Wertschöpfungskette Bio-Wurst (und Bio-Fleisch)

Weil´s uns nicht Wurscht ist!

Tagwerk Bio Metzgerei
© Daniel Delang

Fleischkonsum, Tierhaltung und Schlachtung sind sensible und oft kontrovers diskutierte Themen. Die TAGWERK Biometzgerei und ihre Partnerlandwirt*innen wagen sich respekt- und verantwortungsvoll an dieses heikle Feld heran. Die Öko-Modellregion Kulturraum Ampertal unterstützt das Konzept und die Philosophie der TAGWERK Biometzgerei auf ganzer Linie. Weil´s eben nicht Wurscht ist. Und deshalb macht man sich nun gemeinsam auf den Weg. Denn die Herausforderungen in diesem Spannungsfeld sind groß und vielfältig. Und trotzdem blicken alle zuversichtlich und positiv in die Zukunft, angetrieben und bestätigt von der Überzeugung, „den richtigen Weg“ zu gehen.

Im 500 Seelendorf Niederhummel, einem Ortsteil von Langenbach ist 2015 eine Biometzgerei errichtet worden. Die Tochtergesellschaft der TAGWERK Verbraucher- und Erzeugergenossenschaft beschreitet einen anderen, einen zukunftsfähigen und nachhaltigen Weg. Ganz bewusst wurde beim Bau der Biometzgerei auf große Fenster rund um das Gebäude geachtet – eine sog. „gläserne Metzgerei“ wurde hier eröffnet. Das soll Verbraucher*innen willkommen heißen, auch einen Blick in das Innere des Betriebes zu werfen. Hier gibt es nichts zu verstecken, im Gegenteil, die TAGWERK Biometzgerei ist stolz auf ihre Betriebsphilosophie, auf den würdevollen Umgang mit den Tieren und Menschen, die handwerkliche und achtsame Verarbeitung sowie die Qualität ihrer Produkte. Auch zu den Landwirt*innen bestehen enge Partnerschaften und ein guter Austausch, nicht zuletzt durch die Genossenschaft.

Seit längerem zeichnet sich ab, dass es vor allem schwierig ist, Wurstwaren und Verarbeitungsfleisch abzusetzen. Der Trend – vor allem auch beim TAGWERK Kunden – geht zu weniger Fleisch, dafür mehr Edelteile. Die Wurst und das Verarbeitungsfleisch bleiben dabei oft auf der Strecke, aber gehören nun einmal auch zum Tier. Verbraucher*innen und Entscheidungsträger*innen sollen für das Thema der Ganztierverwertung sensibilisiert werden sowie erfahren, warum Tiere in der ökologischen Landwirtschaft oft eine besondere Rolle einnehmen. Neben der Bildungs- und Aufklärungsarbeit ist ein weiterer Schwerpunkt des Projektes, die Wurstwaren und das Verarbeitungsfleisch in der Außer-Haus-Verpflegung zu etablieren. Dabei sollen Gastronomie, Eventgastronomie und Hotellerie des Gebietes genauso eingebunden werden wie die Gemeinschaftsverpflegung in Kitas, Schulen, sozialen Einrichtungen und Unternehmen.

Ein weiteres Thema – das weder die Biometzgerei noch die Öko-Modellregionen allein lösen können ist der Nachfrageüberhang bei Bioschweinen in ganz Deutschland. Trotzdem wird man sich gemeinsam mit Verbänden und Initiativen dem Thema annehmen um hier langfristig Schritte vorwärts zu machen.

Die Biometzgerei hat sich auf den Weg gemacht, ihrer Verantwortung gegenüber Tier, Mensch, Landschaft und somit der Region mutig zu stellen. Auch die Öko-Modellregion ist der Meinung, dass ein verantwortungsvolles Wirtschaften Regionen nachhaltig formt und lebenswerten Lebensraum schafft.


Projektbezogene Nachrichten:



Kontakt
Theresa Hautzinger
Projektmanagerin

Öko-Modellregion Kulturraum Ampertal

Rathausplatz 1

85414 Kirchdorf an der Amper
+49 (0)8166 6769-91
theresa.hautzinger@kulturraum-ampertal.de

Mai 2020

Region: Kulturraum Ampertal