstufe der Roten Liste. Dies bedeutet, dass die Laubholzmistel derzeit zwar nicht gefährdet ist, doch ein stetiger Rückgang bereits er-kennbar ist. „Schau, da oben im Baum ist ein Nest“, meinte kürzlich ein kleines Mädchen beim Betrachten eines winterlich kahlen Laubbaums. Bei dem vermeintlichen Nest handelte es sich um eine große, fast kugelrund erscheinende Mistel, die Laubbaummistel. Eine so große Mistel ist min-destens 10 Jahre alt und kann einen Durchmesser von fast einem Meter erreichen. Die Blät-ter sind gelblich-grün und ledrig.
Die Pflanze besitzt weiße Beeren als Früchte, die im November/Dezember reifen. Sie werden gerne von Vögeln, vor allem der Misteldrossel, gefressen. Die Samen werden mit dem Kot ausgeschieden oder diese bleiben bereits beim Säubern des Schnabels an den Ästen kleben. So wird die Art von Baum zu Baum verbreitet. Die Mistel findet man an Apfelbäumen, Birken, Weiden, Pappeln, gelegentlich auch an Eichen und Eschen. In unseren Breiten kommen auch Misteln vor, die auf Nadelbäume wie die Tanne und Kiefer spezialisiert sind.
Misteln sind sogenannte Schmarotzer, weil sie auf Holz siedeln und mit ihren Saugorganen die Wasser- und Nährstoffversorgung des betroffenen Baums nutzen. Blattgrün können die Mis-teln jedoch selbst erzeugen, deshalb wird sie fachlich zu den Halbschmarotzern gezählt. Der Baum wird dadurch nicht sehr geschädigt, jedoch verkümmern die betroffenen Äste und ver-lieren die Blätter durch den Wassermangel.
Um die Mistel, die auch Hexenbesen genannt wird, ranken seit langer Zeit viele Mythen. So sagte man der Pflanze schützende Wirkung gegen Feuer oder Hexen zu. Misteln wurden da-her ans Haus gehängt. In der Heilkunde wird sie heute unter anderem gegen Bluthochdruck, Arteriosklerose und sogar in der Krebsbehandlung verwendet.
Die Art steht in Bayern inzwischen auf der Vorwarnstufe der Roten Liste. Dies bedeutet, dass die Laubholzmistel derzeit zwar nicht gefährdet ist, doch ein stetiger Rückgang bereits er-kennbar ist. „Schau, da oben im Baum ist ein Nest“, meinte kürzlich ein kleines Mädchen beim Betrachten eines winterlich kahlen Laubbaums. Bei dem vermeintlichen Nest handelte es sich um eine große, fast kugelrund erscheinende Mistel, die Laubbaummistel. Eine so große Mistel ist min-destens 10 Jahre alt und kann einen Durchmesser von fast einem Meter erreichen. Die Blät-ter sind gelblich-grün und ledrig.
Die Pflanze besitzt weiße Beeren als Früchte, die im November/Dezember reifen. Sie werden gerne von Vögeln, vor allem der Misteldrossel, gefressen. Die Samen werden mit dem Kot ausgeschieden oder diese bleiben bereits beim Säubern des Schnabels an den Ästen kleben. So wird die Art von Baum zu Baum verbreitet. Die Mistel findet man an Apfelbäumen, Birken, Weiden, Pappeln, gelegentlich auch an Eichen und Eschen. In unseren Breiten kommen auch Misteln vor, die auf Nadelbäume wie die Tanne und Kiefer spezialisiert sind.
Misteln sind sogenannte Schmarotzer, weil sie auf Holz siedeln und mit ihren Saugorganen die Wasser- und Nährstoffversorgung des betroffenen Baums nutzen. Blattgrün können die Mis-teln jedoch selbst erzeugen, deshalb wird sie fachlich zu den Halbschmarotzern gezählt. Der Baum wird dadurch nicht sehr geschädigt, jedoch verkümmern die betroffenen Äste und ver-lieren die Blätter durch den Wassermangel.
Um die Mistel, die auch Hexenbesen genannt wird, ranken seit langer Zeit viele Mythen. So sagte man der Pflanze schützende Wirkung gegen Feuer oder Hexen zu. Misteln wurden da-her ans Haus gehängt. In der Heilkunde wird sie heute unter anderem gegen Bluthochdruck, Arteriosklerose und sogar in der Krebsbehandlung verwendet.
Die Art steht in Bayern inzwischen auf der Vorwarnstufe der Roten Liste. Dies bedeutet, dass die Laubholzmistel derzeit zwar nicht gefährdet ist, doch ein stetiger Rückgang bereits er-kennbar ist.

 


 

November 2017 – Die Nase

Den Isentaler des Monats haben wahrscheinlich erst wenige zu Gesicht bekommen – die Nase. Sie ist ein heimischer Fisch, der auch in der Isen vorkommt. Fische kennen die meisten nur vom Speiseteller. Aber als Speisefisch eignet sich die Nase mit ihren vielen Gräten weniger, auch wenn ihr Massenvorkommen noch Anfang des letzten Jahrhunderts die Eiweißversorgung der nicht so wohlhabenden Bevölkerung sicherte. Doch die Nase, namensgebend ist die lange Schnauze über einem unterständigen Maul, ist ein guter Zeiger für die Qualität des Lebensraums Fluss. Gute Wasserqualität und eine höhere Fließgeschwindigkeit sind für den Fisch aus der Familie der Karpfen von Bedeutung. Früher waren die Bestände der Nasen in der Isen so groß, dass man sie bei ihren Laichwanderungen waschkörbeweise aus dem Wasser holte und sogar an die Schweine verfüttert hat.
Die Nase, die zur Laichzeit von März bis Mai in Schwärmen auftritt, braucht Kiesbänke, an denen ein Rogner (weiblicher Fisch) 20.000 bis 100.000 Eier ablegt, die an sauberen Flusskieseln bis zum Schlupf der Fischlarven kleben. Fließt der Fluss aber zu langsam, verschlammen die Kiesbänke und neue können nicht entstehen. Die Art muss flussaufwärts wandern, um zu ihren Laichgewässern zu gelangen – und das ist in der Isen an einigen Stellen aufgrund von Wehren und Verbauungen nicht mehr möglich.
Zum Schutz und Erhalt der Nase und anderer Wasserlebewesen können sogenannte Umgehungsgerinne und Fischtreppen gebaut werden und das Wasser muss frei von Pflanzengift  gehalten werden. In den 80er Jahren hat man beobachtet, dass es nur noch Altfische gibt, und warum das so ist, konnte man sich nicht erklären. Mit dem Verbot des Unkrautvernichtungsmittels Atrazin Anfang der 90er haben sich wieder vermehrt Jungtiere eingestellt, denn diese brauchen Algen als überlebenswichtige Nahrungsgrundlage.

 


 

Oktober 2017 – die Dohle
Eisblaue Augen, graue Mütze und schwarzer Mantel, das trägt der Isentaler des Monats – die Dohle. Der Vogel des Jahres 2012 gehört der Familie der Rabenvögel an und ist, abgesehen von einigen Lücken, in ganz Bayern verbreitet. Die Dohlen brüten gerne in Kirchtürmen oder im Mauerwerk, wie beispielsweise im Kloster Zangberg. Der Landesbund für Vogelschutz unterstützt die Ansiedlung der Dohlen mit der Anbringung von Brutkästen an Gebäuden. Die speziellen Nistkästen werden von den Dohlen gerne angenommen. Ursprünglich nisteten die kecken Gesellen in Baumhöhlen, vor allem in alten Spechthöhlen.
Ihre Nahrung suchen sich die Dohlen gerne auf offenen Flächen wie kurz bewachsenem Grünland und Äckern oder Obstgärten.
Wie auch andere Raben und Krähen ist die Dohle ein Allesfresser. Der Schwerpunkt des Nahrungsspektrums liegt auf Samen und Insekten. Daneben frisst sie auch kleine Wirbeltiere, Schnecken, Aas und in Siedlungen auch menschliche Abfälle.
Gesammeltes Futter wird, wie bei allen Rabenvögeln, versteckt. Unverdauliche Nahrungsbestandteile werden als Gewölle hochgewürgt, aber beim Fressen in der Regel gemieden.
Die Dohle ist ein sehr sozialer Vogel. Wenn ausreichend Nistplätze vorhanden sind, brütet sie in Kolonien. Das Nest besteht aus einem Unterbau von fingerdicken Zweigen, die in die Bruthöhle geworfen werden, bis sie eine Plattform bilden. Die Nestmulde wird mit Moos, Papier, Fell oder Dung ausgekleidet. Beide Partner beteiligen sich am Nestbau, manchmal erhalten sie Hilfe von einjährigen Bruthelfern.
Die Geschlechtsreife setzt bei Dohlen in der Regel im Alter von zwei Jahren ein. Die Vögel können im Zoo bis zu 30 Jahre werden, in freier Wildbahn bis zu 20 Jahre.
Die Dohle steht in Bayern auf der Vorwarnliste. Eine Gefährdung für die Dohlen stellen die Zerstörung ihrer Brutplätze in menschlichen Siedlungen wie z.B. Abriss, Gebäudesanierung, Versiegelung von Böden und Vergitterung von Nischen zur Taubenabwehr, dar. Hinzu kommt eine Verringerung des Nahrungsangebots durch Intensivierung der Landwirtschaft. Mehr Infos unter www.nabu.de

 


 

September 2017 – Das Judasohr

Gelegentlich kann man Holunder mit braun-schwarzen „Ohren“ finden. Schaut man näher hin, erkennt man einen Pilz. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie hat das Judasohr zum „Pilz des Jahres 2017“ gewählt. Der Speisepilz hat die Form einer Ohrmuschel und ist auch für unerfahrene Pilzsammler leicht zu bestimmen.

Der Holunderpilz, wie er auch genannt wird, wächst an lebenden Bäumen und Sträuchern, bevorzugt an Schwarzem Holunder, und schwächt diese. Er ernährt sich aber auch von bereits abgestorbenem Holz. Der Pilz verdankt seinen Namen der Legende, Judas Iskariot, der Jünger, der Jesus mit einem Kuss verriet, habe sich aus Gram an einem Holunderbaum erhängt.

Die dunkelbraunen Fruchtkörper sind lappenartig und oft wie eine Ohrmuschel geformt. Der bis zu zwei Millimeter dünne und bis zu CD-große Pilz hat eine feinfilzige Oberfläche. Die sehr zähen, elastisch-gallertartigen „Ohrmuscheln“ werden beim Trocknen knochenhart und schrumpfen stark zusammen.

Der genießbare Pilz wird in der chinesischen Küche und Medizin verwendet. In einem Fachbuch für Pilzfreunde steht, das Judasohr schmeckt „penetrant nach nichts“. Empfohlen wird daher, wahlweise Essig, Cherry oder Maggi bei der Zubereitung dieses Pilzes zu verwenden. Er soll Kreislauf regulierend und entzündungshemmend wirken. Man kann das frostbeständige Judasohr fast das ganze Jahr über an geeigneten Stellen finden. Seine ungewöhnliche Form macht das Judasohr unverwechselbar. Giftige Doppelgänger sind nicht bekannt – also ein idealer Einsteigerpilz.

Mehr dazu unter www.dgfm-ev.de/presse-und-aktuelles/pilz-des-jahres/pilz-des-jahres-2017-judasohr.

 


 

Juli 2017 – Der Gewöhnliche Natternkopf

Mager und sonnig liebt`s der Isentaler des Monats – der Gewöhnliche Natternkopf. Er gehört zur Familie der Borretsch- bzw. Raublattgewächse. Der Natternkopf besitzt steife Borsten an Stängeln und Blättern. Diese schützen die Pflanze vor Verdunstung und helfen somit Wasser sparen.
Der „Starre Hansl“, so wird er in Österreich im Volksmund genannt, blüht von Mai bis Oktober an sandigen Stellen, wie z.B. an Straßenrändern.
Da seine Wurzeln bis zu 2,5 Meter in den Boden reichen, kommt er gut auch mit Trockenheit zurecht. Die Pflanze kann bis zu einem Meter hoch werden. Bestäubt wird sie von Faltern, Schwebfliegen, Hummeln und Bienen, darunter dem „Kleinen Natternkopfbienchen“, einer hoch spezialisierten Art, die vollständig auf diese Pflanze angewiesen ist.
Die Ausbreitung der Samen erfolgt durch Kleb- und Klettwirkung, durch Wind und den Menschen.
Die Frucht sieht nach dem Abfallen der Kron- und Staubblätter mit den verbleibenden grünen Kelchblättern und dem gespaltenen Griffel aus wie ein “Natternkopf”. Das Aussehen der Pflanze hat dazu geführt, dass sie als Mittel gegen Schlangenbisse verwendet wurde.
Der Natternkopf ist eine zweijährige Sommerblume, seine Samen keimen noch im selben Jahr. Die Sämlinge bilden dicht über dem Boden Rosetten aus länglichen Blättern, die überwintern und im zweiten Jahr blühen.
Der Gewöhnliche Natternkopf ist leicht giftig und kann bei Berührung die Haut reizen. Er verträgt keinen Dünger. Als wichtige Hummel- und Bienennahrungspflanze gilt es, sie langfristig zu erhalten.

 


 

Juni 2017 – Der Holunderbär

Einen königlichen weißen Mantel mit schwarzen Tupfen und üppigem weißen Pelzkragen trägt der Isentaler des Monats – der Holunderbär, auchBreitflügeliger Fleckleibbär genannt. Er gehört zu den Nachtfaltern und stammt aus der Familie der Bärenspinner. Die langpelzigen Raupen haben der ganzen Familie den Namen „Bären“ eingetragen.
Von Mitte Mai bis Ende Juli fliegen die auffällig weiß gefärbten Nachtschmetterlinge. Tagsüber sind sie beispielsweise an Holundersträuchern zu beobachten.
Der Leib trägt eine gelbe Warnfarbe, die zu beiden Seiten mit einer Reihe von schwarzen Flecken versehen ist. Bei Gefahr stellt sich die Art tot und zeigt dem Feind ihr abschreckend gelb und schwarz gefärbtes Hinterteil. Die giftigen Tiere werden von Vögeln ausgespuckt und nach dieser Erfahrung aus ihrem Nahrungsspektrum gestrichen.
Der Schmetterling besiedelt feuchte Stellen an Waldrändern, Feldraine und Obstgärten. Die Eier werden von den Weibchen auf der Blattunterseite der Futterpflanzen ihrer Nachkommen abgelegt. Dabei handelt es sich beispielsweise um Brennnessel, Brombeeren und Natternkopf. Ab Juli findet man die etwa vier Zentimeter langen und stark dunkelbraun behaarten Raupen. Kurz vor ihrer Verpuppung krabbeln die Bärenspinnerraupen eilig über Wege und Straßen auf der Suche nach einem ruhigen Platz. Ende September ziehen sie sich in ein festes Gespinst, das zum Teil auch mit Raupenhaaren gebaut wird, zurück, verpuppen sich und überwintern auch dort.

 


 

Mai 2017 – Ein „blendender Schleicher“

Der Isentaler des Monats ist ein „blendender Schleicher“ – die Blindschleiche.
Ein verbreiteter Irrglaube ist, dass die Blindschleiche blind sei. Der Name wird auf das Althochdeutsche „plintslîcho“ zurückgeführt, was so viel wie „blendender oder blinkender Schleicher“ bedeutet. Er bezieht sich auf die glänzenden, glatten Schuppen und die „schleichende“ Fortbewegung. Die heimische Echse wird oft mit einer Schlage verwechselt, da sie keine Beine hat.
Die Blindschleiche kann bis zu einen halben Meter lang werden. Sie kann in freier Wildbahn bis zu vierzig Jahre alt werden. Meist findet man Tiere, die ihre ursprüngliche Größe durch das Abwerfen eines Schwanzteiles verloren haben. Die Echse hat mehrere Sollbruchstellen am Schwanz. Diese dienen der Feindabwehr. Der Schwanz wächst im Gegensatz zu den der verwandten Eidechsen jedoch nicht nach.
Die Blindschleiche nutzt verschiedenste Lebensräume. Man findet sie in lichten Laubwäldern, an Hecken, Moorrändern, auf Brachen, Wiesen, an Bahndämmen, Wegrändern und in naturnahen Gärten der Siedlungsränder. Auf Wegen werden sie beim Sonnenbaden oft überfahren. Gerne nutzt die Schleiche geschützt gelegene trockene Sonnenplätze wie z.B. Totholz, offene Bodenstellen oder Grasbulte.
Den Winter verbringen Blindschleichen in Kältestarre, wie z. B. in Erdlöchern, unter Baumwurzeln, in Komposthaufen oder in Brennholzstapeln. Regelmäßig findet die Überwinterung gesellig statt, die dann bis zu dreißig Tiere zählen kann.
Im Laufe des Oktobers ziehen sich die Blindschleichen in ihren Winterunterschlupf zurück. Ab März kommen sie wieder ans Tageslicht. Die Paarungszeit findet im Frühsommer statt. Nach drei Monaten Tragzeit bringen die Weibchen bis zu zwölf Junge zur Welt. Die bis zu zehn Zentimeter langen Echsen befinden sich in einer dünnen und durchsichtigen Eihülle, die sie nach der Eiablage sofort durchstoßen und verlassen.
Die meist tagaktiven Blindschleichen jagen bevorzugt Nacktschnecken, Regenwürmer und unbehaarte Raupen. Ihr nach hinten gekrümmtes Gebiss hilft ihnen beim Festhalten der glitschigen Beutetiere.
Zum Fressen gerne haben die Blindschleichen Schlangen, Fuchs, Dachs, Igel und Ratten. Der Mensch und Hauskatzen sind jedoch die größten Feinde.
Die Blindschleiche war ein Kulturfolger und profitierte von der traditionellen, kleinteiligen Landwirtschaft in Mitteleuropa. In der heutigen Landschaft erleidet die Art hohe Verluste durch intensive Land- und Forstwirtschaft, Siedlungs- und Straßenbau, die Beseitigung von Versteckplätzen und vieles mehr. Schneckenkorn stellt eine Vergiftungsgefahr für sie dar.
Die Blindschleiche ist geschützt und darf nicht gefangen werden. Am besten lässt man sie in Ruhe und fasst sie nicht an.

 


 

April 2017 – Wildbienen – die unterschätzten Wirtschaftsdienstleister

Wer sich in der außergewöhnlich warmen letzten Märzwoche viel im Garten aufhalten konnte, hat das Brummen und Summen an den ersten zarten Frühblühern bestimmt bemerkt. Dicke Hummeln schaukeln und saugen an den Blüten und bei genauerem Betrachten konnte man auch noch kleinere pelzige Gesellen herumschwirren sehen: Wildbienen, die es aus ihren Verstecken zu den Nahrungsquellen lockt.
Mit dem Begriff Biene verbinden die meisten Menschen die Honigbiene. Tatsächlich ist die domestizierte Biene des Imkers nur eine von über 550 allein in Deutschland nachgewiesenen Bienenarten. Weltweit sind bislang über 17 000 Arten von der Wissenschaft beschrieben worden. Wildbienen können keinen Honig produzieren, stattdessen haben sie jedoch eine bislang weit unterschätzte Bedeutung als Bestäuber von Wild- und Nutzpflanzen. Dies ist nur ein Grund, warum sie der Gesetzgeber durch die Bundesartenschutzverordnung unter besonderen Schutz gestellt hat. Ihr Einsatz für die Saatgutproduktion oder die Pflanzenzüchtung ist wesentlich kostengünstiger als der von Honigbienen. Aufgrund ihrer hohen Bestäubungseffizienz wird die Zahl der Nutzbienen steigen. Beispielsweise werden Hummeln in Tomaten-Gewächshäusern, Mauerbienen im Obstbau und der Mandelkultur und Blattschneiderbienen im Luzerneanbau eingesetzt.
Wildbienen trifft man vom zeitigen Frühjahr bis zum Herbst in den unterschiedlichsten Lebensräumen in der Landschaft an. Selbst in Hausgärten kann eine ganze Reihe von Arten leben, vorausgesetzt, sie finden dort vor, was sie für die Versorgung ihrer Brut benötigen. Nistplatz, Nahrungspflanzen in ausreichender Menge und Baumaterial für die Brutzellen müssen zur Verfügung stehen. Charakteristische Lebensräume sind sonnenbeschienene und strukturreiche Waldränder, blütenreiche Wiesen, Sand-, Kies- und Lehmgruben, Feldraine und Straßenböschungen, Hochstauden an Graben- und Gewässerrändern, Steinbrüche und Trockenmauern, sowie Steilwände aus Sand, Lehm oder Löss.
Alle Wildbienen, mit Ausnahme parasitierender Arten, benötigen einen Ort, an dem sie ihr Nest bauen können, z.B. in die Erde gegraben, in Tot- und Morschholz und markhaltigen Pflanzenstängeln, in leeren Schneckenhäusern und an Steinen und Felsen gemörtelt.
In den vergangenen Jahrzehnten ist für viele Bienenarten ein anhaltend starker Rückgang festzustellen. Knapp 300 Arten von ca. 550 in Deutschland sind in ihren Beständen mehr oder weniger gefährdet. Allein 30 Arten drohen in Deutschland ganz zu erlöschen, sofern die notwendigen Schutzmaßnahmen ausbleiben oder nicht erfolgreich sind.
Die Ursachen der Gefährdung sind vielfältig, jedoch stets in immer intensiveren Eingriffen des Menschen in die Ökosysteme zu suchen. So sind die Zerstörung von Nistplätzen und die Vernichtung bzw. Verminderung des Nahrungsangebots, insbesondere der Pollenquellen, die Hauptursachen des starken Rückgangs der Wildbienen.
Um die liebenswerten Bienen zu erhalten, können Maßnahmen wie z.B. Aufstellen von Nisthilfen in privaten Gärten, Kindergärten und Schulen sinnvoll sein. Aber auch die Schaffung von Nahrungsquellen gehört unweigerlich dazu. Dies kann durch Anlage einer artenreichen Blumenwiese mit heimischen Kräutern, bienenfreundlichen Pflanzen in Balkonkästen oder auf der Terrasse sowie Dachbegrünungen sein.
Als Nahrungsquellen für die Wildbienen ungeeignete Pflanzen sind Blühmischungen mit fremdländischen Pflanzen wie z.B. Ringelblume, Goldmohn, Schmuckkörbchen und Roter Lein. Diese Pflanzen sind pollenlos und haben gefüllte Blüten, weshalb die Wildbienen an die Pollen oder den Nektar nicht herankommen.
Die besten Nisthilfen und ein noch so blütenreicher Garten ersparen bzw. ersetzen nicht die Schutzmaßnahmen in der freien Landschaft. Viele Arten der Wildbienen können aufgrund ganz spezieller ökologischer Ansprüche nicht im Wohnumfeld des Menschen existieren, da sie an Lebensräume gebunden sind, die es hier nicht gibt oder die hier nicht zu schaffen sind.

 


 

März 2017 – Der Märzenbecher

 

Viele kennen den Märzenbecher, auch Frühlingsknotenblume genannt, nur aus Gärten oder Parkanlagen. Derzeit kann man die anmutige Pflanze auch in feuchten Wäldern und extensiven Bachwiesen entdecken. Doch warum blüht die Blume bereits im März? Sie muss die kurze, laublose Zeit im Wald nutzen, in der das Sonnenlicht bis auf den Boden fällt. In den wenigen Wochen muss sie blühen, Samen bilden und Reserven für das nächste Jahr sammeln. Im Sommer ist es auf dem Waldboden dafür viel zu dunkel. Damit die Pflanze im Frühling bei den ersten Sonnenstrahlen aus voller Kraft blühen kann, speichert die Frühlingsknotenblume Reservestoffe in ihrer Zwiebel.
Die glockige Blüte mit ihren gelblich grünen Punkten ist kaum zu verwechseln mit dem Schneeglöckchen. Die Blüte lockt mit einem veilchenartigen Duft die ersten Bienen und Hummeln, die sie bestäuben. Hauptsächlich vermehrt sich die Pflanze jedoch nicht durch Samen, sondern durch kleine Brutzwiebeln, die sich von der Hauptzwiebel trennen.
Doch trotz dieser guten Strategien ist der Märzenbecher bei uns gefährdet und steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Sein Lebensraum, laubreiche, feuchte Wäldern wurde oft entwässert oder in Nadelwälder umgewandelt. Zusätzlich wird der Märzenbecher, obwohl er gesetzlich geschützt ist, immer wieder von Menschen ausgegraben und in Hausgärten verpflanzt. Dabei sind die Zwiebeln im Herbst in jedem Gartenmarkt zu kaufen! Am besten genießen Sie den Anblick der attraktiven Blume und lassen sie für den nächsten Betrachter stehen, damit sich dieser auch daran erfreuen kann.

 


 

Januar 2017 –Die Gelbe Wandflechte

Flechten sind Organismen, die durch das Zusammenleben von einem Pilz und einer Alge entstehen. Die Gelbe Wandflechte ist so eine Lebensgemeinschaft aus Pilz und Alge. Die Algen besitzen Pigmente, mit denen sie aus Licht, Kohlendioxid und Wasser Kohlenhydrate und Sauerstoff produzieren. Diese Pigmente fehlen dem Pilz, deshalb nutzt er für seine Ernährung die von der Alge erzeugten Kohlenhydrate.
Die Gelbe Wandflechte ist weit verbreitet. Sie wächst bevorzugt auf Laubbäumen, an Mauern, Zäunen und sogar Betonplatten. Die Flechte profitiert von einem hohen Stickstoffgehalt in der Luft. Man findet sie daher häufig in der Nähe von landwirtschaftlichen Nutzflächen oder Viehweiden. Die Flechtenvegetation bietet vielen Tieren nebst Nahrung auch Lebensraum und Tarnung vor Fressfeinden. Milben und Insekten leben in großer Zahl zwischen den Flechten.
Die Gelbe Wandflechte bevorzugt lichtreiche Lebensräume. Befindet sie sich auf der Nordseite oder im Schatten, so ist sie grün oder bekommt einen Grauton. Gegen saure Luftverunreinigungen ist die leuchtend gelbe Flechte widerstandsfähig. Sie hat sich deshalb stark ausgebreitet und ist im Gegensatz zu anderen Flechten kein Zeiger für reine Luft.
Die in Luft und Regen enthaltenen Nähr- und Schadstoffe werden nahezu ungefiltert von der Flechte aufgenommen. Ihr Wachstum beschränkt sich auf nur wenige Millimeter im Jahr. Flechtenteppiche können mehrere hundert Jahre alt werden und gehören somit zu den langlebigsten Organismen dieser Erde.


 

Dezember 2016 – Die Zwergmaus

Der Isentaler des Monats ist mit seinen sechs Zentimetern Körperlänge und sieben Gramm Körpergewicht eines unserer kleinsten heimischen Nagetiere: die Zwergmaus. Sie setzt ihren Greifschwanz geschickt wie eine fünfte Hand zum Klettern auf den Schilfhalmen ein. Diese Lebensweise ist einzigartig unter den heimischen Mäusen.
Die Zwergmaus ist mittlerweile recht selten anzutreffen. Sie lebt in feuchten Wiesen und in Schilf- und Röhrichtbeständen der Verlandungsbereiche der Isen. Hier bauen die Mäuse ihre kugelförmigen, mit zwei Eingängen versehenen Grasnester zwischen den senkrecht stehenden Halmen. Im Inneren ist das Nest mit klein genagten Pflanzenteilen ausgepolstert. Manchmal werden sogar Singvogelnester zu Mäusenestern umgebaut. Die kleinen Mäuse bauen für ihre Jungen ein größeres Wurfnest mit nur einem Eingang. Die Zwergmaus kann nach einer Tragzeit von 21 Tagen zwei bis sechsmal im Jahr jeweils bis zu sechs Junge zur Welt bringen. Die Mäuse ernähren sich von Grassamen, Insekten und Beeren.
Im Winter leben sie in Erdlöchern oder unter Schilfhaufen. Sie verlegen ihre Behausung auch gerne in Scheunen und Strohmieten. In der kalten Jahreszeit ernähren sie sich fast nur noch von tierischer Kost. Bei Nahrungsverknappung ist dann auch Kannibalismus nicht selten bei den Einzelgängern.
Viele Feuchtwiesen und Röhrichtbestände sind durch Trockenlegung von Feuchtflächen und Flussbegradigung heute kaum mehr vorhanden. Dadurch sind nicht nur die Zwergmäuse, sondern viele andere Tier- und Pflanzenarten gefährdet. Der Erhalt von Feuchtflächen ist daher von großer Bedeutung.

 


 

November 2016 –  Das Pfaffenhütchen

Der Isentaler des Monats trägt die gewagte Farbkombination rot-orange und ist
giftig: der Gemeine Spindelstrauch. Im Volksmund trägt dieser in allen seinen Pflanzenteilen sehr giftige Strauch viele Namen wie Pfaffenpfötchen, Eierbrettholz oder Pfaffenhütchen. Die Kapselfrucht ähnelt einer Kopfbedeckung katholischer Geistlicher, daher der Name.
Das Pfaffenkapperl findet man sowohl im Auwald als auch in Hecken auf nährstoffreichen, kalkhaltigen und feuchten Böden. So auffällig die reife Frucht im Herbst ist, so unauffällig ist die im Mai erscheinende kleine grünlichweiße Blüte. Nach dem Aufspringen der roten Kapsel hängen die orange umhüllten Samenkörner an einem zähen Schleimfaden, bevor sie zu Boden fallen. Die Samen brauchen mehrmals Frost, um nach vier Jahren keimen zu können.
Viele Vögel wie Amsel, Drossel und Rotkehlchen tragen durch den Verzehr der Samen zur Verbreitung der Pflanze bei. Rotkehlchen und Pfaffenhütchen haben angeblich das gleiche Verbreitungsgebiet, deshalb hat es dem Strauch den Spitznamen “Rotkehlchenbrot” eingebracht.
Mit dem gelblichweißen und harten Holz dickerer Stämme werden Musikinstrumente und Drechselarbeiten hergestellt. Die sehr weiche Holzkohle des Spindelstrauchs wird gerne von Künstlern als Zeichenkohle verwendet.
Der Gemeine Spindelstrauch wird in der Flur als Erosionsschutz, Ufer- und Böschungssanierung, zur Landschafts- und Parkgestaltung gepflanzt. Durch die Früchte und das Herbstlaub ist er ein attraktives Ziergehölz.

 


 

September 2016– Das Grüne Heupferd
Grasgrün und ein Meister im Weitsprung ist der Isentaler des Monats September – das Grüne Heupferd. Wer kennt die größte unserer einheimischen Heuschrecken nicht!? Streift man im Spätsommer oder Herbst durch Wiesen und Hecken, kann es schon mal vorkommen, dass sich auf der Kleidung der grüne Gesell nieder lässt.

 

Das Weibchen legt bis zu 300 Eier in den Boden mit ihrem langen Legebohrer. Die Eier können bis zu zwei Winter im Boden verbleiben, bevor sich die Larven daraus entwickeln. Diese häuten sich sieben Mal, ehe erwachsene Insekten hervorgehen.
Die Larven des Grünen Heupferds sind im Frühjahr auf den Wiesen zu finden. Die ausgewachsenen Insekten leben dann ab Juli in Hecken, Streuobstwiesen, Gebüschen und auf mageren Wiesen.

Die Nahrungspalette der großen lang gefühlerten Schrecke erstreckt sich von Blattläusen, Raupen, Wanzen, Käferlarven bis hin zu Kräutern wie Löwenzahn, Brennnessel oder Labkraut. Die Heuschrecken sind aber auch als Futter beliebt bei Igel, Fuchs und Marder aber auch Störche und einige Greifvögel verschmähen die nahrhafte Kost nicht.
Die ausgewachsenen Männchen sonnen sich in den Morgenstunden und legen sich dabei auf die Seite, damit ihr Körper möglichst viel Sonne tanken kann. Sie liefern sich Gesangsduelle und betasten sich gegenseitig mit ihren Fühlern. Gelegentlich springen sich die Männchen an und das schwächere taucht in den Pflanzen unter.

Das grüne Heupferd zählt zu den häufigsten Heuschrecken Bayerns. Ihre Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Lebensräume und die gute Flugfähigkeit ermöglicht es ihnen, neue Lebensräume in kurzer Zeit zu besiedeln.

 


 

Oktober 2015 – Der Große Abendsegler

Der Isentaler des Monats ist ein Säugetier und man beobachtet ihn hauptsächlich bei seinen abendlichen Jagdflügen – der Große Abendsegler. Fledermäuse rufen heute noch Furcht oder Abscheu bei vielen Menschen hervor, dabei sind sie faszinierend und harmlos. Im Barock galten sie sogar als Symbol des Teufels.
Die Weibchen der amselgroßen Abendsegler überwintern bei uns und fliegen den Sommer über nach Nordosteuropa. Sie bringen dort Mitte Juni zwei Junge zur Welt. Die Männchen dagegen bleiben das ganze Jahr bei uns. Derzeit fliegen die Weibchen wieder zurück in ihre Winterquartiere. Sie sind jetzt über der Isen und ihren Nebengewässern vor Einbruch der Dunkelheit beim Jagen nach Faltern und anderen Insekten gut zu beobachten.
Fledermäuse sehen mit den Ohren. Sie orientieren sich über Echoortung. Die Fledermaus stößt über ihr Maul hochfrequente, für uns nicht hörbare Rufe aus. Treffen die Schallwellen auf ein Insekt, werden diese abgeprallt und landen in den Ohren der Fledermaus. Blitzschnell entsteht ein Bild von der Beute und die Fledermaus schlägt zu.
Die Paarung findet im Herbst vor dem Winterschlaf statt. Hierfür locken die Männchen mehrere Weibchen in eine Baumhöhle. Das Sperma wird von den Weibchen gespeichert, der Eisprung und die Befruchtung der Eizelle erfolgen erst im zeitigen Frühjahr.
Der Große Abendsegler bewohnt sowohl Spalten an hohen Wohngebäuden, z.B. hinter Eternit- und Holzverkleidungen, als auch Baumhöhlen in Wäldern und Parkanlagen. Das Fällen von Höhlenbäumen im Herbst und Winter kann ganze Winterschlafgemeinschaften vernichten. Bei alten Bäumen ist deshalb eine Sanierung empfehlenswert. Die Fledermaus-Koordinationsstelle Südbayern, Naturschutzverbände und die Unteren Naturschutzbehörden sind jederzeit Ansprechpartner für fachkundige Beratung beim Fledermausschutz. Die Fledermauskoordinationsstelle Südbayern erreichen Sie über: andreas.zahn@iiv.de.

 


 

September 2015 –  Die Zebraspinne

Der Isentaler des Monats sieht aus wie ein Zebra, hat acht Beine und ist sehr brutal – die Zebraspinne. Sie wird auch Wespen- oder Tigerspinne genannt, dank ihrer auffälligen gelb-schwarzen Zeichnung. Nur das große Weibchen trägt diese Zeichnung, während das viel kleinere Männchen unauffällig hellbraun mit dunkler Zeichnung gefärbt ist.
Die Wespenspinne ist in Wiesen zu finden, wo sie ihre Beute auf ihrem gesponnenen Radnetz fängt. Charakteristisch für das Netz der Wespenspinne ist ein sehr kräftiges, zickzackförmiges Gespinstband. Ihre Beute besteht vor allem aus Heuschrecken, Bienen und Wespen. Andere Insekten wie Fliegen, Schmetterlinge und Libellen werden auch nicht verschmäht. Sobald sich Beute in dem Netz der Wespenspinne verfangen hat, wickelt sie ihr Opfer ein und tötet es mit ihrem Gift. Die Innereien der Beute werden durch das eingespritzte Gift verflüssigt und dann ausgesaugt. Die Paarung findet Ende Juli bis Anfang August statt. Das Männchen rüttelt am Netz des Weibchens und erregt es dadurch. Das Weibchen hebt ihren Körper an, das Männchen kriecht darunter und befruchtet es. Nach kurzer Zeit wird das Männchen im Liebesrausch vom Weibchen getötet und aufgefressen. Ab Ende August legen die Weibchen ihre Eier in kugelförmige, braune Kokons. Bald darauf schlüpfen die jungen Spinnen und verbringen den Winter in dem gut getarnten Kokon.
Die Wespenspinne profitiert vermutlich von der Klimaerwärmung. Ursprünglich ist sie im Mittelmeerraum beheimatet und hat ihr Areal stark vergrößert und nach Norden ausgedehnt. Mehr Infos unter www.wikipedia.de.

 


 

Juli 2015 – Der Echte Frauenspiegel

Der dunkelviolett blühende Echte Frauenspiegel ist eine elegante Pflanze, die wild in Äckern wächst. Sie trägt auch den Namen Venus-Frauenspiegel. Die Blüten entfalten sich in der Sommerhitze soweit, dass sie eine Ebene bilden und dabei die glatte Oberfläche ihrer Blütenblätter in der Sonne glänzt. In diesem „Spiegel“ hätte sich die römische Schönheitsgöttin Venus betrachtet. Daher der Name Venus-Frauenspiegel.

 

Der Frauenspiegel kommt auf basenreichen und kalkhaltigen Getreidefeldern vor. Das heimische Ackerwildkraut wurzelt bis zu 15 Zentimeter tief und liebt Licht und Wärme. Von Juni bis August kann man die anmutige Blüte zusammen mit Mohn, Kornblume und Kamille vor allem am Rand von biologisch bewirtschafteten Getreidefeldern bewundern.
Der Frauenspiegel gilt in Bayern als gefährdete Art. Die Gründe dafür sind der Einsatz von Herbiziden, starke Düngergaben und die hohe Saatdichte. Durch die starke Lichtbedürftigkeit hat der Frauenspiegel in diesen dichtwüchsigen Äckern keine Überlebenschance. Die Anlage von Ackerrandstreifen ohne Düngung und eine lichtdurchlässige Saatdichte würde dem Frauenspiegel und weiterer stark gefährdeter Ackerwildkräuter zum Erhalt dienen.

 


 

Juni 2015 – Die Blauflügel-Prachtlibelle

Der Isentaler des Monats erstrahlt im blau-grün schillernden Gewand – die Blauflügel-Prachtlibelle. Die Männchen haben auffallend blaugrün gefärbte Flügel und einen ebenso gefärbten Körper. Die Weibchen sind unscheinbar bräunlich bis kupfern gefärbt mit durchscheinenden Flügeln.
Die Blauflügel-Prachtlibelle lebt vor allem an sauberen Bachläufen mit niedriger Wassertemperatur und mäßiger bis schneller Strömung.
Die erwachsenen Libellen fliegen von Anfang Mai bis Ende September. Derzeit kann man sie auf Bäumen, Sträuchern und krautigen Pflanzen an Gewässern beobachten.
Die geschlechtsreifen Männchen haben ein ausgeprägtes Revierverhalten. Sie besetzen Tagesreviere, die sie gegen andere Männchen verteidigen. Die Weibchen überfliegen die Gewässer auf der Suche nach geeigneten Plätzen zur Eiablage. Die Männchen fliegen ihnen im auffälligen Schwirrflug entgegen und präsentieren die hoch erhobene helle Unterseite ihres Hinterleibs. Diese wird als „Laterne“ bezeichnet. So leitet das Männchen seine Auserwählte an den Eiablageplatz. Die Paarung findet auf dem Wasser oder auf der Vegetation statt.
Die Eier werden in den Stängeln der Wasserpflanzen im Bereich des Wasserspiegels und darunter abgelegt. Das Weibchen klettert dabei Kopf abwärts am Stängel hinab und sticht die Eier mit dem Eiablageapparat fast senkrecht in die Stängel ein.
Die Larven der Blauflügel-Prachtlibelle entwickeln sich über 10 bis 12 Larvenstadien, zwischen denen jeweils eine Häutung stattfindet. Wie alle Libellenlarven leben auch diese räuberisch. Sie ernähren sich vor allem von Insektenlarven wie denen der Kriebelmücken, Zuckmücken, Steinfliegen und Eintagsfliegen. Die Umwandlung der Larven zu Libellen dauert bis Mitte Juli an. Die Libellenlarven verlassen dazu das Wasser, in dem sie nahezu zwei Jahre verbracht haben. Die Blauflügel-Prachtlibelle hat als erwachsenes Insekt eine Lebensdauer von 40 – 50 Tagen.Die Larven leben in klaren kühlen Bachläufen und sind vor allem an der Vegetation im Wasser zu finden. In stärkerer Strömung können sie sich an den Stängeln und Blättern von Flutenden Hahnenfuß und Wasserpest festhalten.
Die Larven der Blauflügel-Prachtlibelle reagieren bei Sauerstoffmangel empfindlicher als die Larven der nah verwandten Gebänderten Prachtlibelle. Der Sauerstoffgehalt des Wassers muss daher sehr hoch sein. Wegen dieser Empfindlichkeit können die Tiere als Bioindikator für die Abschätzung der Gewässergüte genutzt werden.Durch die eng begrenzten ökologischen Ansprüche, vor allem der der Larven, ist die Blauflügel-Prachtlibelle sehr selten. Deutschlandweit gilt sie als gefährdet. Sie brauchen vom Menschen wenig beeinflusste, naturnahe Gewässer mit reich strukturierten Ufern. Ein wenige Meter breiter, extensiv oder unbewirtschafteter Uferstreifen verhindert eine Einschwemmung von Nährstoffen in die Gewässer.

 


 

Mai 2015 – Der Schwefelporling

Der Isentaler Mai ist gelb wie Schwefel und riecht nach Käse – der Schwefelporling. Seine schwefelgelb gefärbte Unterseite mit tausenden kleiner länglichen Poren geben ihm seinen Namen. Porling wird er genannt, weil er aus vielen winzigen Poren besteht, pro Millimeter können bis zu fünf solcher Poren nebeneinander stehen. Seine Oberseite ist samtig behaart.
Im Mai erscheint der Schwefelporling an lebenden Bäumen. Auwälder und feuchte Eichen-Mischwälder sind seine natürlichen Lebensräume. Man findet ihn auch in Parks, Obstgärten und an Straßenbäumen. Der Pilz bildet bis zu einem halben Meter große flache, leuchtend gelbe Scheiben, die mehr als einen Meter hoch übereinander gestapelt sein können. Der beeindruckende Pilz verblasst mit der Zeit und wird schmutzig weiß, wenn er abgestorben ist. Er befällt bevorzugt Laubbäume wie zum Beispiel Eichen, Weiden und auch Obstbäume. Er ist ein Holzzerstörer, dessen Pilzgeflecht, das so genannte Myzel, über Wunden in den Baum eindringt und das Kernholz des Stammes bröselig zersetzt. Die braunen Brösel werden in der Fachsprache Braunfäule genannt. Der Stamm wird von unten her ausgehöhlt und ist in seiner Stand- und Bruchfestigkeit stark beeinträchtigt. Meist sind die befallenen Bäume überaltert. Sie stellen wichtige Biotope für viele Insekten, Vögel und Fledermäuse, die dort Unterschlupf finden, dar.


 

April 2015 – Biobagger Wasserbüffel
Ab Mai grasen die Wasserbüffelkühe Ilvy und Ida als Landschaftspfleger auf Flächen im Isental bei Moosmühle. Ihre „Aufgabe“ ist es, das Zuwachsen einiger Wasserstellen zu verhindern und das Gras der nassen Wiesen zu verwerten, die bisher aufwendig gemäht werden mussten. Dadurch sollen Wiesenbrüter wie die Bekassine gefördert werden. Für die im schlammigen Ufer nach Nahrung stochernde Bekassine werden durch die Büffel, die sich bei warmer Witterung oft im Gewässer suhlen, offene Bodenstellen geschaffen. Für viele Vogelarten bilden die im Büffeldung enthaltenen Insekten zudem eine willkommene Nahrungsquelle.
Wasserbüffel werden traditionell als Haustiere in Osteuropa, wie z.B. in Rumänien und Ungarn gehalten. In Feuchtgebieten grasen sie auch dort, wo es für Rinder zu nass ist. Büffel kommen mit unserem Klima gut zurecht. Einen Stall benötigen sie nur im Winter. Im Sommer genügen Gehölze als Unterstand. Das Büffel-Projekt entstand auf Initiative der Wildland-Stiftung Bayern und des BUND-Naturschutz. Das Wasserwirtschaftsamt sowie zwei private Grundeigentümer stellen die Flächen zur Verfügung. Die Zäunung der Fläche konnte dank einer Förderung durch die Gerhard und Ellen Zeidler-Stiftung realisiert werden.
Die Familie Reißaus vom Reisererhof bei Oberneukirchen ist als Halter der Büffel für das Wohl der Tiere verantwortlich. Sie kümmert sich auch um die Stromversorgung des Weidezauns, sodass die Weidesicherheit gewährleistet ist. Wasserbüffel sind friedliche Tiere. Dennoch sollte man die Weide nicht betreten, die Büffel nicht füttern und Hunde an der Leine lassen.
Unterstützt wird das Projekt von der Gemeinde Schwindegg, der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Mühldorf und der Ökomodellregion Isental.

 


 

März 2015 – Kein stummer Frühling!
Jetzt, wo der Frühling Einzug hält, suchen die Menschen draußen Erholung, begleitet vom tirilierendem Gesang der Feldlerche. Dieser ist jedoch seit einiger Zeit nahezu verstummt. Als Vogel der Kulturlandschaft nehmen die Bestände in ganz Europa stark ab. Als Kulturfolger ist sie eng an die Landwirtschaft gebunden. Jedoch zu schnelle Fruchtfolge auf Äckern, Aufgabe der extensiven Beweidung und das Verschwinden von insektenreichen Ackerrandstreifen machen dem Vogel zu schaffen.
Lerchen stehen für eine reichhaltige Kulturlandschaft, die nicht nur vielen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bietet. Auch wir Menschen können uns dort erholen!
Damit der lebhafte Gesang der Lerche im Frühling nicht verstummt, kann ihr mit sogenannten Lerchenfenstern geholfen werden. Und so geht`s:
Bei der Aussaat hebt der Landwirt die Sämaschine für einige Meter an, so dass eine nicht bestellte Fläche von gut 20 m² entsteht. Dabei achtet er darauf, dass die Fenster in ausreichendem Abstand zu Fahrspuren, Feldrand, Gebäuden und Sitzwarten von Greifvögeln liegen. Das Ganze wird pro Hektar zwei Mal durchgeführt. Bei den weiteren Arbeitsgängen können die Fenster wie der restliche Bestand behandelt werden. Eine Markierung der Fenster mit zwei Holzstöcken, die diagonal gesetzt werden, läßt bei einer zeitnahen Bearbeitung ein sicheres Auffinden zu.Die Lerchen haben nun “Landebahnen im Getreide-Dschungel”. Hier suchen sie nach Insekten, Spinnen und kleinen Schnecken und laufen in den Bestand, wo sie ihre Bodennester in der Nähe der Fenster anlegen.
Bei Fragen können Sie sich an Rosa Kugler, Ökomodellregion Isental, unter 08081-9379 51 wenden. Mehr Infos unter www.lbv.de.


 

Februar 2015 – Der Silberreiher

Seit Juni 2014 sind die Gemeinden Buchbach und Schwindegg „Staatlich anerkannte Ökomodellregion Isental“. Um Themen wie Mehrung des Ökolandbaus, Steigerung von Bioregio-Produkten, regionale Energieversorgung, Nahversorgung in der Region, Landschaftspflege und Naturschutz voranzubringen, wurde eine Projektmanagementstelle bei Tagwerk Dorfen eingerichtet.
Das Projektmanagement der Ökomodellregion stellt künftig jeden Monat einen „Isentaler des Monats“ vor, das ein Mensch aus der Region, eine Pflanze oder ein Tier aus dem Isental sein kann.

Auffallen um jeden Preis will der Isentaler des Monats Februar – der Silberreiher. Der „weiße Bruder“ des Graureihers ist derzeit vereinzelt im Isental gut zu beobachten. Durch sein reinweißes Gefieder ist er schon von weiter Ferne als auffälliger Fleck in der Landschaft zu entdecken, sofern kein Schnee liegt.
Er hält sich gerne in flachen Gräben oder auf Wiesen und Weiden auf, wo er nach Wasserinsekten, Fischen und Mäusen jagt. Die Art ist ursprünglich ein Brutvogel wärmerer Länder. Vor der Jahrtausendwende war der elegante Reiher noch ein seltener Gast. Die Zahl der in Bayern beobachteten Silberreiher ist in den letzten Jahren rapide angestiegen. Durch die milderen und schneeärmeren Winter verbringt der Vogel mittlerweile den Winter bei uns, anstatt die weite und Energie raubende Reise in den Süden anzutreten.

In der Regel baut der Silberreiher sich sein wagenradgroßes Nest auf dem Erdboden im Schilf dicht an dicht mit anderen Artgenossen. Das Weibchen legt im April/Mai im Abstand von zwei Tagen bis zu fünf blassblaue Eier, die auch vom Männchen mit ausgebrütet werden. Nach knapp vier Wochen schlüpft der Nachwuchs und nach weiteren 45 Tagen ist er flügge. Die anmutigen Vögel können bis zu 20 Jahre alt werden. Allerdings erreichen 75 Prozent der Jungvögel nicht einmal das erste Lebensjahr.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der weiße Reiher vom Menschen nahezu ausgerottet. Die bis zu 50 Zentimeter langen filigranen Rückenfedern, die der Vogel zur Brutzeit trägt, waren das Objekt der Begierde. Die Federn schmückten elegante Damenhüte in den Zwanzigern. Zum Schutz der Silberreiher sind der Erhalt von Wiesen und Weiden und der Erhalt von größeren Schilfbeständen notwendig.


 


 

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