Flachshof - Familie Römert

Urgesteine des Biolandbaus

Drei Menschen

Jonas, Annette und Andreas Römert
© Daniel Delang, Öko-Modellregionen

Andreas Römert bewirtschaftet 120 Hektar. „2022 werde ich seit 30 Jahren Biolandbau betreiben. Lange Zeit war ich hier der einzige Biobauer.“ Erzählt er. Dass es heute viel mehr Biobauern gibt in der Region, daran ist er nicht ganz unbeteiligt. „Jetzt muss das Handwerk mitwachsen.“ Das ist keine einfache Angelegenheit, weil das Handwerk ebenso wie die Landwirtschaft bei den jungen Menschen nicht mehr so beliebt ist. Doch Schritt für Schritt denkt er die Zukunft des Ökolandbaus weiter: Die Bauern, dann die Handwerker, also Bäcker und Metzger. Und nicht zu vergessen den Verbraucher.

Das erscheint Andreas bei allem das Wichtigste: „Gerade auf dem Land, da boomt Bio nicht so wie in der Stadt. Wir aber wünschen uns und brauchen auch die Bürger vor Ort, die es schätzen, hier gute Bioprodukte kaufen zu können. Nur wenn alles stimmt: Urproduktion, Verarbeitung und die Wertschätzung des Verbrauchers, dann sieht er eine langfristige Zukunft.“

Da spricht einer, der wirklich überzeugt ist und den Biogedanken lebt. Seit drei Jahrzehnten. Wie es dazu kam? „Mein Vater verstarb mit nur 50 Jahren an Krebs. Wir haben viel überlegt, auch geforscht in der Zeit. Reflektiert, ob die Hektik und auch die ganzen chemischen Hilfsstoffe für Mensch und Umwelt gut sind. Schließlich dachte ich, wir probieren es einfach mal. Das war der Beginn meiner Bio-Laufbahn, und es war die richtige Entscheidung, denn im Öko-Ackerbau fühlte ich mich sofort wohl. Es war die Lösung, ja, eigentlich eine Erlösung. Unsere Erträge waren zwar geringer, aber der Preis war besser, sodass wir am Ende auch dasselbe verdienten wie zuvor.“ Die Kollegen haben ihn anfangs belächelt, jetzt bekommt er viel Anerkennung für den ökonomisch und ökologisch kerngesunden Betrieb.

Bis heute betreibt er Ackerbau und eine Färsenmast, weil die Arbeit mit dem Milchvieh auf Dauer zu viel wurde. Die Färsen leben in einem offenen Tretmiststall und am Acker stehen noch die Sonnenblumen. Die sind beinahe fertig, die Vögel beginnen schon, sich den ein oder anderen Kern herauszupicken. Außerdem wachsen Dinkel, Zuckerrüben, Weizen, Kartoffeln und viel Kleegras als Zwischenfrucht und Futter für die Tiere auf den Flächen.

Auch um den Verbraucher von der ökologischen Wirtschaftsweise zu überzeugen, tut Andreas Römert das Seinige: Für Schulen und Kitas macht er zahlreiche Veranstaltungen, damit die Kleinsten diese Wirtschaftsweise und die Zusammenhänge verstehen. „Wobei die jungen sich vor allem für die Tiere interessieren, die älteren fragen viel, und das stimmt mich zuversichtlich für die Zukunft.“

Homepage: https://www.flachshof.com/

Andreas und Anette Römert
Am Flachshof 1
97440 Egenhausen

Region: Oberes Werntal