Öko-Modell-Regionen

Projekte / Wie kommt der Hafer in mein Müsli? Projekt Gallenbach

19. Juli 2018: Was für das Wachstum der Pflanzen schlecht war, ist für die Ernte gut: Viel Sonne und keinen Niederschlag. Der Hafer ist reif und trocken, so dass er heute gut geerntet werden kann. Der Mähdrescher erntet das Feld ab. Jedes mal, wenn der Korntank voll ist, schwenkt das sogenannte Abtankrohr aus. Hilarius Häußler fährt mit seinem Traktor neben den Mähdrescher, so dass der Mähdrescher das Getreide aus dem Korntank in den Anhänger füllen kann. Vom Feld fährt Hilarius Häußler das Getreide ins Lager. Hilarius Häußler hat nur wenig eigene Lagermöglichkeiten, so dass er den Hafer zu einem anderen Biobetrieb nach Gars bringt. Mit dem Haferertrag ist Hilarius in diesem Jahr nicht ganz zufrieden. Es hat in den letzten Monaten einfach zu wenig geregnet.

 

Einen kurzen Film zur Haferernte auf dem Betrieb Maier-Häußler hat Barnhouse gedreht. Auf youtube kann man diesen kurzen Film anschauen: https://youtube/hQwaBpigpkk

 

Der Reife Hafer direkt vor der Ernte; Foto: Hilarius HäußlerDer Mähdrescher drischt den Hafer; Foto: Hilarius HäußlerDer Korntank ist voll, das Abtankrohr fährt aus; Foto: Hilarius HäußlerDer Mähdrescher leert seinen Korntank in den Anhänger; Foto: Hilarius Häußler

 


08. Juli 2018: Seit dem Striegeln im Mai, hat Hilarius Häußler auf dem Feld nichts mehr gemacht, nur noch kontrolliert und gehofft, dass alles gut wächst. Der Hafer ist sehr gut gewachsen und ist nun fast reif. Nur noch in den Fahrspuren, dort wo die Reifen des Traktors den Hafer nach unten gedrückt haben, ist der Hafer noch etwas grün. Sobald der Hafer auch hier abgereift ist, kann die Ernte beginnen. Das wird voraussichtlich in etwa zwei Wochen der Fall sein. Der Leindotter, der bei den Maier-Häußlers im Hafer wachsen darf, hat sich allerdings nicht so gut entwickelt, wie erhofft. Hilarius Häußler vermutet, dass das Striegeln ihm dieses Jahr nicht gut getan hat. Ernten will er deshalb nur den Hafer. Den Leindotter, dessen Samen viel leichter sind, als die vom Hafer, wird der Mähdrescher mit der ganzen Spreu hinten herausblasen. Hilarius hofft, dass die herausgeblasenen Leindotter-Samen als Zwischenfrucht noch einmal keimen, schön wachsen und im Herbst noch einmal zur Blüte kommen – als Nahrung für Honigbienen, Wildbienen und andere Insekten.

 

Das Haferfeld, mit der Tafel der fleissigen Aussaat-Helfer; Foto: HIlarius HäußlerFahrspuren im Hafer; Foto: HIlarius HäußlerDer Hafer kommt schön; Foto: Hilarius HäußlerLeindotter im Hafer; Foto: HIlarius Häußler

 


22. Mai 2018: Heute fährt Hilarius Häußler mit dem Striegel auf das Feld. Der Striegel ist ein Gerät mit lauter Zinken, mit dem der Boden etwas aufgerissen und das Unkraut ausgerissen wird. Es hat zwar wenig Unkraut, das Auflockern des Bodens hilft aber dabei, dass weniger Feuchtigkeit vom Boden an die Luft verloren geht. Das ist gerade sehr wichtig, denn der wenige Regen bleibt das große Thema. Es hat in den letzten Wochen zwar mit 20 Liter pro Quadratmeter etwas geregnet, aber noch viel zu wenig. Beim Striegeln hat Hilarius darauf geachtet, dass er nur sanft über das Getreide fährt, um möglichst wenig Getreide und Leindotter auszureissen. Dannach hat der ganze Ort nach Leindotter gerochen – aufgrund von ganz kleinen Verletzungen der Pflanzen begann der Leindotter ganz intensiv zu riechen.

 

Übrigens hat Hilarius auch einige Getreidehähnchen gesehen. Das sind ganz kleine Schädlinge. Da es nur wenige sind, macht sich Hilarius darüber aber keine Sorgen.

 

Wie schön es auf Ökofeldern blühen kann, zeigt der Blick auf das Weizenfeld von Maier-Häußlers (Bild 4).

 

Der Striegel; Foto: Hilarius HäußlerSo sieht das Striegeln aus; Foto: Hilarius HäußlerAuch wenn es schlimm aussieht: Der Hafer steht morgen wieder; Foto: Hilarius HäußlerDer Bioanbau; so schön sieht das Weizenfeld bei Maier-Häußlers aus; Foto: Hilarius Häußler

 


09. Mai 2018: Bei der Saat hat alles gepasst. Die Hafer- und Leindottersamen finden genug Feuchte im Boden und konnten deshalb gut keimen. Aber dann blieb der Regen aus. Seit der Aussaat hat es bis heute gerade einmal 5 Liter auf einen Quadratmeter geregnet. Das ist etwa eine halbe Gießkanne voll. Normalerweise regnet es hier in diesem Zeitraum bestimmt 15 Mal so viel. Und so ist der Hafer und Leindotter nicht so hoch und dicht, wie er normalerweise um diese Zeit sein sollte. Ein Vorteil: Auch das Unkraut tut sich schwer. Daher konnte sich Hilarius Häußler das Striegeln auf dem Acker bislang sparen. Die Felder grünen zwar, aber wenn man genau hinsieht, fällt auf, dass der Boden sehr, sehr trocken ist. Nun heißt es: hoffen, hoffen auf baldigen Regen!

 

Haferfeld der Schüler*innen; Foto: Michael RittershoferDer Hafer und Leindotter brauchen dringend Wasser; Foto: Michael RittershoferHaferfeld der Schüler*innen 2; Foto: Michael RittershoferDrei-Nutzen-Feld. Hafer, Leindotter und Bienenweide; Foto: Michael Rittershofer

 


11. April 2018: Nachdem der Winter noch einmal zurückkam und im März Äcker und Wiesen unter einer weißen Decke begraben hat, ist es endlich soweit: Die Haferaussaat kann beginnen. Bäuerin und Bauer stehen in den Startlöchern. Das Wetter ist warm uns sonnig. Die Acker sind für die Frühjahrsaussaat vorbereitet. Die Maschinen sind geschmiert. Hilarius Häußler, der Bauer vom Biolandhof Gallenbach in Taufkirchen bei Mühldorf, hat für die heutige Aussaat tatkräftige Unterstützung von 19 Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Mühldorf. Es ist eine Übergangsklasse mit Kindern und Jugendlichen aus allen Damen und Herren Ländern: Syrien, Irak, Brasilien, Polen, Kroatien.

 

Neben dem Feld steht ein großer Sack mit Bio-Hafer und ein kleiner mit Leindotter. Beides wird in Mischkultur ausgesät. Hierzu vermischen die Schülerinnen und Schüler das Saatgut in einem der Säcke. Dann geht es los: Während unter Anleitung von Hilarius die einen Schülerinnen und Schüler Rillen ziehen, streuen andere dort die Körner hinein. Am Ende schließen die Kinder die Rillen dann vorsichtig mit einem Rechen. Damit klar ist, wer hier gearbeitet hat, gestaltet die Gruppe zum Abschluss eine Tafel, auf der die Schule und ihre Klasse steht. Jeder unterschreibt dann mit dem eigenen Namen.

 

Was man mit Getreide alles so machen kann, erfahren die Schülerinnen und Schüler dann noch bei Claudia Maier-Häußler, die in der Küche ihrer Gastwirtschaft mit ihnen Semmeln bäckt, welche die Kinder dann entweder gleich essen oder mit nach Hause nehmen.

 

Nun hoffen die Bäuerin und der Bauer auf Regen, damit die Saat aufgehen kann.

 

Rillen ziehen für die Haferaussaat ; Fotografin: Rosa KuglerHafer säen; Fotografin: Rosa KuglerDie Rillen mit den Haferkörnern wird zugerecht; Fotografin: Rosa KuglerDie Klassen-Feldtafel wird gemalt; Fotografin: Rosa Kugler

 

Kontakt