Öko-Modellregion Waginger See - Rupertiwinkel

Genussrechte – ein Instrument für nachhaltige ökologische Investitionen in der Region

Lokwelt Freilassing, Westendstr. 5, 83395 Freilassing - 02.12.2019 - 18.00 Uhr

 

Am Montag, den 2. Dezember um 18.00 Uhr findet in der Lokwelt in Freilassing eine Infoveranstaltung zum Thema „Genussrechte – ein Instrument für nachhaltige ökologische Investitionen in der Region“ statt.

Veranstalter ist das Amt für ländliche Entwicklung Oberbayern mit der Ökomodellregion Waginger See- Rupertiwinkel.

Kleine echte Handwerksbetriebe im Lebensmittelbereich haben es nicht leicht, um gegen die Vielzahl an großen Handelsketten und Discountern noch bestehen zu können. Gerade sie geben aber unserer Region durch ihre Spezialitäten ein unverwechselbares Gepräge. Referentin Petra Wähning vom Amt für ländliche Entwicklung in Oberbayern wird sogenannte „Genussrechte“ als neues Beteiligungsinstrument vorstellen, mit dem Bürger aus der Region und darüber hinaus Anteile erwerben können, um nachhaltig und ökologisch Geld in der Region anzulegen.

Das Thema Genussrechte wird am Beispiel der Bio-Bäckerei Wahlich aus Surheim vorgestellt. Die Bäckerei mit Cafe verwendet seit sechs Jahren Biogetreide von Landwirten aus der Region und verbäckt das Getreide handwerklich, mit hohem Arbeitsaufwand und ohne jegliche Zusatzstoffe. Nach der kundenfreundlichen Umgestaltung des Ladens möchte sie jetzt in eine neue Backstube investieren, die es ermöglicht, die Arbeitszeit etwas zu reduzieren. Die Investition soll über die Ausgabe von Genussrechten an einen solidarischen Kreis von Verbrauchern ermöglicht werden. Die Verzinsung erfolgt in der Regel über den Warenwert durch die Backwaren, oder in Geld.

Vom Modell der Genussrechte sind immer mehr kleine Unternehmen in Bayern überzeugt. Durch direkte Investitionen von Kunden aus der näheren und weiteren Umgebung wird die Weiterentwicklung wichtiger Handwerksbetriebe gewährleistet und ihre Zukunft gesichert. Das stärkt nicht nur regionale Kreisläufe, sondern auch persönliche Kontakte in der Region.

Dazu Michael Wahlich:
„Mit der Sanierung unserer Backstube durch Kauf und Einbau mehrerer Maschinen wollen wir unsere Betriebsabläufe optimieren und uns auch für weiteres Wachstum rüsten. Durch die Anschaffung einer Kühlanlage, eines neuen Backofens sowie einer größeren Knet- und Anschlagmaschine können wir effizienter backen. Wir haben damit die Möglichkeit, den Teig wirklich lang reifen zu lassen. Die Langzeitführung beim Brot und die spezielle Lagerung der Teiglinge verbessern die Teigreife und machen unser Gebäck besonders verträglich. Im Ergebnis können wir damit die Qualität unserer Biobackwaren weiter steigern“, so der Bäcker. „Nach einer Einarbeitungszeit sind wir in der Lage, ein bisschen mehr zu produzieren und damit unsere Bäckerei so zu entwickeln, dass unsere Zukunft langfristig gesichert ist. Mehr brauchen wir nicht. Wir wollen klein und überschaubar bleiben. Der Kontakt mit unseren Kunden ist uns ebenso wichtig, wie der Kontakt zu unseren Getreideproduzenten und ehrliches Handwerk“.
„Mir ist wichtig, dass Michael seine wöchentliche Arbeitslast von rund 70 Stunden pro Woche auf etwa 50 Stunden reduzieren kann“, ergänzt Barbara Wahlich, „das wäre unser Wunsch“.