Öko-Modell-Regionen

Projekte / Ökoapfelsaft aus dem Ilzer Land/Streuobstpflanzaktion

Mitmachen bei der Obstbaumpflanzaktion Ilzer Land
Die Ökomodellregion Ilzer Land startet in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Bayerischer Wald eine Obstbaumpflanzaktion. Die Pflanzung soll im Herbst 2017 stattfinden und wird im Rahmen des Naturparkprogrammes gefördert. Wenn Sie eine frei liegende und extensiv bewirtschaftete Wiese haben (kein eingezäunter Privatgarten!) und mindestens 5 Hochstämme von lokalen Sorten pflanzen wollen, dann wenden Sie sich bis 21.August 2017 mit Lage- und Pflanzplan an Frau Corinna Ullrich im Projektbüro der Ökomodellregion.

Tel: 08555/4065132  oekomodellregion@ilzerland.info

 

Wer Interesse daran hat, alte Apfel-und Birensorten vorab anschauen und kosten zu können, ist eingeladen zur Streuobstführung mit Obst- und Gartenbauberater Franz Bogner am 07.09.2017 um 18:00 Uhr im Obstlehrgarten, Eckertsreut 3, 94160 Ringelai

 


 

Mitmachen bei der Bio-Streuobstzertifizierung
Es ist möglich seine Streuobstwiese bzw. die Obstbäume über den Landschaftspflegeverband
Passau BIO-zertifizieren zu lassen. Die Vorteile sind neben einem deutlich höheren Gewinn die
Kostenersparnis bei der Zertifizierung und der reduzierte bürokratische Aufwand.
Wer aus dem Ilzer Land Interesse an einer Zertifizierung hat, kann sich an den Landschaftspflegeverband Passau wenden:
Kontakt:
Christina Putz
Tel.: 08502 – 916 43 78
Mobil: 0175 – 65 35 169
christina.putz@landkreis-passau.de

 


 

Ihr Schwiegervater hat Zuhause einen alten Apfelbaumbestand, der jedes Jahr so viel an Ertrag bringt, dass Sie gar nicht wissen wohin damit. Sie haben schon auch hin und wieder Apfelsaft für den Eigenbedarf gemacht, aber werden der Menge nicht Herr und den Überschuss können Sie auch nicht verwenden? Ihr Kind kommt von der Schule heim und hat eine Flasche Limonade im Rucksack, welche es sich dort von seinem Taschengeld gekauft hat…. Das könnte auch anders sein:

 

Ihr Schwiegervater pflegt die Apfelbäume, im Herbst sammeln Sie diese mit der Familie oder auch mal mit einer Schulklasse zusammen auf. Sie bringen Ihre Äpfel zu einer bio-zugelassenen, örtlichen Saftpresse und erhalten eine Aufwandsentschädigung und Saft für den Eigenbedarf. Die Überschüsse werden in der Region vermarktet. Ihr Kind kommt von der Schule und bringt eine Flasche Bioapfelsaft aus dem Ilzer Land mit nach Hause. Sie wissen, da sind auch unsere Äpfel drin.

 

Das Besondere dabei: Ihr Schwiegervater hat sich mit seinem Obstbaumbestand der Bio-Sammelzertifizierung Ilzer Land angeschlossen. Für einen geringen Beitrag bekommt er jetzt jährlich ein Zertifikat, dass bestätigt, dass er seine Äpfel weder spritzt noch düngt. Der Saft wird als Bioapfelsaft vermarktet, was mehr einbringt und Ihnen die Sicherheit gibt, dass auch alle anderen Teilnehmer nur Äpfel in Bio-Qualität liefern.

 

Sie oder ein Bekannter haben einen Streuobstbestand? Dann beteiligen Sie sich an der Initiative: Bioapfelsaft aus dem Ilzer Land. Sie sind Lehrer und möchten gerne mit Ihren Schülern an Sammelaktionen mitmachen und dann für die Schule den leckeren Bio-Apfelsaft beziehen? Dann zögern sie nicht, Kontakt aufzunehmen!

 

Fibl Merkblatt: Biologischer Obstbau auf Hochstämmen

 


 

Bioapfelsaft aus dem Ilzer Land als neue Marke?

 

Text: Passauer Neue Presse

 

“Möglichkeiten einer Sammelzertifizierung und Erzeugung von Bioapfelsaft aus dem Ilzer Land” war das Thema einer Veranstaltung, zu der die Projektmanagerin der Ökomodellregion Ilzer Land Corinna Ullrich in die Bauhütte geladen hatte. Als Referenten hatte sie Anita Obermeier und Dr. Achim Weiske von der Ökop-Zertifizierungs GmbH in Straubing gewinnen können. Diese stellten die Vorrausetzungen und den Ablauf einer Sammelzertifizierung für Streuobst vor.

 

Die etwa 30 Zuhörer waren interessiert bei der Sache, am Ende der Veranstaltung fanden bei einem Glas Kringeller Apfelsaft angeregte Gespräche statt. Die Bereitschaft zur Teilnahme und die Menge der Bäume wurden erhoben und damit eine wichtige Vorrausetzung für die weitere Abwicklung des Projekts geschaffen. Ullrich nutzte die Gelegenheit, die Ökomodellregion und ihre Maßnahmen kurz vorzustellen. Dazu zählt auch der Aufbau einer Sammelzertifizierung für Streuobst aus dem Ilzer Land und die Herstellung eines eigenen Bioapfelsaftes. Die Anlage und Erhaltung von Streuwiesen ist auch aus landschaftsökologischen Gründen ausgesprochen sinnvoll.

 

Der Saft aus der Region könnte an Gemeinden und Schulen vermarktet werden. Aber auch ohne eigene Vermarktung lohne sich der Einstieg in eine Sammelzertifizierung, schließlich liegt der Auszahlungspreis bei den Mostereien mit etwa 18 Euro/Doppelzentner etwa beim Doppelten wie für Streuobst ohne Bio-Zertifizierung. Das Besondere an einer Sammelzertifizierung ist, dass sich nicht jeder Obstbesitzer einzeln zertifizieren lassen muss, sondern dass das in der Gemeinschaft geschieht. Dadurch werden Zeit und Kosten gespart und es entsteht eine gemeinsame Basis für die Vermarktung, erklärte Weiske in seinem Vortrag. Wichtig bei der Produktion von Bioapfelsaft ist nicht nur eine pestizidfreie Bewirtschaftung der Flächen, sondern zum Beispiel auch eine biozertifizierte Presse. Da Streuobstflächen meist extensiv bewirtschaftet werden, können diese im Regelfall durch eine rückwirkende Anerkennung sofort als Biofläche geführt und das Obst als Bio-Obst verarbeitet werden; eine Ausnahme, die bei der Umstellung von landwirtschaftlichen Betrieben nicht geht.

 

Ullrich erläuterte, dass es grundsätzlich die Möglichkeit gebe, sich an eine bestehende Zertifizierung, zum Beispiel die Rottaler Genossenschaft, anzuschließen, oder eine eigene Sammelzertifizierung für das Ilzer Land aufzubauen. Die zweite Variante beinhalte auch die Möglichkeit ein eigenes Produkt: “Bioapfelsaft aus dem Ilzer Land” zu erzeugen und zu vermarkten. Unabhängig davon könnte ein Bildungsprojekt initiiert werden, bei dem Kinder und Jugendliche die Äpfel aufsammeln und die Schulen dann gleich in den Genuss von eigenem Saft kommen.

 

Bürgermeister Eibl machte deutlich, dass es ihm ein Anliegen sei, die Produkte der Region auch wirklich zu verwerten. Er wünsche sich ein regionales und hochwertiges Produkt, bei dem die Akteure in der Region zusammenarbeiten. Der Saft sollte dann am besten auch innerhalb der Gemeinden, in den gemeindlichen Institutionen und Schulen vermarktet werden. Damit könne der Zusammenhalt in der Region und die regionale Identität gestärkt werden.

 

An einer Sammelzertifizierung Interessierte, die beim Vortrag nicht anwesend waren, können sich noch beim Projektbüro der Ökomodellregion melden unter Tel.: 08555-4065132.

 


 

Vom Apfel zum frisch gepressten Saft – ein leckeres Erlebnis!

Preyinger Grundschüler erlebten Weg hautnah mit – Öko-Modellregion Ilzer Land hatte eingeladen

Text: Georg Thurnreiter

 

Einen höchst erlebnisreichen Vormittag verbrachten kürzlich die Kinder an der Grundschule Preying. Projektmanagerin Corinna Ullrich und Martin Hümmer von der Öko-Modellregion Ilzer Land waren im Rahmen des Umweltbildungsprojekts mit allen Gerätschaften, die dazu benötigt werden, nach Preying gekommen, um mit den Kindern Äpfel zu sammeln und daraus eigenen Apfelsaft herzustellen, der künftig in den Pausen „ausgeschenkt“ wird.

 

Das Projektmanagement des Ilzer Landes wolle damit dazu beitragen, so Corinna Ullrich, als Öko-Modellregion das Bewusstsein der Bevölkerung zum Thema Ökolandbau zu sensibilisieren. Dazu wurden Unterrichtsmaterialien für Lehrer und interessierte Verbraucher zusammengestellt, die unter „http://www.oekomodellregionen.bayern/oko-modellregion/ilzer-land/unter Projekte und dort unter Bewusstseinsbildung“ abrufbar sind. Darunter findet sich auch der Wettbewerb „Echt-Kuh-L“, der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft angeboten wird und in diesem Jahr das Thema: „Wissen wo’s herkommt – Lebensmittel aus der Region“ trägt. Schülergruppen, von der 3. bis zur 10. Klasse aber auch außer-schulische Gruppen können daran teilnehmen. „Das Thema ist wichtig, brisant und spannend und gehört in den Unterricht“ ist Ullrich überzeugt, die auch sonst ihre Unterstützung zum Thema Ökolandbau anbietet. So können sich Lehrer oder Jugendgruppenleitern, die Projekte zum Thema Ökolandbau durchführen wollen, an sie wenden.

 

Auf Initiative von Klasslehrerin Kerstin Skibbe nimmt die Grundschule Preying erstmals an diesem Wettbewerb teil. So habe man gerne das Angebot von Martin Hümmer angenommen, mit dessen mobiler Presse diese „Apfelsaft-Pressaktion“ zu starten. Anliegen der Aktion sei es, so Ullrich, die Kinder für die Produktion von naturnahen Lebensmitteln aus ihrer eigenen Region zu sensibilisieren und sie dafür zu begeistern. An fünf Stationen, die von den Lehrkräften aufgebaut wurden, konnten die Kinder bei der Apfelsaftherstellung selbst Hand anlegen und „hautnah“ miterleben. „Die Kinder waren mit Begeisterung bei der Sache“, berichtete Kerstin Skibbe, die sich um alles Notwendige kümmerte. Während die Einen sich malend und zeichnend mit dem Thema befassten, durften die Anderen in kleinen Gruppen unter Aufsicht der Lehrkräfte zunächst die Äpfel von den Bäumen im Schulgarten pflücken, waschen und zerkleinern, wozu auch der Umgang mit Messer und Apfelhäcksler gehörte. Dann wurde der Apfelbrei in die mobilen Pressen gefüllt und gepresst. Natürlich durfte der frisch „gezapfte“ Apfelsaft gleich probiert werden – Mmm, war der lecker!

 

Doch damit war die Arbeit noch nicht getan: die Pressrückstände, der Trester, wurde zur Abholung durch Jäger beiseite geschafft. Der Apfelsaft wurde durch Aufkochen pasteurisiert, also haltbar gemacht, und abgefüllt. Genau 100 Liter konnten in Safttüten abgefüllt werden. Jetzt können die Schulkinder ihren eigenen Apfelsaft in den Pausen genießen. Außerdem nimmt die Schule am Schulobstprojekt teil, bei dem einmal wöchentlich Obst und Gemüse kostenlos an die Kinder verteilt werden. Übrigens: seit einiger Zeit gibt es zertifizierten Bio-Apfelsaft aus dem Ilzer Land auch auf dem Markt zu kaufen.

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