Öko-Modell-Regionen
Aktuelles
Bio-Bauern gesucht! …aber eignet sich mein Betrieb überhaupt zur Umstellung? Wie gestaltet sich die Unkrautregulierung? Nach welchem Zeitraum wird die Milch als Biomilch verkauft? Wie bereite ich mich auf den Besuch des Öko-Kontrolleurs vor? Und wohin liefere ich meine Erzeugnisse? Wie kann ich ein erfolgreicher Bio-Bauer werden?
Dass es in Bayern überhaupt noch so viele Landwirte gibt, das ist vor allem dem hohen Anteil an Landwirten zu verdanken, die ihren Betrieb als Nebenerwerbsbetrieb führen. Also jenen Menschen, die einer bezahlten Arbeit nachgehen und nach Feierabend dann in der Landwirtschaft arbeiten.   In der Elterngeneration hatte der Hof noch zwei Familien ernährt, heute ist es für eine Familie eine Herausforderung. Wie kommt es, dass so viele Menschen trotz dieser erschwerten Bedingungen die Landwirtschaft nicht aufgeben? „Die einen haben eine Porsche in der Garage, ich habe die Tiere auf der Weide. Das freut mich jeden Tag, ich empfinde es nicht als Arbeit. Es ist für mich eine Lebensphilosophie, die einzige Art, wie ich leben will.“, hört man öfter. Auch Stefan und Rosi Kuhn aus Oerlenbach sind solche Idealisten und Bauern aus Leidenschaft. Der Betrieb wird behutsam und mit viel Geduld von beiden an die sich verändernden Bedingungen in der Landwirtschaft angepasst. Auf das Einkommen dürfen die beiden dabei derzeit aber nicht schauen. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass wir durch den Verkauf ab Hof innerhalb der nächsten Jahre ein stabiles Zusatzeinkommen in Höhe eines Minijobs haben – zusätzlich zur Verpflegung durch den Hof.“ Das sind bescheidene Erwartungen, dafür erreichbar und realistisch.   Mit viel Liebe ist über die Jahre einen Bilderbuchhof entstanden: mit Schweinen, Ziegen, Hühnern, Bienen, Pferden, Hunden und Katzen. Aufgrund von Allergien der Kinder fand ein Umdenken hin zum Ökolandbau und der Wechsel von Kühen zu Ziegen statt. Das war anfangs nur zur Versorgung der Familie gedacht. Eine klassische Subsistenzwirtschaft also: Menschen versorgen sich auf ihrem Land selbst und verkaufen die eher geringen Überschüsse. Das Gemüse reicht grad mal für die Familie, aber Milch, Honig und Kartoffeln werden auch ab Hof verkauft.   [my_gallery index="1"]   Jahrelange Erfahrung in der Verarbeitung der überschüssigen Milch sorgt für eine solide Erfahrung im Buttern und Käsen. Verwandte werden mitversorgt. Die ersten Käsekurse werden erst besucht – dann selbst angeboten. Nun soll eine kleine Käserei entstehen. Dann könnte der Käse auch verkauft werden. Eine kleine Kundschaft für Kartoffeln und Honig entwickelte sich zusammen mit dem Hof – das sind mittlerweile ein paar Dutzend Menschen, die in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen hierherkommen, den Hof genießen und Lebensmittel kaufen.   Daneben ist der Ort ein Lernort – hier können die Kleinen und Kleinsten Landwirtschaft hautnah erleben. Tiere pflegen, in der Erde wühlen, Bienen beobachten, Melken und Käse machen. Das Angebot reicht vom Lernort Bauernhof bis zu Geburtstagen und regelmäßigen Besuchen.
Die Schlossbrauerei Stein ist das, was man landläufig als gesundes mittelständisches Unternehmen bezeichnen würde. Wie viele dieser Unternehmen, sind es die gewachsenen, stabilen Beziehungen und die gesunden Proportionen, die solche Unternehmen – allen vermeintlichen Trends zum Trotz – gut wirtschaften lassen.   Die Brauerei Stein ist ein Traditionsunternehmen. Schon 1489 wurde hier Bier gebraut. Die Mitarbeiter und insbesondere Braumeister Markus Milkreiter leben die Unternehmensphilosophie. Bayrische Stabilität, Verlässlichkeit, gute Beziehungen und anspruchsvolle Qualität, das sind die Merkmale.   Als die Ökomodellregion Waginger See anerkannt wurde, reagierte die Brauerei schnell und nahm Kontakt auf, damit war der Schritt zur gemeinsamen Sache nicht schwer. Die Brauerei, die konventionelles und seit über zehn Jahren auch biologisches Bier produziert, hatte schon immer ein Interesse an regionalen Strukturen und Beziehungen. Deshalb wurde schon vor einigen Jahren damit begonnen, die Gerste für das konventionelle Bier regional zu kaufen. „Das ist einfach, weil wir noch vergleichsweise viele Landwirte haben, die Gerste für uns anbauen können.“ Die Brauerei macht damit gute Erfahrungen. Es geht um die guten Beziehungen vor Ort und um die Sicherstellung der Qualität durch direkten Kontakt zu den Landwirten und Einblick in die Anbauverfahren. Der Antrieb dafür ist nicht im Marketing, sondern in der Einstellung der Geschäftsführung und des Braumeisters zum Thema Regionalität zu suchen.   Bei der ökologischen Braugerste schien die Beschaffung schwieriger. Wer ist hier in der Gegend Biobauer? Haben die Biobauern Interesse und würden Braugerste anbauen? Der Anbau von Biogerste ist aufgrund der klimatischen Bedingungen nicht leicht. Das Risiko, dass Braugerste aufgrund schlechter Witterung nur kleine Körner reifen lässt und damit als Futtergerste endet, ist vorhanden. Dennoch ist es – mit tatkräftiger Unterstützung der Ökomodellregion Waginger See- Rupertiwinkel - gelungen, dass sich ein Dutzend Biobauern aus der Region zusammengefunden haben. Sie produzieren nun im zweiten Jahr Braugerste für die Schlossbrauerei und der Großteil der Ernte weist tatsächlich eine sehr gute Brauqualität auf.   So mancher Kollege der Branche würden dieses Unterfangen – von Landwirten in der vor Ort gewachsenen Qualität die Gerste zu beziehen – nicht mit gleicher Begeisterung unterstützen. Denn: Es gibt bessere Bedingungen für Gerste als im Übergang von der Grünland- zur Ackerbauregion. Es verlangt Mut und vor allem brauhandwerkliches Können, mit der regionalen Gerste zurechtzukommen. Und es braucht Erfahrung im Brauen, damit ein Bier gelingt, das dem Vergleich mit anderen Regionen problemlos standhält. In dem Duo aus Geschäftsführung und Braumeister der Schlossbrauerei vereint sich beides: mutige, beherzte Entscheidungen und ambitionierte Braumeisterkunst. So schmeckt das BioBier der Brauerei Stein seit letztem Jahr besonders gut. Dieses Jahr wurde zum zweiten Mal geerntet. Nach wie vor wird die Geschäftsentscheidung zur Regionalität auf ganzer Linie nicht besonders erwähnt. Diese Erwähnung hat sie jedoch verdient, wie wir finden.
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Neue Wege

Die Bio-Produktion in Bayern soll bis zum Jahr 2020 verdoppelt werden. Dieses Ziel hat sich die Staatsregierung mit der Initiierung des bayerischen Landesprogramms BioRegio Bayern 2020 gesetzt. Die heimische Nachfrage nach ökologischen Lebensmitteln soll damit künftig stärker aus regionaler Produktion gedeckt werden.

 

Das kommt Verbrauchern und Landwirten gleichermaßen zugute. Denn die Menschen wollen Transparenz bei der Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln und bevorzugen zunehmend ökologische Produkte aus der Region.

Felder / mehr
Landwirtschaftliche Erzeugung einschließlich Gartenbau, Imkerei und Teichwirtschaft
Verarbeitung
Vermarktung, Gastronomie, Hotellerie, Gemeinschaftsverpflegung
Information und Bewusstseinsbildung

Öko-Modellregionen

1. Isental

1. Isental

Landschaft Isen
Die Gemeinden Buchbach und Schwindegg im Landkreis Mühldorf – die „Zwei aus dem Isental“ – handeln in vielen Dingen gemeinsam. Diese schöne Gegend soll durch regionalen Konsum und überschaubare Wirtschaftskreisläufe lebendig gehalten werden. Nun will man auch den Ökolandbau als Wachstumsmarkt stärken. Die beiden Kommunen haben das Potential erkannt und sich erfolgreich als Öko-Modellregion beworben.

TAGWERK setzt sich vor

2. Neumarkt i.d. OPf.

2. Neumarkt i.d. OPf.

Foto: Landschaftspflegeverband Neumarkt i.d. OPf.
Der Landkreis Neumarkt ist eine Region, die sich wirtschaftlich gut entwickelt. Den Themen einer zukunftsfähigen Entwicklung steht man hier sehr aufgeschlossen gegenüber. So wurde von den Kommunen und dem Landkreis gemeinsam die „Regina GmbH“ gegründet, um nachhaltige Entwicklung zu fördern und als Anlaufstelle und Verbindung für Akteure aus der Region zu dienen. Sie beherbergt neben dem LAG-Management (LEADER) auch das

3. Steinwald-Allianz Oberpfalz

3. Steinwald-Allianz Oberpfalz

Foto: Daniel Delang
Diese Öko-Modellregion ist ein Projekt der Integrierten Ländlichen Entwicklung Steinwald-Allianz, einem kommunalen Zweckverband rund um den Naturpark Steinwald im westlichen Landkreis Tirschenreuth am nördlichen Rand des Regierungsbezirks Oberpfalz. Das Gebiet der Steinwald-Allianz mit seinen 16 Städten und Gemeinden gilt aufgrund der Lage im ehemaligen Grenzland eher als eine strukturschwache Region. Die Bedeutung der Landwirtschaft in der Region ist hoch. Der

4. Nürnberg, Nürnberger Land, Roth

4. Nürnberg, Nürnberger Land, Roth

Nürnberg, Nürnberger Land und Roth
Audiobeitrag zu Öko-Modellregion

Die Stadt Nürnberg fördert seit 2003 Bio-Lebensmittel und Unternehmen aus der Bio-Branche. Sie setzt sich aktiv für gesunde Ernährung, ökologischen Landbau und regionale Wirtschaftskreisläufe ein. Als BioMetropole gehört sie einem schnell wachsenden Städtenetzwerk an, welches die Förderung von Ökoprodukten zum Ziel hat.

Zahlreiche Erfolge kann die BioMetropole bereits verbuchen: Es wurden viele Betriebe auf Bio

5. Waginger See - Rupertiwinkel

5. Waginger See - Rupertiwinkel

Foto: Max Kratzer
Sie haben sich zur staatlich anerkannten Öko-Modellregion zusammengeschlossen: Fridolfing, Kirchanschöring, Petting, Saaldorf-Surheim, Taching, Teisendorf, Tittmoning, Waging und Wonneberg! Die nunmehr neun Gemeinden  im Südosten Bayerns haben so einiges zu bieten: es gibt Biopioniere, kreative Unternehmer und  bürgerliche Initiativen in Sachen Artenschutz und Ernährung.

Jetzt wollen sich die Gemeinden weiter entwickeln. Durch gezielte Vernetzung aller Beteiligten, neue Arbeitsgruppen und  aktive Beratung

6. Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg

6. Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg

Foto: Daniel Delang
Die oberpfälzische Öko-Modellregion setzt sich aus den 27 Kommunen des Landkreises Amberg-Sulzbach und der Stadt Amberg zusammen. Die waldreiche ländliche Region wird geprägt durch Getreideanbau und Grünlandwirtschaft, der Ökolandbau-Anteil liegt aktuell im Bereich des Landesdurchschnitts. Die Region kann bereits einige innovative Vermarktungsansätze und ein hohes touristisches Potential vorweisen.

Vorrangiges Ziel der Öko-Modellregion ist es, die Verbesserung der Absatzmöglichkeiten von

7. Ilzer Land

7. Ilzer Land

Foto: Max Kratzer
Die Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) Ilzer Land e.V. setzt sich aus elf Kommunen sowie der Stadt Grafenau in den Landkreisen Freyung-Grafenau und Passau, zusammen. Es ist eine landschaftlich sehr reizvolle, land- und forstwirtschaftlich geprägte Region im Osten Niederbayerns. Seit März 2006 werden durch die ILE Ilzer Land gemeindeübergreifend und querschnittsorientiert verschiedene Handlungsfelder bearbeitet. Mit der Auswahl als Öko-Modellregion im Jahr 2015

8. Miesbacher Oberland

8. Miesbacher Oberland

Foto: Max Kratzer
Das Miesbacher Oberland verfügt bereits über einen sehr hohen Anteil an Biobetrieben und ökologischer Anbaufläche. Die Region im vom Grünland geprägten bayerischen Voralpen- und Alpenland ist mit einem Anteil von 28 Prozent Biobauern Vorreiter in Bayern. Ein wichtiger Grund für die hohe Zahl der Biobetriebe ist das Engagement der Stadtwerke München, die im Gebiet des Taubenbergs im Mangfalltal das Trinkwasser

9. Oberallgäu Kempten

9. Oberallgäu Kempten

Foto: Max Kratzer
Die Öko-Modellregion Oberallgäu Kempten ist sowohl ländlich als auch städtisch geprägt. Der Landkreis ist naturräumlich vielfältig durch das hügelige Alpenvorland im Norden und das Gebiet der Allgäuer Alpen im Süden. Die Landwirtschaft hat neben Tourismus, Handwerk und Industrie einen hohen Stellenwert. Typisch sind der hohe Grünlandanteil und die große Bedeutung der Milchwirtschaft, die Vielzahl der Direktvermarkter und die Alpwirtschaft. In

10. Oberes Werntal

10. Oberes Werntal

Foto: Max Kratzer
Die Interkommunale Allianz Oberes Werntal ist eine Region in Unterfranken, die bereits auf einen langjährigen und erfolgreichen Erfahrungsschatz in der regionalen Zusammenarbeit zurückblicken kann. Die zehn Gemeinden der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) Oberes Werntal liegen in den Landkreisen Schweinfurt und Bad Kissingen – eine ländliche Region mit Schwerpunkt Ackerbau und einem überdurchschnittlichen Anteil an Bio-Betrieben und mit einem Anteil von 15,8

11. Rhön-Grabfeld

11. Rhön-Grabfeld

Foto: Max Kratzer
Die Öko-Modellregion Rhön-Grabfeld umfasst alle 37 Gemeinden (davon sechs Städte) des nördlichsten bayerischen Landkreises Rhön-Grabfeld in Unterfranken. Es handelt sich um eine ländliche Region mit unterschiedlichen naturräumlichen Gegebenheiten – Schwerpunkt Ackerbau im Süden und Grünlandnutzung im nordwestlichen Teil. Nennenswert sind die hohe Anzahl von Schutzgebieten in der Region und das weit bekannte länderübergreifende UNESCO-Biosphärenreservat Rhön.

In der Region ansässig

12. Waldsassengau (bei Würzburg)

12. Waldsassengau (bei Würzburg)

Foto: Max Kratzer
Die Region Waldsassengau ist eine ländlich geprägte Region vor den Toren der Stadt Würzburg. 13 Kommunen des Landkreises Würzburg haben sich im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) im November letzten Jahres zur „Allianz Waldsassengau im Würzburger Westen“ zusammengeschlossen und erfolgreich als Öko-Modellregion beworben. Die landwirtschaftliche Nutzung in der Region ist stark auf den Ackerbau ausgerichtet und weist mit 12