Rückblick: Ernteteilerversammlung 2019 der Solawi am Dollingerhof

25.03.2019

Projekt:

Landwirtschaft, die alle angeht

Am 23. März 2019 fand die Ernteteilerversammlung der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) Dollingerhof in Nürnberg statt. Etwa 170 Ernteteiler_innen aus Nürnberg, dem Nürnberger Land, Fürth, Ingolstadt und Eichstätt trafen sich, um die Weichen für das kommende Jahr zu stellen.

 Fünf Jahre Solidarische Landwirtschaft

Die Ausgangslage war günstig, denn die vor fünf Jahren auf Initiative der Stadt Nürnberg ins Leben gerufene Solidarische Landwirtschaft am Dollingerhof hat sich zwischenzeitlich fest etabliert und der Hof wird zu 100% von der Solawi getragen. Über 500 Menschen teilen sich die Kosten sowie die Ernte des Hofes, die einmal wöchentlich an 17 Abholstationen geliefert wird. Besonders beliebt ist das Konzept bei jungen Familien, die sich vermehrt für ein nachhaltiges Modell der regionalen Versorgung entscheiden.

Extreme Klimabedingungen und steigende Solidarität

Auf der diesjährigen Versammlung stand die Entscheidung über das Budget sowie die solidarische Aufteilung der durch die extremen Klimabedingungen des vergangenen Sommers verursachten Kosten an vorderster Stelle. Während das gleichbleibende Budget einstimmig angenommen wurde, entwickelte sich eine Debatte hin zum Thema wirkliche Solidarität: Hierbei gab es zahlreiche Appelle aus den Reihen der Ernteteilerinnen und Ernteteiler, die auf freiwillige Beitragserhöhungen und andere Mehrleistungen zielten. Wichtig für die nähere Zukunft der Solawi Dollingerhof waren außerdem die weiteren Themen zur Abstimmung: Neben der Bohrung eines Brunnens wurden die solidarische Aufteilung der Wasserrechnung sowie die Anschaffung eines Weidemelkstandes beschlossen.

Fair und engagiert in die Zukunft

Zur Ernteteilerversammlung betonte die Bäuerin Claudia Dollinger, wie wichtig faire Löhne für das Gelingen und den Aufbau einer nachhaltigen Form der Landwirtschaft seien.

Im fünften Erntejahr ging es aber auch um Themen, die derzeit gesamtgesellschaftlich von Bedeutung sind: Saisonale, klimafreundliche und bio-fair produzierte Lebensmittel aus der Region tragen zwar maßgeblich zur Einhaltung der Klimaziele bei, aber genug sei das noch lange nicht. „Wir müssen radikaler und unbequemer werden, unsere Köpfe, unsere Herzen und unsere Hände einsetzen – dann können wir richtig viel erreichen!“, mahnte Dollinger am Vorabend auf einer Veranstaltung zum Thema Klimawandel und untermalte ihre Worte auf der Ernteteilerversammlung mit Beispielen aus dem Hofleben. Damit blickt die Ernteteilergemeinschaft um den Dollingerhof in ein dynamisches Jahr: Während der Hof in den letzten Jahren viele Schritte zur Beständigkeit gegangen ist und die diesjährige Versammlung entsprechend harmonisch verlief, geht es nun vor allem darum, das auch nach außen zu tragen und aktiv an aktuellen Debatten und Entwicklungen mitzuwirken.

/Nina Gassauer für die Solawi am Dollingerhof