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Projekte / Wie kommt der Hafer in mein Müsli? Betrieb Hundmeyer

27. September 2018: Das Krunchy ist fertig und kann nun abgepackt werden. Dazu wird das Krunchy aus dem Behälter wieder auf ein Fließband geschüttet. Von dort geht es zur Abpackanlage. Nachdem die Krunchys in Beutel abgefüllt wurden, werden sie dann anschließend zu mehreren in einen Karton gepackt und die Kartons auf großen Holzpaletten für den Abtransport mit dem Lastwagen vorbereitet, damit sie sicher in die Läden und Bio-Supermärkte transportiert werden können. Dort gibt es nun das Krunchy zu kaufen. Guten Appetit!

 

 


25. September 2018: Jetzt gehen die Haferflocken auf die Backstraße. Vorher werden die Flocken mit allen anderen Zutaten noch gemischt, damit es am Ende allen auch super gut schmeckt. Die Backstraße ist ein großes Fließband, das langsam durch einen großen Ofen läuft, der die Haferflockenmischung bäckt. Am Ende der Backstraße steht dann wieder der Mitarbeiter, der mit einem kritischen Blick prüft, ob das fertige Krunchy den hohen Erwartungen der Barnhouse-Firmenleitung und natürlich auch der Kunden entspricht. Dann kommt das Krunchy in große Behälter, um dort abzukühlen.

 


05.  September 2018: Heute sind die fertigen Haferflocken von der PrimaVera Naturkornmühle zur Firma Barnhouse mit einem Lastwagen transportiert worden. Weit ist es ja nicht, beide Firmen befinden sich in Mühldorf.  Abgepackt sind die Flocken in sogenannten “Bigbags”. Das ist ein englisches Wort und heißt soviel wie großer Sack. Die Flocken kommen also in diesen großen Plastiksäcken zu Barnhouse. Ein Mitarbeiter der Firma kontrolliert nun die Ware auf die Qualität.  Alles passt. Noch am gleichen Tag werden die Flocken für die weitere Verarbeitung freigegeben freigegeben.

 

 


22. August 2018: Nun gibt es grünes Licht für den Hafer der Hundmeyers. Die Analyseergebnisse passen, die Ware kann  von der PrimaVera Naturkorn-Mühle verarbeitet werden. Bei der PrimaVera wird viel Getreide verarbeitet. Deshalb gibt es einen Plan, wann genau welches Getreide verarbeitet wird, damit nichts durcheinander kommt. Nun  geht es los: Der Hafer der Hundmeyers wird zunächst gründlich gerenigt. Für das Krunchy sollen ja nur Haferkörner in die Tüte kommen, nicht Körner anderer Getreidearten oder Unkrautsamen. Auch Steine sind natürlich unerwünscht. Die sehr leistungsstarke Getreidereinigung der Mühle garantiert 100% einwandfreies Grundgetreide. Der Steinausleser sorgt dafür, dass in den Haferkörnern keine fremden Teilchen bzw. Steinchen mehr zu finden sind. Kleinste Verunreinigungen werden durch Tischausleser und Scheuermaschine herausgereinigt. Die Scheuermaschine bürstet die Getreidekörner und löst damit anhaftende Erde und Verschmutzungen, ohne dabei die Körner selbst zu verletzen. Durch einen Fotosortierer werden nicht taugliche Körner entfernt.

 

Ist der Hafer gereinigt, werden die Haferkörner zunächst mit Wasserdampf behandelt, um sie weich zu machen. Sonst können daraus keine Flocken entstehen. Anschließend gelangen die erhitzten Körner in den sogenannten Flockenstuhl. Dieser quetscht die weichen Körner auf die vom Kunden gewünschte Flockengröße, zu feinen Flocken, sogenannte Kleinblattflocken, oder zu groben Flocken, sognannte Großblattflocken. Die fertigen Flocken werden dann in ganz große Säcke, den sogenannten Bigbags gefüllt. Nun sind die Haferflocken fertig zum Transport zum Krunchyproduzenten Barnhouse.

PrimaVera Naturkornmühle; Foto: PrimaVera Naturkorn GmbH Getreidereinigung: Fotosortierung; Foto: PrimaVera Naturkorn GmbH Flockenstuhl; Foto: PrimaVera Naturkorn GmbH Absack- und Palettieranlage; Foto: PrimaVera Naturkorn GmbH

 


24. Juli 2018: Jetzt hat es ganz schön lange gedauert, bis der Hafer endlich verarbeitet werden kann. Aber was lange währt, wird endlich gut. Der Hafer der Hundmeyers tritt nun die Reise vom Biohof zur Biomühle an. Dazu muss der Hafer zunächst vom Silo in Anhänger gefüllt werden (Fotos 1 und 2 von links). In Anhängern sicher verstaut, macht sich die wertvolle Fracht dann bei schönstem Wetter auf den Weg nach Mühldorf. Bei der PrimaVera Naturkorn-Mühle in Mühldorf wird vom Hafer erst einmal ein Muster gezogen. Dazu wird mit einem langen Metallrohr von mehreren Stellen aus Hafer entnommen (2. Foto von rechts). Dieser Hafer wird in einem speziellen Labor, das es auf der Mühle gibt, sofort untersucht. Es wird geschaut, ob die Qualität vom Hafer gut genug ist, um daraus Flocken zu machen. Und es wird auch geschaut, ob sich nicht zu viele Unkrautsamen und andere Getreidekörner unter dem Hafer befinden. Dann aber kommt das “grüne Licht” für den Hafer: Es ist alles in Ordnung. Nun kann der Hafer abgekippt werden (Foto ganz rechts). Was man auf den Fotos nicht sieht: Nachdem der Hafer abgekippt wurde, wird er zunächst gereinigt und dann in einen großen Behälter, ein Silo, gefüllt. Dort muss der Hafer nun warten. Denn von der Haferprobe, die gezogen wurde, werden durch ein anderes, besser ausgestattetes Labor weitere Untersuchungen vorgenommen. Es wird unter anderem untersucht, ob irgendwelche Rückstände von Pflanzenschutzmittel oder andere Chemikalien im Hafer zu finden sind. Erst wenn diese Ergebnisse in Ordnung sind, wird der Hafer für die Produktion freigegeben. Bis die Ergebnisse vorliegen, dauert es in etwa eine Woche.

 

 

180724 Haferlieferung 1 180724 Haferlieferung 2 180724 Haferlieferung 4 180724 Haferlieferung 3


26. und 27. Juli 2017: Die Kinder der Grundschule Buchbach und des Waldorfkindergartens Felizenzell besuchen noch einmal den Bauernhof der Familie Hundmeyer, um zu erleben, wie der Hafer, den sie im Frühjahr gesät haben, geerntet wird. Dabei lernen die Kinder in viel Handarbeit die einzelnen Schritte der Ernte kennen. Denn was der Mähdrescher heute in einer Maschine erledigt, musste früher in mühsamer Arbeit nacheinander erledigt werden: Das Abschneiden der Halme, das Dreschen, das Reinigen und das Sammeln des Getreides. Der Hafer ist mittlerweile geerntet. Dort, wo noch vor kurzem der Hafer der Kinder stand, stehen heute nur noch Getreidestoppeln (Bild 1). Bei der Erntearbeit legen die Kinder heute noch Hand an: sie trennen das Korn vom Stroh (Bild 2) und reinigen anschließen die Haferkörner von der Spreu mit einer alten, handbetriebenen Windmühle. Das ist aber noch nicht das Ende der Geschichte. Denn aus dem Hafer soll später Müsli werden. Und dieses Granola backen sich die Kinder selber (Bild 4). Und wer das Granola nachmachen will, hier ist das Rezept:

 

Die Zutaten

  • 3 Tassen Haferflocken
  • Tasse Nüsse
  • 1 Tasse Honig
  • ¼ Tasse Olivenöl
  • ¾ Teelöffel Salz
  • 1 Tasse Kerne (z. B. Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne etc.)
  • 1 Teelöffel Gewürze (z. B. Zimt oder Vanille)
  • Getrocknete Früchte (Cranberries, Aprikosen, Feigen, Äpfel & Co.) WICHTIG: Erst nach dem Backen hinzufügen, da die Früchte sonst zu trocken und hart werden

 So geht’s:

  1. Den Ofen auf 190 °C vorheizen.
  2. Getreideflocken zusammen mit den Nüssen, Salz und Gewürzen in eine Schüssel geben und alles gut vermengen.
  3. Honig und Öl hinzugeben und alles so lange mischen, bis keine großen Klumpen mehr vorhanden sind und sich Öl und Honig gleichmäßig um die Zutaten gelegt haben.
  4. Backpapier auf ein Blech legen und die Masse darauf verteilen.
  5. So lange backen, bis der gewünschte Bräunungs- und Knuspergrad erreicht ist (ca. 20 – 40 min, je nach Ofen). Beobachten Sie das Ganze aufmerksam. Das Granola darf nicht anbrennen und wird auch erst fest, wenn es abkühlt. Davon also nicht verunsichern lassen.
  6. Granola vollständig abkühlen lassen und dann in einem Vorratsglas aufbewahren.

Das fertige Granola hält sich mindestens 2 Wochen – aber so lange wird es eh nicht reichen!

 

Franz Rampl hat übrigens einen schönen Artikel für den Mühldorfer Anzeiger geschrieben, den man hier nachlesen kann (Ausgabe 25./26.03.2017): 170727_Vom Korn bis zum Müsli

 

Der Hafer ist geerntet. Dort wo vor kurzem noch die Felder der Schul- und Kindergartenkinder standen, sind jetzt nur noch Getreidestoppeln.Wie bekommt das Korn aus der Ähre? Mühsam, aber es geht: In Handarbeit dreschen die Kinder den Hafer. Was der Mähdrescher in einer Maschine erledigt, erfolgt früher in mehreren Schritten. Hier wird im Handbetrieb mit einer Windmühle das Korn von der Spreu getrennt.Nach der Ernte ist vor dem Backen. Vom Bauernhof geht der Hafer zur Mühle und zum Müslihersteller. So wir5d aus dem Korn erst die Flocke, dann das Müsli.

 


21. Juli 2017: Nun ist es soweit, der Hafer ist reif und kann geerntet werden (Bild 1). Heute ist ein sonniger, heißer Sommertag. Ideal für die Getreideernte. Natürlich werden die Felder der Kinder der Grundschule Buchbach und des Waldorfkindergartens Felizenzell mitgeerntet. Ihre Körner sollen später ja zu Haferflocken und Müsli verarbeitet werden. In einem Mähdrescher passieren viele Arbeitsschritte in einer Maschine: Die vorne drehende (rote) Haspel drückt die Getreidehalme nach unten, bewegte Messer am “Schneidwerk” schneiden die Halme ab (Bild 2). Im “Bauch” des Mähdreschers werden die Körner aus den Rispen geschlagen. Dabei werden die Körner von der Spreu und dem Stroh getrennt. Die Körner werden im “Korntank” gesammelt. Die Spreu und das Stroh fallen hinten wieder aus der Maschine auf das Feld (Bild 3).  Schließlich entleert der Mähdrescher seinen Korntank und die Haferkörner fallen in einem dicken Schwall auf den Anhänger (Bild 4). Es ist ein Bild der Fülle! Es war diese Jahr eine reiche Ernte von sehr guter Qualität!

 

Der Hafer ist reif, die Körner sind trocken. Es ist Zeit für die Ernte. Der Mähdrescher drischt den Hafer. Zunächst schneidet das Schneidwerk die Getreidehalme ab.Das Korn kommt in den Tank, die Spreu und das Stroh werden hinten aus dem Mähdrescher herausgeblasen.Wenn der Körnertank voll ist, wird das Getreide über eine Förderschnecke in den Anhänger befördert.

 


7. Juni 2017: Unkräuter mit großen und tiefreichenden Wurzeln, wie den Ampfer, kann der Striegel nicht herausreißen. Da aber für Rainer Hundmeyer keine chemische Bekämpfung möglich ist, müssen die Ampferwurzeln von Hand ausgegraben werden. Das ist zeitaufwendig und geht nur bei gut durchfeuchtetem Boden. Es ist anstrengend, macht aber trotzdem Freude, vor allem dann, wenn das Feld wieder frei von Ampfer ist. Etwa 200 Ampfer pro Stunde hat Rainer Hundmeyer geschafft. Eine stolze Zahl.

 

Ampfer1; Foto: Rainer HundmeyerAmpfer2; Foto: Rainer HundmeyerAmpfer3; Foto: Rainer Hundmeyer

 


1. Mai 2017: Zwischen den Haferpflanzen wächst jede Menge Unkraut (Bild 1). Jetzt wird es höchste Zeit für den Einsatz des Striegels.  Die Zinken am Striegel wirbeln den Boden richtig durcheinander, so muss es sein! Und die Haferpflanzen sind jetzt auch kräftig genug, um selbst nicht ausgerissen zu werden. Rainer Hundmeyer kontrolliert nach dem Striegeln den Erfolg seiner Arbeit, und ist zufrieden:  Die Unkräuter sind zum Teil ausgerissen und zum Teil verschüttet, den Haferpflanzen aber geht es gut (Bild 3).  Die Felder der Kinder werden natürlich besonders gründlich bearbeitet (Bild 4).

 

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17. April 2017: Als Biobauer darf Rainer Hundmeyer kein Gift verwenden, um die Unkräuter zu bekämpfen. Daher gibt es auf dem Betrieb der Hundmeyers ein Gerät, das Striegel heißt, mit dem das Unkraut aus dem Boden gerissen und verschüttet wird. Der Boden ist heute sehr locker, die kleinen Haferpflanzen sitzen noch nicht sehr fest in der Erde. Rainer Hundmeyer versucht deshalb, den Striegel möglichst sanft einzustellen, damit mit dem Unkraut nicht zu viele Haferpflanzen ausgerissen werden. Beim Bild 3 sieht man aber, dass beim ersten Versuch viele Haferpflänzchen an den Striegelzinken hängen.  Rainer Hundmeyer bezweifelt, dass heute der richtige Termin zum Striegeln ist und entscheidet sich, das Striegeln auf einen anderen Tag zu verschieben. Auf den “Feldern” der Kinder steht der Hafer übrigens schon recht dicht und üppig.

 

Striegel Hafer Striegel HaferStriegel Hafer Striegel Hafer

 


4. April 2017: Direkt nach der Aussaat hat es etwas geregnet, so dass die Saat aufgegangen ist. Heute sieht man schon die vielen Haferpflänzchen wie ein dünnes grünes Tuch über dem Acker liegen. Auch die kleinen Feldstücke der Kinder schimmern grün. Man sieht auf den beiden Bildern rechts oben, dass hier an Haferkörnern nicht gespart wurde.

 

Der Hafer spitzt bereits - Foto: Rosa Kugler Der Hafer spitzt bereits - Foto: Rosa Kugler

 


16. und 17. März 2017: Der Acker ist vorbereitet, das Wetter ist warm und sonnig, die Maschinen stehen bereit. Nun kann der Hafer gesät werden. Mit dabei sind die Schülerinnen und Schüler aller Klassen der Grundschule Buchbach sowie die Kinder des Waldorfkindergartens Felizenzell. Rainer Hundmeyer erklärt, welche Arbeiten beim Anbau des Hafers notwendig sind und wie die Kinder ihm dabei helfen können. Gesagt, getan: Jede Gruppe sät ein kleines Stück des Ackers an, und stellt eine Tafel mit dem Namen ihrer Klasse vor “ihr” Feldstück. Jetzt heißt es abwarten und auf gutes Wetter hoffen.

 

Raphaela Lohmann vom Mühldorfer Anzeiger war beim Aussätag übrigens auch dabei und hat einen schönen Artikel dazu geschrieben (Ausgabe 25./26.03.2017): Artikel Mühldorfer Anzeiger

 

Schulkinder bei der Aussaat - Foto: Rosa KuglerSchulkinder bei der Aussaat - Foto: Rosa KuglerSchulkinder bei der Aussaat - Foto: Rosa KuglerSchulkinder bei der Aussaat - Foto: Rosa Kugler

 


Wie kommt der Hafer in mein Müsli? Müslitüte im Laden kaufen, in meine Schüssel schütten und fertig? Das stimmt. Wir wollen es aber genauer wissen. Wir machen uns deshalb auf den Weg und gehen dorthin, wo das Müsli seinen Anfang nimmt: auf den Bauernhof. Dort wird nämlich der Hafer, den wir für das Müsli brauchen, angebaut. Hierzu gehen wir zu Rainer Hundmeyer in Kagen bei Buchbach. Er ist ein Bauer, der gerade auf Bio umgestellt hat. Seine diesjährige Haferernte liefert er erstmals an Barnhouse, einen Biokrunchyhersteller in Mühldorf. Rainer Hundmeyer wird uns in den nächsten Monaten sagen, was alles auf seinem Haferfeld passiert. Später verfolgen wir den Weg des Hafers vom Acker in das Silo von Hundmeyers, dann zur Mühle PrimaVera, die aus den Haferkörnern Flocken macht, dann zur Firma Barnhouse, die das Müsli produziert und dann zum Regionalladen in Buchbach, wo ihr am Ende dieses Weges Euer Müsli kaufen könnt. Das wird aber sicher noch bis Ende des Jahres dauern. Auf geht’s, machen wir uns gemeinsam auf die Suche.

 

Hafer - Foto: Daniel Delang Haferprojekt - Foto: Michael Rittershofer

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