Klaus Gollwitzer

Über die Öko-Akademie zum Bioackerbauer

Klaus Gollwitzer
© Foto: Daniel Delang

Klaus Gollwitzer ist gelernter Schreiner, dann hat ihm der Onkel den Hof vermacht. So fand er seinen Weg über die Abendschule zur landwirtschaftlichen Ausbildung und schließlich durch die Öko-Akademie in Bamberg den Schritt zum Bio-Ackerbau.

Eigentlich ist er ja gelernter Schreiner, aber seit seiner Kindheit kennt Klaus Gollwitzer den Hof, weil er in den Ferien dort oft geholfen hat. Und dann hat ihm der Onkel den Hof vermacht! Da stand er nun, besuchte die Abendschule für die landwirtschaftliche Ausbildung – und musste feststellen, dass er dort nicht das lernte, was er wissen wollte. Die Wende bringt die Öko-Akademie in Bamberg. Innerhalb je einer Woche Theorie und Praxis erfährt er dort alles, was er wissen muss, um mit einem guten Gefühl Bio-Ackerbau zu betreiben. Und, fast noch wichtiger: er trifft dort auf Gleichgesinnte, die ihm Mut machen und gemeinsam diesen spannenden Weg gehen.

Die Öko-Akademie in Bamberg ist ein überregionales Fachzentrum für ökologischen Landbau und eine Einrichtung des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELMF). Hier im Kreis von Kollegen erlebt er, wie der Austausch untereinander und die gegenseitige Unterstützung zuversichtlich machen. Biobauern, so erlebt er es, kooperieren und teilen ihr Wissen und ihre Erfahrungen.

Jedenfalls ist das die Art und Weise, wie er selber tickt. Und seine Lebensgefährtin Karina ebenfalls. Beiden liegt der Hof am Herzen, sie wollen erhalten und pflegen, was ihnen anvertraut wurde. Besonders stolz sind die beiden auf den 2. Preis bei dem Wettbewerb „Blühende Ackerwildkräuter“. Ein gesunder Boden, Fairness und Kooperation. So wollen die beiden die Landwirtschaft gestalten.

Sie bauen unter anderem auch Raritäten wie die Bamberger Hörnla und Hermanns-Blaue-Kartoffel an und verkaufen diese direkt. Es sind die ersten Erfahrungen – im Ökoackerbau und in der Direktvermarktung. Denn bis man davon leben kann, ist es ein weiter Weg. Deshalb betreiben sie den Hof zurzeit noch im Nebenerwerb. Im Gänsbürgerladen in Waldthurn kann man ihre Erzeugnisse erwerben.

Damit aus dem Nebenerwerb irgendwann ein Vollerwerb werden kann, nutzen die beiden ihre günstige Lage am beliebten Bocklradlweg. Hier hat das sympathische Team ein Ausfluglokal gebaut – Surrers Radlhütte. Der Bocklradweg zwischen Neustadt an der Waldnaab und Eslarn wird von Besuchern wie Einwohnern gern genutzt. In der Hütte verpflegen sie an Wochenenden und Feiertagen die hungrigen und durstigen Gäste mit ihren Brotzeiten und selbstgebackenen Kuchen. Die Produkte stammen wo immer möglich aus der Region. Sie sind ihr Beitrag für den Erhalt regionaler Produzenten, deren Namen sie auch auf der Homepage angeben. Das ist gelebte Transparenz und Netzwerken.

http://www.bocklweg.de/
http://www.surrers-radlhuette.de/layout/start.php

Region: Naturparkland Oberpfälzer Wald