Reisetagebuch: 30 Tage 100% bio-regionale Ernährung

Unser Projektmanager Michael begibt sich auf eine herausfordernde Reise und nimmt uns mit

Auch wenn Corona uns gerade sehr in Atem hält. Die viel dramatischere „Pandemie“ heißt Klimawandel. Ob wir mit Freiwilligkeit den Temperaturanstieg unter 2 °C halten können oder ob es nur über die politisch Verantwortlichen gehen kann, die endlich Ihrer Verantwortung gerecht werden müssen, sei dahin gestellt. Auf jeden Fall sollten wir Bürgerinnen und Bürger unseren Teil dazu tun, um den Energieausstoß zu verringern und gleichzeitig indirekt den Druck auf die Politik zu erhöhen.
Aus diesem Anlass hat Franz Galler, Regionalentwickler aus dem Chiemgau, den Kurs „Klimafreundlich leben“ entwickelt, mit dem Ziel, die Information, den Austausch und die Umsetzung von Maßnahmen zum Thema Klimaschutz zu stärken (https://www.nachhaltige-region.de/). Momentan hat der Pilotkurs hierzu begonnen. Weitere Kurse starten demnächst.


Im Rahmen des Kurses „Klimafreundlich Leben“ habe ich mir zur Aufgabe gesetzt, einen Monat lang mich zu 100% mit Biolebensmitteln aus der Region zu ernähren. Ich habe beschlossen, diese Reise am 20. Juni zu beginnen.

Michael: "Schon am Tag vor meiner „Abreise“ bereue ich es schon, mein Reiseziel nicht näher definiert zu haben. Mann, oh Mann: 100% regional, das geht ja gar nicht. Beispiel Gewürze: Bis auf das, was bei uns im Garten wächst, wie Petersilie, Schnittlauch, Borretsch, Liebstöckel, Thymian, werde ich wohl kaum etwas finden, was aus der unmittelbaren Region stammt. Also nur bedingt würzen: Kein Pfeffer, kein Paprika, kein Curry? Wie ist es mit dem Salz? Mein Ur-Salz, naturbelassen, unjodiert, kommt von einer Firma am Bodensee. Das Salz hierfür wird bergmännisch abgebaut in mehreren 100 Meter Tiefe, irgendwo in Deutschland. Um zu meiner nächsten mir bekannten Salzquelle, Bad Reichenhall, zu kommen, reichen 100 km auch nicht aus. Und klar, wenn ich mir ein Brot kaufe, verwendet der Bäcker auch kein Salz aus eigenem Anbau, ebenso wenig wie den Leinsamen, die Sonnenblumenkerne, den Kümmel und so weiter.
Was also tun? Wo setze ich eine vernünftige Grenze?
Heute Mittag gibt es übrigens Milchreis. Wir haben noch über einen Liter Milch im Kühlschrank, die dringend weg muss. Milch von einem Biolandhof 1 Kilometer entfernt von mir zu Hause. Der Demeter-Milchreis kommt von der Spielberger Mühle in der Nähe von Heilbronn. Der Rundkornreis, der hier verarbeitet wurde, stammt aus Italien. Heute passt es noch, morgen nicht mehr. In einem ähnlich gelagerten Fall müsste es dann beim nächsten Mal Pfannkuchen geben aus eigenen Eiern und TAGWERK-Mehl oder Griesbrei mit TAGWERK-Weizengries."


Projektbezogene Nachrichten:



Kontakt
Dr. Michael Rittershofer
Projektmanager
Geschäftsführer TAGWERK e.V.

TAGWERK e.V.
Algasing 1
84405 Dorfen
+49 (0)8081 937950
michael.rittershofer@tagwerk.net

Juni 2020

Region: Mühldorfer Land (ehem. Isental)