Öko-Modell-Regionen
Waldsassengau (bei Würzburg)

Termine / Rückblick – Bio-Radl-Tour 2018 Waldsassengau - 31.07.2018 - Termin hat bereits stattgefunden! Rückblick!

Färberkamille, Wilde Möhre, Luzerne und Acker-Witwenblume prägen Ende Juni die großzügigen Blühflächen rund um das Radlerheim in Hettstadt. Sie boten den rund 35 Radlern der diesjährigen Bio-Radl-Tour der Allianz Waldsassengau einen farbenfrohen Einstieg und nicht nur dem stellvertretenden Landrat Armin Amrehn ging beim Anblick der leuchtenden Wiesen „das Herz auf“.

Beachtliche zwölf Hektar Blühstreifen und -Flächen wurden in diesem Jahr in der Hettstadter Gemarkung von Landwirten des Ortes angelegt. Die Saat ging auf und die blühende Pracht erfreut neben Spaziergängern vor allem die heimische Tierwelt. Der Umweltbeauftragte des Gemeinderates, Klaus Gottschlich, geriet bei der Aufzählung der geflügelten Besucher geradezu ins Schwärmen: „Perlmuttfalter, Zitronenfalter, Kaisermantel, Schachbrettfalter, Distelfalter, verschiedene Bläulinge, Pfauenauge, Schwalbenschwanz, Kleiner Fuchs und viele mehr“. Eine großartige Bestätigung für die Bemühungen seines sogenannten „Runden Tisches“, der die grünen Akteure des Ortes – Landwirte, Jäger, Imker, Naturschützer zusammenbringt, um miteinander etwas für Natur und Umwelt vor Ort zu erreichen.

 

Die nächste Station der Radl-Tour führte zum St. Josefs-Stift Eisingen, wo Apfelsaft und Cidre der dortigen Streuobst-Gruppe verkostet werden durften. Initiator Phillip Bayer liegt nicht nur der Erhalt und die Neuanlage von Streuobstwiesen am Herzen, er ermöglicht den Bewohnern des Stifts auch weitgehend selbstständiges Arbeiten in diesem noch jungen Arbeitsbereich der Einrichtung. Armin Amrehn wies auf die Notwendigkeit hin, die Streuobst-Initiativen der Region miteinander zu vernetzen, um Synergien zu nutzen zu können. Eine Erweiterung der Anlage ist bereits in Planung und selbst mit einer eigenen Kelterei liebäugelt Phillip Bayer. Auf Anfrage werden Pflege und Ernte von Obstbäumen durch ihn und seine Gruppe übernommen.

 

Im kommunalen Biotopverbund Waldbüttelbrunn entstanden in den letzten 30 Jahren vielfältigste Lebensräume, die mit Bauhof, BN und Landwirten konzertiert gepflegt und weiterentwickelt werden. Ein Ansatz, der bei den Radlern auf viel Zustimmung stieß. Die neu eingefasste Quelle am Herrlesbrünnle, die Obstwiese mit den Baum-Patenschaften sowie die Wildbienenwiese am Waldrand sind Beispiele für das Engagement der Waldbüttelbrunner.

Bürgermeister Klaus Schmidt dankte an dieser Stelle dem BN-Vorsitzenden Jürgen Steinmetz, dessen Begeisterung und Einsatz für die Natur beispielhaft und ansteckend seien. So überzeugte Steinmetz unlängst Gewerbetreibende, ihre Rasenflächen umbrechen und bunte Blühmischungen in ihren Firmenfarben anlegen zu lassen. Dieses Vorgehen kommt gut bei Kunden an, was die „likes“ auf Facebook bewiesen und findet hoffentlich weitere Nachahmer, wie Schmidt hofft. Neben Gewerbegebieten bergen brachliegende Flächen in der Ortsmitte, Bauplätze und Gärten viel ungenutztes Blüh-Potential, bemerkten die Teilnehmer der Tour, bevor sie zum „Rossbrünnle“ nach Hettstadt weiterfuhren.

 

Das BN-Kindergruppen-Team um Marion Betz, hatte am dortigen Teich bereits Mikroskope und Anschauungsmaterial bereitgestellt, das mit den Kindern und Jugendlichen gesammelt wurde. Vor allem die verlassenen Libellen-Larvenhäute, die sogenannten „Exuvien“ begeisterten die Naturfreunde.

 

Im Hettstadter Hochzeitsgarten stellte anschließend Corinna Falgner die aktuellen Projekte des Obst- und Gartenbauvereins vor und lud alle zur Fränkischen Wanderung im Rahmen des diesjährigen Kulturherbstes ein, wo neben fränkischen Geschichten auch fränkischer Wein geboten wird.

 

Zu guter Letzt durften noch die mächtigen Eichen in der Flur „Kleelein“ bestaunt werden, die nun als „Methusalem-Bäume“ unter Schutz gestellt sind. Am Ende der Tour angelangt, bedankte sich Projektmanager Jochen Diener im Namen der Öko-Modellregion beim Umweltbeauftragten Klaus Gottschlich für dessen großartige Unterstützung, zum einen als Umweltbeauftragter der Gemeinde, zum anderen ganz konkret bei der Planung der diesjährigen Bio-Radl-Tour. „Gute Beispiele liegen direkt vor der Haustür und müssen nur ausreichend Nachahmer finden, damit wir mehr für die Artenvielfalt erreichen.“ resümierte Diener abschließend.