Streuobst und Artenvielfalt


© Max Kratzer

Traditionell stehen hochstämmige Obstbäume „verstreut“ auf Wiesen und Weiden, an Wegesrändern sowie in Gärten und an Höfen. Die sogenannten Streuobstbäume dienten der Selbstversorgung der Bevölkerung. Eine große Sortenvielfalt von Äpfeln, Birnen Kirschen, Zwetschgen und Walnüssen, konnten verteilt über das Jahr geerntet und neben Tafelobst zu Saft, Most, Brand und Marmelade verarbeitet werden.
Da die Bewirtschaftung der Streuobstbestände im Vergleich zu niedrigstämmigen Obstplantagen nicht mehr rentabel und gewünscht war, verschwanden die Streuobstwiesen ab den 50er Jahren nach und nach aus unserer Landschaft. Bis heute setzt sich der Verlust von Streuobstbäumen fort.

Für die Biodiversität spielen Streuobstwiesen eine herausragende Rolle. Streuobstbestände bieten über 5.000 Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum und stellen somit eines der artenreichsten Kulturbiotope Mitteleuropas dar. Daneben sind Streuobstwiesen ein prägendes Element unserer Kulturlandschaft. Durch eine nachhaltige Nutzung werden gesunde und geschmackvolle Lebensmittel mit kurzen Transportwegen hervorgebracht.
Die Pflege und Ernte der Streuobstbäume und –wiesen bedeutet aber auch viel Arbeit. Um das wichtige Kulturgut Streuobstwiese langfristig zu erhalten, müssen eine fachgerechte Pflege der Bäume gewährleistet, die Wertschätzung und Lust auf Streuobst sowie die Wirtschaftlichkeit gesteigert werden.

Im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen sind in den letzten Jahren neue Streuobstwiesen auf kommunalen Flächen im Günztal entstanden. Viele Gemeinden in der Öko-Modellregion stehen jedoch vor dem Problem, dass sich niemand um einen Großteil ihrer Streuobstbäume kümmert und die wertvollen Früchte nicht geerntet werden.
Mit der Vermittlung von Baumpatenschaften „Baum sucht Pate“ unterstützt die Öko-Modellregion die Gemeinden, kommunale Streuobstbäume zu erhalten und zu nutzen. Ganz nach dem Motto „Miteinander Streuobstwiesen bewahren – Pflege gegen Nutzung“.

Weiterhin fördert die Öko-Modellregion die Vernetzung und den Austausch der verschiedenen Streuobst-Akteure, um gemeinsam die Streuobstkultur in der Region weiterzuentwickeln.
Darüber hinaus sollen durch Veranstaltungen und Aktionen die Lust und die Wertschätzung von Streuobst geweckt und verstärkt werden.

Damit das Kulturgut Streuobstwiese erhalten werden kann, ist mitmachen gefragt!
Sie interessieren sich für eine Baumpatenschaft in ihrer Gemeinde? Sie sind bereits im Bereich Streuobst aktiv und wollen Teil eines Netzwerks werden, ihr Wissen teilen und aktiv mitgestalten?
Dann kommen Sie auf uns zu!



Kontakt
Rebecca Schweiß
Projektmanagerin

Bahnhofstraße 38
87724 Ottobeuren
+49 (0)170 9170356

August 2020

Region: Günztal