Schon Gewusst?

Was kosten uns Lebensmittel wirklich?

Projekt: Schon Gewusst?

Schon Gewusst?

Schon Gewusst?
© Annalena Brams

Sind die Preise an der Ladentheke etwa nicht richtig? Darauf muss man leider mit einem "gewissermaßen nicht" antworten.

Unter dem Titel „How much ist he dish – was kosten uns Lebensmittel wirklich?“ wurde eine Studie veröffentlicht, die von der Schweisfurth Stiftung in Auftrag gegeben wurde. Sie macht sichtbar welche Kosten bei der Lebensmittelerzeugung anfallen, die im Erzeugerpreis nicht berücksichtigt werden. Diese versteckten Kosten entstehen vor allem durch Stickstoff, Treibhausgas-Emissionen und Energieverbrauch. Der Erzeugerpreis für konventionelle tierische Produkte müsste dreimal so hoch sein, um diese versteckten Kosten mitabzudecken. Für konventionelle Milchprodukte wäre ein Aufschlag von 96 % nötig. Am besten schneiden pflanzliche Bio-Produkte ab. Deren Erzeugerpreise müssten lediglich um 6 % angehoben werden. Im Laden bedeutet das für den Kunden einen Aufschlag von 30 % auf konventionelle und nur 10 % auf biologisch erzeugte Milchprodukte. Die Ursache für die hohen versteckten Kosten tierischer Lebensmittel liegt vor allem in der Aufzucht der Jungtiere. Futtermittelanbau, Beheizung und Belüftung der Ställe verbrauchen viel Stickstoff und Energie und erzeugen gleichzeitig viele Treibhausgase. Den größten Einfluss auf die Höhe der versteckten Kosten hat der Faktor Stickstoff.
Aber warum schneidet hier die biologische Erzeugung so viel besser ab? Der Grund liegt zum einen im Verzicht auf mineralischen Stickstoffdünger, der sehr energieaufwändig in der Herstellung ist und zum anderen in dem verringerten Einsatz von Kraftfutter in der Nutztierhaltung. Insgesamt konnten für alle Lebensmittelkategorien geringere Preisaufschläge und versteckte Kosten bei biologischen Produkten festgestellt werden.

19.07.2021

Region: Inn-Salzach